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Wirbel um Transfrau: "Das ist ätzend"

Wirbel um Transfrau: "Das ist ätzend"
Wirbel um Transfrau: "Das ist ätzend"

Noa-Lynn van Leuven erlebt gerade eine schwierige Zeit. Nach ihrem Sieg Mitte März beim PDC-Turnier der Frauen in Hildesheim prasselt auf die Frau, die bis 2014 ein Mann war, sich samt Hormontherapie umoperieren ließ und nun bei Frauen-Turnieren antritt, viel ein.

Nach ihrem Erfolg schlug die Stimmung um, die Akzeptanz wich, ihre niederländischen Teamkolleginnen Aileen de Graaf und Anca Zijlstra zogen aus Protest Konsequenzen. „In dem Moment, in dem man sich schämt, für die niederländische Mannschaft zu spielen, weil ein biologischer Mann im Frauenteam spielt, ist es Zeit zu gehen“, schrieb Zijlstra als Begründung bei Facebook.

Dort sah sich van Leuven bösen Anfeindungen ausgesetzt. „Ich hoffe, du fällst tot um“, lautete nur einer der vielen Kommentare.

Van Leuven ärgert das sehr. „Das ist ätzend, aber ich versuche, mir das nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen“, sagte sie im Gespräch mit dem Portal Dartsnews: „Ich denke, das Einzige, was ich an diesem Thema bedauere, ist, dass viele Leute vergessen, dass ich auch ein Mensch bin.“

Studie liefert Antwort

Ob der Start von van Leuven bei Frauen fair ist, mit dieser Frage beschäftigte sich auch schon die Politik. Laut einer Studie des Deutschen Bundestags sind Transfrauen nach einem Jahr feminisierender Hormontherapie zu besseren sportlichen Leistungen im Vergleich zu Nicht-Transgender-Frauen fähig. Auch eine Reihe von Akademikern widersprach den Regeln, indem „die Einbeziehung von Transgender-Frauen in weibliche Kategorien nicht mit Fairness vereinbar“ sei.

Und van Leuven? Nach eineinhalb Wochen voller Hass suchte sie den Rückhalt ihrer Community. Bei einem Event für Transgender am Osterwochenende in Amsterdam hielt van Leuven eine Rede und führte viele aufbauende Gespräche. „Ich brauchte einen sicheren Ort, einen Ort, an dem ich einfach ich sein konnte“, schrieb van Leuven bei Instagram.

Van Duijvenbode stärkt Landsfrau den Rücken

Doch van Leuven erhält auch Unterstützung. Der frühere WM-Viertelfinalist Dirk van Duijvenbode nahm seine Landsfrau in Schutz. „Es ist ein Regelproblem und ich glaube nicht, dass wir der einzige betroffene Sport sind“, sagte der Weltranglistenzwölfte im Interview mit dem niederländischen Radiosender 538. Statt die Spielerin zu verurteilen, sollen die Menschen „das System hassen“.

Doch das Regelwerk erlaubt eben den Start von Transfrauen in Frauen-Wettbewerben. Die PDC folgt dabei den Regeln der Darts Regulation Authority, die wiederum die Kriterien des Internationalen Olympischen Komitees übernehmen. Demnach soll „keine Annahme eines Vorteils“ erfolgen. Die jeweiligen Sportarten sollen aber „unverhältnismäßige Vorteile“ individuell beurteilen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)