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Studie: Hunde erkennen, ob wir absichtlich gemein sind

Hunde merken, ob Menschen absichtlich gemein zu ihnen sind oder sich nur ungeschickt anstellen. Das hat ein Versuch der Universität Wien gezeigt.

Hunde können offenbar Intentionen ihrer Herrchen einordnen (Symbolbild: Getty Images)
Hunde können offenbar Intentionen ihrer Herrchen einordnen (Symbolbild: Getty Images)

Hunde merken, ob wir ihnen ein Leckerli aus Ungeschicklichkeit oder purer Bosheit vorenthalten. Dies ergab jetzt ein Versuch der Universität Wien, der in einem Tagungsband der Royal Society veröffentlicht wurde.

Damit gehört der beste Freund des Menschen zu einer schmalen Gruppe von Tieren, die menschliches Verhalten einordnen und Intentionen verstehen können. Bisher hatten nur Schimpansen, Kapuzineraffen und Graupapageien in Versuchen zwischen menschlicher Grausamkeit und Unvermögen unterscheiden können.

So funktionierte die Versuchsanordnung

In dem Experiment konfrontierte das Wiener Forschungsteam 96 Haushunde mit zwei Szenarien. In beiden saß eine Wissenschaftlern in einem Käfig. Zwischen Mensch und Hund befand sich ein durchsichtiger Schirm mit Löchern auf Schnauzenhöhe.

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In dem Grausamkeits-Szenario deutete die Forscherin nun an, in schneller Abfolge Wurststückchen durch das Loch zu stecken. Doch bevor der Hund zuschnappen konnte, zog sie jeweils das Leckerli zurück. In der anderen Versuchsanordnung taten die Wissenschaftler so, als wollten sie die Würstchen durch das Loch stecken, ließen sie aber aus scheinbarer Tölpelhaftigkeit fallen. Dann mussten die Hunde in beiden Situationen 30 Sekunden warten, bis sie tatsächlich Würstchen bekamen.

Hunde zeigen mehr Verständnis für Unfähigkeit

Das Endresultat - zunächst kein Leckerli für den Hund - war also bei beiden Szenarien das gleiche, nur die Art und Weise, wie es dazu kam, unterschied sich. Der Versuch zeigte, dass die tierischen Probanden sich auch unterschiedlich verhielten. Bei den "ungeschickten" Menschen zeigten sie mehr Geduld und harrten vor den Löchern aus.

Beim "grausamen" Vorenthalten der Köstlichkeit streiften sie hingegen öfter durch den Raum. Sie verloren schneller das Interesse und hielten sich öfter bei dem Leiter des Versuchs auf, der am anderen Ende des Zimmers, gegenüber dem Würstchenmenschen, platziert war. Ein durch maschinelles Lernen trainierter Algorithmus zeichnete das Verhalten der Versuchstiere auf.

Das schließen die Forschenden aus dem Ergebnis

Laut der Studie ergaben sich aus den Stichproben "konsistente Unterschiede" zwischen den verschiedenen Szenarien. "Unsere Ergebnisse liefern somit einen soliden Beweis dafür, dass Hunde zwischen ähnlichen Handlungen (die zum gleichen Ergebnis führen), aber mit verschiedenen Absichten verbunden sind, unterscheiden", heißt es in dem Paper.

Damit wollen die Forscher einen Beitrag zu der Debatte geleistet haben, ob Hunde menschliche Intentionen lesen können.

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