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Vor Bundesliga-Debüt: Hält das BVB-Juwel sein Versprechen?

Mit dem WM-Titel hat sich die U17 des DFB schon jetzt unsterblich gemacht. Europameister im Sommer in Ungarn, jetzt der WM-Titel in Indonesien – einzigartig in der Geschichte des deutschen Nachwuchsfußballs.

Maßgeblichen Anteil an dem historischen Erfolg auf dem asiatischen Kontinent hatte der 17 Jahre alte Paris Brunner. Der Offensivspieler aus der Jugend des BVB schoss nicht nur mit seinen fünf Turnier-Toren die Mannschaft von Trainer Christian Wück ins Finale, sondern glänzte auch als Ideengeber im Offensivspiel seiner Mannschaft.

BVB-Juwel Brunner räumt Auszeichnungen ab

Spätestens seit der U17-WM steht Brunner wohl auf vielen Scout-Zetteln - und hat es auch bei den BVB-Bossen in den Fokus geschafft.

Beim Topspiel gegen RB Leipzig rückt Brunner erstmals in den Kader. Er rückt für Youssoufa Moukoko (Muskelfaserriss im Oberschenkel) in die Mannschaft und trainiert auch mit den Profis seit seiner Rückkehr. Es ist der Lohn für überragende Leistungen in den vergangenen Monaten.

Schon im Sommer, bei der EM in Ungarn, bei dem die U17 auch schon den Pokal mit nach Hause nehmen konnte, war der Teenager bester Spieler des Turniers, schoss dazu die meisten Tore (4). In diesem Jahr erhielt er außerdem die Fritz-Walter-Medaille in Gold, die Auszeichnung zum besten Nachwuchsspieler des 2006er-Jahrgangs.

Aber nicht nur im Trikot der Nationalmannschaft läuft es für Brunner, sondern auch im Verein. In der U17-Nachwuchsschmiede des BVB gelangen ihm in 26 Spielen 25 Tore und fünf Vorlagen. Sogar beim älteren Jahrgang in der U19 stellte er seinen Torriecher eindrucksvoll unter Beweis. In insgesamt 27 Spielen in der A-Junioren Bundesliga West und der Youth League knipste der 1,86-Meter große Stürmer 19 Mal (3 Assists).

Er ist aber nicht der einzige BVB-Youngster aus der U17-Weltmeister-Truppe, der für Furore sorgt. Mit Almugera Kabar (17) und Charles Herrmann (17) spielen auch zwei weitere U17-Weltmeister für den Dortmunder Nachwuchs.

U17-Coach Wück über BVB-Talent: „Müssen Mittel und Wege finden“

Der Trainer der U17, Christian Wück (50), nimmt hier auch die Vereine in die Pflicht: „Die Klubs müssen Mittel und Wege finden, ihnen Spielzeit auf höchstem Niveau zu geben. Das ist unser Nadelöhr in Deutschland. Wir haben genügend Talente, aber wir bekommen es momentan nicht hin, den Jungs im Übergangsbereich ausreichend Spielzeit zu geben. Wir schaffen das nicht in der Bundesliga, nicht in der zweiten Liga und in der dritten Liga auch nicht.“

Kehl schwärmt von Brunner

Mangelnde Unterstützung von den Profivereinen also? Das sieht BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl, angesprochen auf die drei Weltmeister von Borussia, anders: „Wir haben die Jungs im Blick, wir unterstützen sie und haben Entwicklungspläne mit ihnen. Für die Zukunft von Borussia Dortmund sind das wichtige Bausteine. Aus unserem NLZ wollen wir immer wieder Spieler in den Profibereich bringen. Das ist Teil unserer Philosophie.“

BVB-Coach Edin Terzic ist voll des Lobes über seine drei Jugend-Schützlinge: „Wir wissen, dass sie zu den besten in ihrem Jahrgang gehören. Und das nicht nur national, sondern auch international und dass sie dadurch natürlich alle Möglichkeiten haben, auch die Besten in unserer Mannschaft werden zu können. Und das ist noch ein langer Weg, da müssen sie noch einiges für investieren und auch noch einiges lernen, aber die Türen stehen ihnen weit und breit offen.“

BVB: Brunner mit Parallelen zu Moukoko

Paris Brunner, das Mega-Talent in Schwarz-Gelb als großes Versprechen für die Zukunft? Da werden in Dortmund natürlich Erinnerungen an Youssoufa Moukoko (19) wach. Er war einst der Wunderknabe des BVB, ein Ausnahmespieler, der in den Jugendmannschaften alles kurz und klein schoss (174 Spiele, 156 Tore, 35 Vorlagen).

Auch Moukoko gewann, genauso wie Brunner, die Fritz-Walter-Medaille in Gold. In dieser Saison kommt der oft gelobte Moukoko in der Bundesliga nur auf acht Einsätze (1 Tor) und in der Champions League zu zwei Kurzeinsätzen.

Ob es bei Paris Brunner besser funktioniert? BVB-Nachwuchschef Lars Ricken (47) ist jedenfalls von den Leistungen seines Schützlings begeistert: „Natürlich ist Paris für uns ein extrem spannender Spieler, und wir sind wirklich stolz auf seine Leistungen. Nicht nur bei der WM, auch bei der EM ist er zum besten Spieler gewählt worden“, sagte Dortmunds Jugendkoordinator Lars Ricken zuletzt bei Sky: „Je länger das Turnier dauerte, je wichtiger die Spiele wurden, umso mehr wurde er zum Unterschiedsspieler.“

Zwischen Suspendierung und lukrativem Vertrag beim BVB

Dass Brunner nicht der pflegeleichteste Vollprofi ist, zeigte sich zuletzt im Oktober, als er suspendiert wurde. Es habe einen „schwerwiegenden, disziplinarischen Vorfall“ gegeben. Näher äußern wollte sich der BVB nicht. Sogar ein kompletter Rausschmiss stand im Raum. Am Ende begnadigte der BVB Brunner noch rechtzeitig. Rechtzeitig für die Weltmeisterschaft in Dortmund. Der Rest ist Geschichte.

Und nun? Will der BVB laut Sky langfristig mit Paris Brunner verlängern. Nach Sport-Bild-Informationen würde der Verein Brunners Monatsgehalt von 8500 auf 10 000 Euro aufbessern, bei einem ersten Profivertrag winken ihm sogar mindestens 50 000 Euro pro Monat.