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Die Hintergründe zu Flicks Müller-Entscheidung

Bundestrainer Hansi Flick verzichtet vorerst auf Thomas Müller. Die Tür zum DFB-Team und zur Heim-EM bleibt für den Routinier des FC Bayern jedoch aus mehreren Gründen offen.

Hansi Flick berät sich mit Thomas Müller bei einem Länderspiel gegen Mazedonien im Oktober 2021. (Bild: Marvin Ibo Guengoer/GES-Sportfoto)
Hansi Flick berät sich mit Thomas Müller bei einem Länderspiel gegen Mazedonien im Oktober 2021. (Bild: Marvin Ibo Guengoer/GES-Sportfoto)

Es hatte sich angedeutet, jetzt ist es offiziell: Hansi Flick verzichtet auf Thomas Müller - vorerst.

Der Weltmeister von 2014 wird mindestens bei den nächsten beiden Abstellungsperioden im März und im Juni nicht Teil der Nationalmannschaft sein. Das bestätigte der Bundestrainer dem kicker sowie der Süddeutschen Zeitung.

Es könnte neben ihm auch andere ältere Hasen wie Ilkay Gündogan oder Marco Reus treffen. Denn Flick muss in die Zukunft schauen. Seine Devise nach der verkorksten Wüsten-WM in Katar: „Ich möchte jüngeren Spielern eine Chance geben!“

Für Müller kein Problem, der 33-Jährige hat die im Vorfeld klar mit Flick besprochene Entscheidung nach SPORT1-Informationen verständnisvoll zur Kenntnis genommen. Nach dem WM-Debakel im Dezember war er mit sich selbst nicht zufrieden und dachte sogar an einen Rücktritt.

Thomas Müller hat EM 2024 im Blick

Geht es jetzt aber nach ihm, hat es sich noch nicht ausgemüllert. Im Gegenteil: Er will sich erhobenen Hauptes verabschieden, nicht mit einem Katastrophen-Aus in der Gruppenphase.

Müller hat die Heim-EM 2024 fest im Blick!

Für ihn ist aber auch klar, dass Flick frische Kräfte braucht und sein Team umbauen muss. Neben dem bereits etablierten Jamal Musiala (20) soll der nach langer Verletzung zurückgekehrte Florian Wirtz (19) Schritt für Schritt an die erste Elf herangeführt werden.

„Das bedeutet aber nicht, dass er für die EM kein Thema ist“, machte Flick mit Blick auf Müller deutlich. Die DFB-Tür bleibt für Müller also offen - aus mehreren Gründen!

Nach dem WM-Aus in Katar gegen Costa Rica deuteten alle Zeichen auf Thomas Müllers Abschied aus der DFB-Mannschaft. (Bild: REUTERS/Annegret Hilse)
Nach dem WM-Aus in Katar gegen Costa Rica deuteten alle Zeichen auf Thomas Müllers Abschied aus der DFB-Mannschaft. (Bild: REUTERS/Annegret Hilse)

Müller als Musiala-Förderer beim FC Bayern

Zum einen will Flick das Leistungsprinzip nicht komplett ad acta legen. Die Neuen müssen liefern. Und: Spielt Müller auch in einem halben Jahr noch so wie derzeit beim FC Bayern, ist er ohnehin ein heißer Kader-Kandidat für die Länderspiele im September.

Zum anderen weiß Flick um die Sympathien, die Müller bei seinen Mitspielern genießt - gerade innerhalb des Bayern-Blocks.

Dass er nicht mit falschem Ehrgeiz oder gar Neid auffällt, sondern sich als echter Teamplayer gibt, zeigt sich an seinem Umgang mit Musiala. Obwohl der Jungstar auch im Verein als sein Nachfolger gilt, versteht er sich mit ihm hervorragend und unterstützt ihn vorbildlich.

Mentor Müller! Musiala trainiert und spielt besonders gerne mit Müller, weil dieser ihn sucht - im Spiel mit, aber auch im Spiel gegen den Ball. Er coacht ihn, gibt Tipps, hat auch zu anderen Themen abseits des Platzes immer ein offenes Ohr.

Was Nagelsmann an Müller schätzt

Das schätzt, wie SPORT1 erfuhr, auch Bayern-Trainer Julian Nagelsmann an Müller: Der Routinier verhält sich professionell und pusht seine Kollegen, auch wenn er mal auf der Bank sitzt. Von Stress überhaupt keine Spur!

Dessen ist sich auch Flick bewusst. Müller kann noch wichtig werden. Vielleicht nicht mehr als absoluter Stammspieler, wenn neben Musiala auch Wirtz zündet und andere Offensivspieler wie Kai Havertz ebenfalls konstant performen, aber mindestens als Alternative, der Trainerteam und Mitspielern mit seiner Erfahrung und seinen Leader-Qualitäten mit Rat und Tat zur Seite steht.

Wer ihn kennt, weiß, dass Müller alles reinwerfen wird, um bei der Heim-EM dabei zu sein.

Im Video: Thomas Müller wird vorerst nicht zum DFB-Team eingeladen | 2nach10