Spurlos verschwunden: Isolierter Indio-Stamm geflüchtet

Im Januar sorgten Bilder eines isoliert lebenden Indio-Stammes für Aufmerksamkeit: Eine Menschenrechts-Organisation hatte einige der Mitglieder aus der Luft fotografiert, um auf die Gefährdung ihres Lebensraumes hinzuweisen. Nun machen die Menschen aus dem brasilianischen Amazonas-Dschungel erneut von sich reden: Der komplette Stamm ist verschwunden. Experten fürchten, dass peruanische Drogenhändler sie vertrieben haben. 

Bewaffnete Rauschgifthändler griffen einen brasilianischen Wachposten an, der zum Schutz des isoliert lebenden Stammes diente. Danach schlugen sie offenbar die Stammesmitglieder in die Flucht. Das vermuten zumindest die Mitarbeiter der FUNAI (Fundacao Nacional do Indio), einer Regierungsbehörde zum Schutz indigener Völker. Im Rucksack eines der peruanischen Drogenhändler hatten sie einen zerbrochenen Pfeil entdeckt. „Pfeile sind wie der Personalausweis für unkontaktierte Indianer. Wir glauben, dass die Peruaner die Indianer zur Flucht gezwungen haben und verfügen über gute Belege dafür“, zitiert die Menschenrechtsorganisation "Survival International" den Leiter der Behörde, Carlos Travassos. „Wir sind besorgter denn je.“

Polizeibeamte fanden in der Nähe der Hütten im westlichen Amazonas-Dschungel fast 20 Kilogramm Kokain. José Carlos Meirelles, Chef des dort ansässigen Wachpostens, berichtete zudem von mehreren Gruppen von Männern, die mit Maschinenpistolen bewaffnet durch den Dschungel streiften. Die Behörden befürchten deshalb, dass Drogenhändler den Lebensraum des Indio-Stammes erobert haben. Neben der illegalen Abholzung des Regenwaldes stellt das eine weitere große Gefahr für isoliert lebende Stämme dar. Alleine im westlichen Amazonas-Dschungel leben nach Angaben von „Survival International“ rund 2.000 Indios ohne Kontakt zur Außenwelt.

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„Es ist eine Katastrophe“, zitiert „Survival Internationall“ Meirelles. Der Wachbeamte und seine Mitarbeiter wollen nun weiterhin in der Nähe des verlassenen Dorfes bleiben, um es zu bewachen. Ob die verschwundenen Stammesmitglieder jemals zurückkehren werden, ist fraglich.

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