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Steuerklassen 3 und 5 sollen weg: Nur Ehepaare mit diesen Gehältern würden profitieren

Die Steuerklassenreform könnte eine monatliche Mehrbelastung für Ehepaare bedeuten, zeigen Berechnungen des Deutschen Steuerzahlerinstituts. - Copyright: picture alliance / Shotshop | DC 2
Die Steuerklassenreform könnte eine monatliche Mehrbelastung für Ehepaare bedeuten, zeigen Berechnungen des Deutschen Steuerzahlerinstituts. - Copyright: picture alliance / Shotshop | DC 2

Das Steuerklassensystem steht vor einer Reform. Wie im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien vereinbart, soll die bei Ehepaaren beliebte Kombination aus den Steuerklassen 3 und 5 (Ehegattensplitting) in das Faktorverfahren der Steuerklasse 4 umgewandelt werden. Ziel der Reform sei es, die digitale Interaktion zwischen den Steuerpflichtigen und der Finanzverwaltung zu erleichtern. Gleichzeitig soll sie eine einfachere und weniger bürokratische Anwendung des Steuersystems ermöglichen.

Durch die Abschaffung der Steuerklassen 3 und 5 erhofft sich die Ampel außerdem eine gerechtere Verteilung der Steuerlast. Bislang war es nämlich so, dass dem Ehepaar bei einer Zusammenveranlagung zwar insgesamt mehr vom Gesamteinkommen übrig blieb. Allerdings zahlte der einkommensschwächere Partner dafür mehr Steuern als bei einer Einzelversteuerung. Das sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Kritik.

Für wen lohnt sich die Steuerklassenreform?

Was die geplante Steuerklassenreform für Ehepaare bedeutet, hat sich das Deutsche Steuerzahlerinstitut (DSi) des Bundes der Steuerzahler genauer angeschaut. Auf Grundlage des derzeit geltenden Einkommenssteurtarifs sowie der Annahme, dass der Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenkassen bei jeweils 1,7 Prozent liegt, errechnete das DSi für Ehepaare mit zwei Kindern die monatliche Mehrbelastung infolge der Steuerreform.

Lediglich zwei Einkommenskonstellationen profitieren von der Steuerklassenreform. - Copyright: Deutsches Steuerzahlerinstitut (DSi) des Bundes der Steuerzahler
Lediglich zwei Einkommenskonstellationen profitieren von der Steuerklassenreform. - Copyright: Deutsches Steuerzahlerinstitut (DSi) des Bundes der Steuerzahler

Bei den Berechnungen betrachtete das DSi unterschiedliche Einkommenskonstellationen. In den möglichen Szenarien hat Partner A ein Monatsbrutto von 2000 bis 6000 Euro und Partner B verdient nichts oder maximal 2000 Euro im Monat. Das Ergebnis: In fast allen Szenarien steigt die monatliche Steuerlast um mindestens 16 Euro und maximal 467 Euro.

Lediglich zwei Einkommenskonstellationen profitieren laut den DSi-Berechnungen von der Steuerklassenreform. Verdient Partner A 2000 Euro brutto und Partner B 1500 Euro brutto, entsteht im Falle der kombinierten Steuerklassen 3 und 5 eine Gesamtsteuerlast von 154 Euro. Nach der Steuerklassenreform beträgt die Gesamtsteuerlast aber nur noch 131 Euro. Betroffene Paare sparen also monatlich 23 Euro. Ähnliches gilt für Ehepaare, bei denen beide Partner 2000 Euro brutto verdienen. Bei Steuerklasse 3 und 5 beträgt ihre Gesamtsteuerlast 330 Euro, nach der Reform hingegen 222 Euro. Bei dieser Einkommenskonstellation würde das Ehepaar monatlich also 108 Euro weniger an Steuern zahlen.