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"Surreal": Wunderkind verblüfft die Handball-Welt

Der Vorrunden-Showdown zwischen Portugal und Ungarn (27:20) begann mit einem Paukenschlag: Nach nur 48 Sekunden wurde Ungarns Adrian Sipos mit der Roten Karte des Feldes verwiesen.

Der Abwehrspieler hatte Portugals Francisco Costa mit der Hand im Gesicht getroffen. Doch der Rückraumspieler ließ sich davon nicht stoppen. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der Handball-WM 2023)

Im Gegenteil! Der Linkshänder wurde mit sechs Toren Topscorer der Partie und zeigte damit sein riesiges Potenzial. Denn Costa ist erst 17 (!) Jahre alt. Damit ist er der jüngste Spieler bei dieser Weltmeisterschaft - und schon Stammkraft seines Teams.

Portugal Erster dank Ferreira und Costa

Neben Portugals Torwart Miguel Ferreira, der sensationelle 45 Prozent der ungarischen Würfe entschärfte, war Costa hauptverantwortlich dafür, dass die Iberer die stark besetzte Gruppe vor Island und Ungarn auf Rang eins abschlossen und damit die Chancen auf das Viertelfinale wahrten. (DATEN: Gruppen und Tabellen der Handball-WM)

Im europäischen Handball wird der Youngster, der mit vollem Namen Francisco Mota da Costa heißt und auf den Spitznamen „Kiko“ hört, als Wunderkind gehandelt.

Sowohl bei der U19-EM 2021 als auch bei der U20-Europameisterschaft 2022 wurde er ins All-Star-Team gewählt.

Beim letztgenannten Turnier wurde er mit 58 Treffern Torschützenkönig und führte Portugal zur Silbermedaille. Sein Debüt im A-Nationalteam feierte Costa im April 2022 in der WM-Qualifikation gegen die Niederlande.

Francisco Costa glänzt gegen Magdeburg

Auf größerer europäischer Bühne trat er erstmals in der abgelaufenen Saison in Erscheinung. Im Achtelfinale der European League brachte er mit seinem Klub Sporting Lissabon den SC Magdeburg an den Rand des Ausscheidens.

Über zwei Duelle setzte sich der Deutsche Meister mit 65:64 durch. Costa gelangen dabei in Hin- und Rückspiel 18 Tore.

In ebenjenen Matches machte auch ein deutscher WM-Star Bekanntschaft mit dem Supertalent. Lukas Mertens schwärmte auf SPORT1-Nachfrage von Costa: „Für sein Alter hat er schon sehr viel Erfahrung. Er ist mit 17 Jahren wirklich echt gut. Da kommt noch einiges auf den europäischen Handball zu.“

Mertens schwärmt von portugiesischem Wunderkind

Den 1,89 Meter großen rechten Rückraumspieler zeichnet nicht nur seine Wurfgewalt und -präzision (75 Prozent Trefferquote gegen Ungarn) aus.

„Seine Schnelligkeit, sein Eins-gegen-eins“, gehören laut Mertens zu Costas Stärken. „Er ist Linkshänder, das ist im Handball immer etwas Besonderes. Mit 17 Jahren schon so abgebrüht zu sein, ist auch nicht schlecht“, fügte der Linksaußen hinzu. (Die Topscorer der Handball-WM)

Auch Kikos 20 Jahre alter Bruder Martim Costa gehört Portugals WM-Kader an. Bei Sporting sind sie ebenfalls Teamkameraden. Martim, der als Rechtshänder in linken Rückraum agiert, ist allerdings nicht mit derart viel Talent wie sein jüngerer Bruder gesegnet.

„Surreal“, „eine Ausnahmeerscheinung“

„Francisco Costa ist tatsächlich ein Handball-Wunderkind“, twitterte ein portugiesischer Handball-Fan nach dem Sieg gegen Ungarn. „Er ist surreal“, meinte ein anderer. „Unfassbar, was für eine Ausnahmeerscheinung“, schrieb ein Dritter.

Portugal arbeitet sich aufgrund von exzellenter Jugendarbeit kontinuierlich in die Elite des Welt-Handballs vor. Noch vor ein paar Jahren konnte das südwesteuropäische Land als Handballzwerg bezeichnet werden.

Costa bald ein ganz Großer? „Ja, absolut“

Doch Talente wie die Costa-Brüder sorgen für eine bemerkenswerte Entwicklung. Ob es bei dieser WM schon zu einem großen Coup reicht, ist fraglich.

Künftig muss man die Portugiesen allerdings als Medaillenkandidaten auf dem Zettel haben. Denn mit Francisco Mota da Costa reift ein kommender Superstar heran, der sicherlich auch bald bei einem Top-Klub aufschlagen wird. (NEWS: Alles Wichtige zur Handball-WM)

Die SPORT1-Nachfrage, ob der 17-Jährige ein ganz Großer werden könne, beantwortete Mertens mit: „Ja, absolut.“