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Trauer um deutsche Ruder-Ikone

Trauer um deutsche Ruder-Ikone
Trauer um deutsche Ruder-Ikone

Die deutsche Ruder-Ikone Peter-Michael Kolbe ist tot. Wie der Deutsche Ruderverband (DRV) dem SID bestätigte, ist der gebürtige Holzmindener im Alter von 70 Jahren gestorben.

Kolbes fünf WM-Titel im Einer sind bis heute Rekord. Doch bekannt wurde Deutschlands Sportler des Jahres 1975 durch seine ewigen und allesamt verlorenen Duelle mit dem Finnen Pertti Karppinen und DDR-Ruderer Thomas Lange um Olympia-Gold.

Vor allem das Olympia-Finale 1976 in Montreal bleibt in Erinnerung. Über 2.000 Meter hatte Kolbe die Goldmedaille schon in Reichweite, als der damals nur Experten bekannte Karppinen den Deutschen doch noch abfangen konnte.

Danach wurde vor allem über eine Spritze diskutiert, die Kolbe vor dem Rennen bekommen habe. Dabei habe es sich lediglich um Vitamine gehandelt, wie Kolbe beteuerte. „Doping ist das, was auf der Dopingliste steht“, wehrte er Dopingvorwürfe ab. Nach dem Leistungseinbruch auf den letzten 100 Metern wurde die Spritze wegen der leistungshemmenden Wirkung als „Kolbe-Spritze“ bekannt.

Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul wiederholte sich die Geschichte für Kolbe. Diesmal war es jedoch Lange, der ihm die Goldmedaille vor der Nase wegschnappte.

„Ich wollte das Gold, habe es aber nicht geschafft. Dennoch erfüllt meine Karriere mich mit Stolz“, sagte Kolbe einmal. 1981 erhielt er das Silberne Lorbeerblatt, 1988 das Bundesverdienstkreuz, 2016 wurde er als vierter Ruderer in die „Hall of Fame“ des deutschen Sports aufgenommen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)