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Unerwartete Favoritenstürze bei der Judo-WM in Katar

Bei den Frauen in der Klasse bis 78 kg war Inbar Lanir in absoluter Topform. Sie räumte ihre Gegnerinnen mit mehreren Ippons aus dem Weg. Die Israelin ließ sich auf ihrem Weg ins Finale von niemandem aufhalten, nicht einmal von der Weltranglistenersten Alice Bellandi.

Im Finale stand ihr dann Audrey Tcheumeo aus Frankreich gegenüber. Die Weltmeisterin von 2011 wollte allen beweisen, dass sie immer noch bereit ist für einen Titel. Und das zeigte sie mit großartigen Würfen.

Von beiden Seiten gab es einen Kampf auf sehr hohem Level. Schließlich war es Lanir, die den Fight für sich entschied und Weltmeisterin wurde. Danach sagte sie, dass sie es genossen habe, hier zu sein, die Atmosphäre sei großartig gewesen, so die 23-Jährige.

Bei den Männern gab es in der Klasse bis 100 kg eine große Überraschung. Denn der amtierende Weltmeister Muzaffarbek Turoboyev war schon in Runde Eins raus. Der WM-Titel schien damit für viele Judoka zum Greifen nahe.

So wie für den zweifachen Olympiasieger und Doppel-Weltmeister Lukáš Krpálek, der beweisen wollte, dass er weiterhin zu den ganz Großen im Judosport gehört. In der Vorrunde zeigte der Tscheche eine wahre Ne-Waza-Show.

Arman Adamian, der für die Unabhängigen Neutralen Athleten an den Start ging, kam als mehrfacher Grand-Slam-Sieger nach Doha. Der 26-Jährige schaffte es mit seinen kraftvollen Techniken ins Finale.

Dort hatten sowohl er als auch Krpálek ihre Chancen, doch am Ende war es Adamian, der sich mit dominantem Judo durchsetzte. "Um ehrlich zu sein, kann ich es immer noch nicht glauben, dass ich Weltmeister bin", sagte der Belarusse. Er habe eine lange Reise gehabt und mehrere Kämpfe verloren, "doch jetzt habe ich den Titel gewonnen".

Am Samstag betreten die Schwergewichte die Tatami. Freuen können Sie sich dann auf den König dieser Kategorie: Teddy Riner. Der Franzose ist seit 2017 wieder bei einer WM dabei und will sich in Katar seinen insgesamt elften Weltmeistertitel sichern.