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Ungebetenes Elon-Musk-Geschenk nun auch für deutsche Stars

Ungebetenes Elon-Musk-Geschenk nun auch für deutsche Stars
Ungebetenes Elon-Musk-Geschenk nun auch für deutsche Stars

Sehen Sportfans beim Kommunikationsnetzwerk Twitter echte Stars? Oder verbirgt sich jemand anders dahinter?

Die Verwirrung auf der Plattform des schillernd-umstrittenen Star-Unternehmers Elon Musk ist kurz nach dem Vollzug der Reform des bisherigen Verifikations-System noch größer geworden: Am Wochenende haben zahlreiche Promis, die soeben ihren „blauen Haken“ verloren hatten, das digitale Symbol plötzlich zurückerhalten - unter irreführenden Umständen.

Promis kriegen „Twitter Blue“ - auch toter Kobe Bryant

Verifiziert sind nun vor allem wieder international bekannte Stars mit Millionen-Followerzahl - aus dem deutschen Sport fallen unter die Kategorie Fußballer wie Toni Kroos, Manuel Neuer, Marc-André ter Stegen, Mesut Özil, Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Mats Hummels, Thomas Müller, Marco Reus - zudem NBA-Ikone Dirk Nowitzki und die Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg und Mick Schumacher.

Das Problematische dabei: Eine Notiz, die beim Anklicken des Zeichens erscheint, behauptet überall, dass die Stars aus dem Sport wie aus Show und anderen Branchen sich aktiv beim kostenpflichtigen Service Twitter Blue registriert und ihre Telefonnummer zur Überprüfung hinterlegt hätten. Mehrere Promis - unter anderem die Schauspieler Ian McKellen und Ron Perlman oder der Nobelpreisträger und Kolumnist Paul Krugman - haben aber klargestellt, dass sie dies nicht getan hätten. Sie haben das Twitter-Blue-Abo also als ungebetenes Geschenk bekommen.

Im Fall von NBA-Superstar LeBron James - der schon vorab angekündigt hatte, dass er für Twitter Blue nicht bezahlen werde - hatte Musk selbst schon offen zugegeben, dass er James die Beibehaltung des Hakens „geschenkt“ hat. Offensichtlich eine Art von provokativem Streich, die er James und zwei anderen prominenten Kritikern spielte (Schriftsteller Stephen King und Schauspieler William Shatner). Mit amüsierter Häme reagierte Musk nun auch auf andere Beschwerden über seine Aktion.

Skurril: Auch verstorbene Stars wie Pelé und der tödlich verunglückte NBA-Superstar Kobe Bryant sind nun angeblich Twitter-Blue-Abonnenten. Bryants Account ist seit seinem Tod nicht mehr aktiv und wurde auch nicht - wie bei Pelé und anderen Todesfällen - als Gedenkplattform weitergeführt.

Vor allem in den USA wird nun darüber diskutiert, ob die Anzeige „false endorsement“ ist, eine Art von irreführender Werbung und damit gesetzeswidrig.

Elon Musk mit umstrittenen neuen System

Das neue System mit den blauen Haken sah eigentlich vor, dass Nutzer - ob bekannte Personen oder nicht - jetzt eigentlich acht Dollar pro Monat zahlen müssen und dafür als Gegenleistung Vorzüge wie eine durch den Twitter-Algorithmus vergrößerte Reichweite und Sichtbarkeit bekommen.

Vorher bekamen öffentliche Personen und Organisationen den Haken kostenlos nach einer Identitätsüberprüfung durch das Unternehmen. Neben den käuflichen „blauen Haken“ (eigentlich weiß auf blauem Grund) führte er ein neues System ein, in dem Unternehmen mit einem goldenen und Regierungsorganisationen mit einem grauen Haken gekennzeichnet werden sollen.

Das neue Twitter Blue ist eines der zentralen Reform-Projekte des auch als Tesla- und SpaceX-Chef bekannten Musk, der das alte Verifikationssystem als „korrupt und unsinnig“ bezeichnet hatte und schon vor dem Unternehmenskauf das Ziel ausgerufen hatte, dass das Massenmedium „maximalen Spaß“ machen solle. Kritiker werfen ihm vor, politische Extremisten zu stärken und Desinformation zu begünstigen.

Auch im deutschen Sport hat Musks Wirken schon zu Konsequenzen geführt, bereits im vergangenen Herbst stellte der Deutsche Ski-Verband seine Aktivitäten bei Twitter ein, unter Verweis auf die „aktuellen Entwicklungen rund um den Nachrichtendienst“.

Die genauen Kriterien und Hintergründe der neuesten Haken-Volte sind nicht offiziell in Erfahrung zu bringen, Twitter hat seit der Übernahme durch den als eigenwillig bekannten Musk kein Pressesprecher-Team mehr. Anfragen an die E-Mail-Adresse „press@twitter.com“ werden seit März - wie Musk selbst bei Twitter mitgeteilt hat - automatisiert mit einem Kackhaufen-Emoji beantwortet.