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Wüste Szenen: Schalke-Spiel über 30 Minuten unterbrochen!

Überschattet von Fan-Pöbeleien auf den Rängen und einer längeren Spielunterbrechung hat sich Schalke 04 mit dem nächsten Sieg gegen den direkten Konkurrenten Hansa Rostock im Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga weiter Luft verschafft und den Relegationsplatz verlassen.

Im hitzigen Gastspiel bei Hansa Rostock gewann das Team von Trainer Karel Geraerts mit 2:0 (0:0) und zog an den Norddeutschen vorbei auf Rang 13. Hansa stürzte hingegen auf Tabellenrang 16 ab.

Knapp fünf Minuten vor der Halbzeit hatte Schiedsrichter Nicolas Winter die beiden Mannschaften beim Stand von 0:0 in die Kabinen geschickt, nachdem es auf den Rängen zu Pöbeleien der Fangruppen gekommen war. „Wir sind gekommen, um Fußball zu spielen. Das gehört natürlich nicht dazu“, sagte Schalkes Simon Terodde nach der Partie bei Sky, freute sich aber über die nächsten drei Punkte, die enorm wichtig seien: „Vor allem nach dem Düsseldorf-Spiel, nach dem wir am Boden lagen und auf die Fresse bekommen haben.“

Die Polizei hatte in der Folge einschreiten müssen und räumte die zwei Fan-Blöcke, nachdem von den mitgereisten Schalkern eine Plexiglasscheibe zertrümmert worden war, die die beiden Fan-Lager voneinander trennen sollte. Vorhergegangen war in der 39. Minute ein Foul von Hansas Júnior Brumado, für das er zunächst die Gelbe Karte gesehen hatte.

„Wir wussten nicht, ob es weitergehen wird. In der Kabine haben wir uns dann aufgewärmt und bewegt. Und dann kommst du auf den Platz und dann gibt es noch so ein Kuriosum“, so Terodde über die Unterbrechung, nach der es zu einer denkwürdigen Szene kam. Denn als die Partie etwa eine halbe Stunde später fortgesetzt wurde, gab es für Brumados Einsteigen nach Sichten der VAR-Bilder dann sogar die Rote Karte.

Wahrscheinlich hat der Schiedsrichter auf seinem Handy ein paar Meldungen bekommen“

„Wir dachten, dass das sofort gecheckt wird und nicht danach erst. Wahrscheinlich hat der Schiedsrichter auf seinem Handy ein paar Meldungen bekommen“, musste Terodde schmunzeln.

„Ein bisschen unglücklich gelaufen“, meinte auch Hansas Kapitän Markus Kolke. „Der Schiedsrichter kam nicht auf uns zu und hat gesagt, das jetzt VAR-Check ist. Dann kommt der Schiedsrichter und zückt rot.“ Einen zwischenzeitlich wohl von der Polizei geplante´n Abbruch der Partie bezeichnete Kolke außerdem als „völligen Schwachsinn“.

Fortgesetzt wurde die Partie schließlich in der 69. Minute, befand aber trotzdem noch in der ersten Hälfte. Nach 80 Minuten auf der Anzeigetafel ging es für die Klubs schließlich mit 0:0 in die Pause, ehe Schalke die Partie gegen zehn Rostocker im zweiten Durchgang für sich entschied.

Vor 27.215 Fans im Ostseestadion trafen Blendi Idrizi (72.) mit seinem ersten Saisontor und Kenan Karaman (86.) für die Gäste. Damit fuhr der Bundesliga-Absteiger neun Tage nach dem Heimsieg gegen Schlusslicht VfL Osnabrück (4:0) die nächsten wichtigen Punkte ein.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)