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"Ich wollte nicht, dass sie den Tod ihres Sohnes erleben muss"

"Ich wollte nicht, dass sie den Tod ihres Sohnes erleben muss"
"Ich wollte nicht, dass sie den Tod ihres Sohnes erleben muss"

Als die messerscharfe Kufe seine Halsvene aufschlitzt, hat Clint Malarchuk nur eines im Sinn: runter vom Eis! Sofort!

„Meine Mutter hat das Spiel am Fernseher angeschaut“, erinnert sich der ehemalige NHL-Goalie an die Beinahe-Tragödie vom 22. März 1989: „Ich wollte nicht, dass sie den Tod ihres Sohnes erleben muss.“

Denn davon geht Malarchuk in diesem Moment aus, „zwei bis drei Minuten“ gibt er sich und seinem Leben noch.

Krupp löst unabsichtlich Horrorszene aus

Heute genau vor 35 Jahren: Es läuft die 16. Minute im Spiel zwischen den St. Louis Blues und den Buffalo Sabres, zu denen Malarchuk erst wenige Tage zuvor gewechselt war. (NEWS: Alles Wichtige zur NHL)

Der spätere Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp, der gerade als Coach der Kölner Haie entlassen wurde, will vor Malarchuks Tor seinen Gegenspieler Steve Tuttle beim Schuss behindern - und löst damit den wohl schrecklichsten Moment der NHL-Geschichte mit aus.

Tuttle verliert das Gleichgewicht, sein rechtes Bein schnellt in die Höhe und verletzt Malarchuk lebensgefährlich.

Malarchuk verliert eineinhalb Liter Blut

Schnell bildet sich auf dem Eis eine dunkelrote Blutlache und als die Betreuer herbeieilen, will Malarchuk nur, „dass sie meine Hand halten, während ich sterbe“.

Insgesamt verliert Malarchuk eineinhalb Liter Blut innerhalb kürzester Zeit. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NHL)

Zuschauer übergeben sich, wie sein Teamkollege Dave Andreychuk später berichtet - aber Malarchuk überlebt, weil der Teambetreuer, ein Vietnamkriegsveteran, den Finger instinktiv in die Wunde steckt und damit die Blutung stoppt.

Im Krankenwagen wird die 15 Zentimeter lange Wunde des damals 27-Jährigen mit 300 (!) Stichen genäht, nur vier Tage später trainiert er bereits wieder, das nächste Spiel folgt eine Woche danach.

NHL-Star Malarchuk: Selbstmordversuch 2008

Die Erinnerungen an den Vorfall aber bleiben und bringen Malarchuck schier um den Verstand. Er findet nicht mehr in den Schlaf - und greift zum Revolver.

„Ich wollte diesen verdammten Schmerz beenden“, begründet Malarchuk seinen Selbstmordversuch im Oktober 2008. Er überlebt. Später arbeitet Malarchuk mit seiner Frau Joanie als Mentaltrainer.

Aufgrund seines Schicksals haben sich viele NHL-Goalies nach Malarchuks Horrorverletzung angewöhnt, einen Halsschutz zu tragen.

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Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)