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Stille Nacht: Wieso auf vielen Weihnachtsmärkten dieses Jahr keine Musik läuft

Weihnachtsmusik gehört zu deutschen Weihnachtsmärkten wie Glühwein oder Reibekuchen. Dieses Jahr bleibt es jedoch auf vielen Weihnachtsmärkten still. Grund dafür ist die neue Abrechnungsstruktur der Musiklizenzorganisation GEMA. In einigen Fällen sind die Tarife massiv gestiegen.

Veranstalter: "1000-prozentige Preiserhöhung"

"Es gibt dieses Jahr keine Musik auf dem Weihnachtsmarkt, weil die GEMA eine Preiserhöhung für Weihnachtsmärkte von über 1000 Prozent gemacht hat", erklärt Jens Schmidt, der einen Weihnachtsmarkt in Berlin veranstaltet.

"Das können wir nicht bezahlen, das können unsere Pächter nicht bezahlen, das wollen unsere Besucher nicht bezahlen", so Schmidt weiter.

In diesem Jahr müssen die Besucher:innen vielerorts auf die festlichen Klänge der Weihnachtslieder verzichten. Viele vermissen die Musik auf den Weihnachtsmärkten.

"Ich finde, ein bisschen Weihnachtsmusik könnte schon sein", sagt eine Besucherin. "Das wäre schon schöner", fügt sie hinzu.

"Es ist Weihnachten, ohne Lieder ist es nicht wirklich so festlich, wie ich es erwarten würde", sagt ein weiterer Besucher.

Einige Weihnachtsmärkte verzichten dieses Jahr ganz auf Musik, während andere versuchen, mit komplexen Maßnahmen die Zahlungen zu umgehen.

Schwere Jahre für Weihnachtsmärkte

Auch die Pächter:innen bemerken den Unterschied. "Man merkt das. Wenn wir mal Musik anhätten, dann würden auch Leute tanzen", erzählt ein Pächter.

Und nicht nur um ausbleibende Tanzeinlagen machen sich die Verkäufer:innen sorgen, sondern auch um ihren Umsatz: Sie befürchten, dass die Leute ohne Musik nicht lange bleiben und weniger Geld ausgeben.

Seit über 600 Jahren gibt es in Deutschland zur Adventszeit Weihnachtsmärkte. Doch die letzten Jahre waren schwer für die Betreiber:innen.

Die Schließungen während der Pandemie, die gestiegenen Energiepreise und die ansteigenden Betriebskosten haben die Ausgaben für Verkäufer:innen und Besucher:innen in die Höhe getrieben. Nun wird auch vielerorts die traditionelle musikalische Untermalung fehlen.