Linken-Gemeinderätin geht als halbnacktes Einhorn zur Eröffnung der Remstal-Gartenschau

  • Dieser Auftritt sorgte für Diskussionen

  • Fast nackte Gemeinderätin kam in Einhorn-Verkleidung auf die Bühne

  • Nun hagelt es Kritik und Häme

Das haben die Besucher der Remstal-Gartenschau in Schorndorf wohl nicht erwartet. Eigentlich wollten sie den riesigen Garten betrachten, der anlässlich des Events von 16 Kommunen auf einer Länge von 80 Kilometern für 164 Tage in Szene gesetzt wird. Doch stattdessen erntete Cynthia Schneider alle Blicke. Die Gemeinderätin aus Schwäbisch Gmünd kam in einem freizügigen “Einhornkostüm” auf die Bühne, trug lediglich eine Unterhose, viel Bodypainting-Farbe, Glitzer-Sticker auf den Brustwarzen und ein Horn auf der Stirn. Vor Ort bekam sie für den Auftritt viel Applaus von den Anwesenden. Später folgte Kritik.

Damit hatte sie vor allem auch die Aufmerksamkeit ihrer männlichen Kollegen sicher. Während sie von Oberbürgermeister Richard Arnold stolz präsentiert wurde, posierte auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit der 37-Jährigen für Fotos und schmunzelte über ihre spezielle Erscheinung. Die Männer hatten natürlich wie gewöhnlich einen Anzug an, während Schneider fast nackt zum absoluten Hingucker avancierte.

Im Büro Gemeinderätin. Im Privaten Fantasyfigur. So kam es zu der Vermischung

Beruflich sitzt die 37-Jährige für die Partei Die Linke im Schwäbisch Gmünder Gemeinderat. Privat interessiert sie sich ganz offenbar für Fantasy-Kostüme. Auf ihrem Instagram-Account ist Schneider in verschiedensten Kostümierungen zu sehen, ein Hobby von ihr. Das sei auch mit ein Grund gewesen, weshalb sie sich für diesen besonderen Auftritt entschieden hatte.

Die Ansage für den Eröffnungstag lautete: Jede teilnehmende Kommune sollte sowohl von dem Stadtoberhaupt als auch von einem Maskottchen vertreten werden. Das Wappentier von Schwäbisch Gmünd ist das Einhorn – und so kam es, dass Gemeinderätin Schneider beides in einem darstellte. “Wir wollten gerne das Fabelwesen lebendig machen, das wir im Wappen haben”, erläuterte Cynthia Schneider, die als Gewerkschaftssekretärin bei der IG Metall arbeitet, gegenüber der “Stuttgarter Zeitung”. Mit dem Schwäbisch Gmünder Pressesprecher Markus Hermann habe sie dann festgelegt, in die Rolle eines Einhorns zu schlüpfen. “Nicht, weil sie Stadträtin ist, sondern weil wir wussten, dass sie schon öfter bei Bodypainting-Aktionen mitgemacht und einen Zugang zu dem Thema hat”, so Herrmann.

Künstler Udo Schurr – zweifacher Bodypainting-Weltmeister – setzte dann sein Talent am Körper von Cynthia Schneider ein. Vier ganze Stunden mit Latex und Airbrush-Schminke brauchte es, bis Cynthia Schneiders Körper dem des Fabelwesens glich. Manch ein Twitter-User honorierte die Idee mit Zuspruch:

Kritik wegen zu viel Freizügigkeit

Doch nicht alle wussten die Mühe und das Ergebnis zu würdigen. “Mich hat der Auftritt befremdet, es war respektlos gegenüber Frauen”, äußerte sich Karin Rauscher, Fraktionsvorsitzende Freie Wähler Frauen in Schwäbisch Gmünd, laut der “Bild”-Zeitung. Marietta Hageney, Leiterin des Vereins Solwodi gegen Menschenhandel und Prostitution im Ostalbkreis, sagte: “Ich fand den Auftritt primitiv. Warum haben nicht die Herren die Hosen runtergelassen und sich ein Horn auf den Kopf geschnallt?” Auch in den sozialen Netzwerken herrscht Unmut. “Unsere Kinder kennen das Einhorn anders. Das ist Pornografie. Junge, Junge, und die alten Säcke freuen sich”, schrieb ein User.

Cynthia Schneider sitzt für die Partei Die Linke im Gemeinderat in Schwäbisch Gmünd. (Bild: ddp Images)

Schneider selbst versteht den Ärger jedenfalls nicht: “Die Kinder fanden es toll, wollten alle das Glitzer-Einhorn anfassen und sich etwas wünschen”, sagte sie laut “BILD”.


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