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Vom bösen Buben zum WM-Helden

Vom bösen Buben zum WM-Helden
Vom bösen Buben zum WM-Helden

Vom bösen Buben zum WM-Helden: Es war ausgerechnet Paris Brunner, der die deutschen U17-Fußballer auf dramatische Art ins Endspiel der WM in Indonesien geschossen hatte - und auf den hinterher die Lobeshymnen einprasselten.

Der Youngster von Borussia Dortmund, der in seinem Klub zuletzt für reichlich Wirbel gesorgt und in Ungnade gefallen war, verwandelte beim 4:2 im Elfmeterschießen gegen Argentinien den letzten Schuss, nachdem Brunner in der regulären Spielzeit bereits einen Doppelpack erzielt (9./58.) und es nach spektakulären 90 Minuten 3:3 (1:2) gestanden hatte.

Bemerkenswert: Der 17-Jährige hatte schon im Viertelfinale gegen Spanien (1:0) für die Entscheidung gesorgt. Dabei war Brunner vor dem Turnier mit einer Suspendierung „aus disziplinarischen Gründen“ beim BVB vor allem mit negativen Schlagzeilen aufgefallen.

Bundestrainer Christian Wück nominierte ihn dennoch - und der dribbelstarke Angreifer zahlte das Vertrauen zurück.

Beim ersten Treffer bei mehr als 30 Grad spazierte Brunner durch den Strafraum und schloss mit links aus spitzem Winkel ab - unter gütiger Mithilfe von Schlussmann Jeremias Florentin.

Nachdem das DFB-Team den Ausgleich und den Rückstand kassiert hatte, war er dann erneut der Dortmunder, der mit seinem vierten Turniertor zum Ausgleich für Jubel unter den deutschen der insgesamt 10.000 Zuschauer sorgte.

Ausgestanden war der Thriller, in dem Max Moerstedt aus Hoffenheim (69.) das zwischenzeitliche 3:2 erzielte, damit aber noch längst nicht - im Gegenteil.

Weil Agustin Ruberto in der siebten Minute der Nachspielzeit mit seinem achten Turniertor die sofortige Entscheidung vom Punkt erzwang - der Jungstar hatte zuvor (36./45.+4) schon für Argentiniens Halbzeitführung gesorgt - , musste Brunner auch im Elfmeterschießen seinen Helden-Qualitäten unter Beweis stellen.

Wie auch Deutschlands Torhüter Konstantin Heide, der kurzfristig für den erkrankten Max Schmitt zwischen die Pfosten gerückt war und im Elfmeterschießen zweimal parierte.

Brunner vollstreckte per Flachschuss unten rechts, danach kannte der Jubel keine Grenzen.

Sachlich verpackte Glückwünsche bekam Brunner auch von seinem Heimatklub, der über die Gründe für die Suspendierung seines WM-Shootingstars weiterhin Stillschweigen wahrt.

Emotionaler würdigten dagegen die Fans die Leistung ihrer Nachwuchshoffnung Brunner: „Wann ist er endlich in der 1. Mannschaft?“, fragte bei X etwa User Joel, während xDerBeste meinte: „Ich brauche den Mann in der ersten Mannschaft“.

User Chris wiederum gab zu bedenken. „Wie lange läuft Brunners Vertrag bei uns? Zieht den Jungen hoch, bevor es zu spät ist. Andere Vereine im Ausland lassen die Jungs auch in diesem Alter spielen.“

Die U17 ist erst die vierte deutsche U-Mannschaft in einem WM-Finale: Die U20-Auswahl verlor es 1987 ebenso wie zwei Jahre zuvor die U16.

Den bislang einzigen Nachwuchstitel holte 1981 die U20 mit Spielern wie Rüdiger Vollborn, Michael Zorc, Ralf Loose oder Roland Wohlfarth.

Womöglich sorgt Brunner nun für ein Happy End, wenn es im Finale am Samstag (ab 13.00 Uhr im Liveticker) entweder gegen den EM-Zweiten Frankreich oder gegen Mali geht.