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Die tragische Geschichte des EM-Helden

Beim Spielstand von 27:26 für Schweden nach 60 Minuten im Halbfinale gegen Frankreich schien eigentlich alles entschieden zu sein. Nur die unwahrscheinliche Chance, durch einen direkten Freiwurf die Verlängerung zu erzwingen, blieb den Franzosen noch.

Ein paar Tage später ist Frankreich Europameister, siegte im Finale über die favorisierten Dänen, nachdem Elohim Prandi eben jenen direkten Freiwurf in unglaublicher Manier am Block vorbei ins Tor geworfen hatte und seine Mannschaft in der Verlängerung zum Sieg über Schweden geführt hatte.

Dass ausgerechnet Prandi zum Helden dieser Handball-EM wird, ist ihm bei seiner Vorgeschichte zu gönnen. Denn vor knapp zwei Jahren war nicht nur die Karriere, sondern sogar das Leben des damals 23-Jährigen in Gefahr.

Prandi war Opfer einer Messer-Attacke

In der Silvesternacht 2021 war Prandi in der Pariser Innenstadt unterwegs, als er Opfer eine Auseinandersetzung wurde. Mit mehreren Messerstichen wurde der Franzose in die Brust getroffen.

Doch er hatte Glück. Die Stiche verfehlten Lunge und Milz, sodass schnell vermeldet werden konnte, dass er außer Lebensgefahr ist.

Die unmittelbar darauffolgende EM im Januar 2022 in Ungarn und der Slowakei verpasste der Rückraumspieler von Paris St. Germain jedoch, zeigte sich aber zielstrebig.

„Ich bin kein Opfer, ich bin ein Überlebender mit einer Eroberer-Mentalität“, schrieb er zu dieser Zeit auf Instagram und betonte, noch stärker zurückkommen zu wollen. „Frieden, Engagement und gemeinsame Erfolge. Das Leben ist schön und kostbar. Die Arbeit beginnt. I‘M BACK.“

Mahé freut sich besonders für Prandi

Und nun, zwei Jahre später, hat Prandi sogar seinen ersten Europameister-Titel geholt - und ist auf dem Weg dorthin durch sein Wahnsinnstor sogar noch die entscheidende Figur gewesen.

„Jeder kennt seine Geschichte ein bisschen. Ich freue mich sehr für ihn und dass er der Mannschaft so geholfen hat, diesen Schritt gegangen ist, während der EM“, sagte Mannschaftskollege Kentin Mahé im Interview bei SPORT1. „Das ist für uns natürlich ein Segen.“