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Studios treffen Drehbuchautoren: Kein Streik-Ende in Sicht

Ein kleiner Hoffnungsschimmer in Hollywood: in dem seit drei Monaten laufenden Streik der US-Drehbuchautoren ist es am Freitag (Ortszeit) erstmals zu einem Treffen von Vertretern der Gewerkschaft Writers Guild of America (WGA) und der großen Studios und Streaming-Anbieter gekommen, wie US-Medien berichteten.

Doch am 95. Tag des Arbeitskampfes gingen auch wieder Streikposten mit Plakaten und Sprechchören in der Filmmetropole auf die Straße. Die Fronten scheinen weiterhin verhärtet, Anzeichen für ein baldiges Streikende gibt es nicht.

Verhandlungsführerin Carol Lombardini, Vorsitzende der Film- und Fernsehproduzenten (Alliance of Motion Picture and Television Producers/AMPTP), hatte am Dienstag den Gesprächstermin vorgeschlagen. Mit einem Durchbruch rechneten Beobachter nicht, die Zusammenkunft sollte lediglich Weichen für eine weitere Vorgehensweise bei möglichen Verhandlungen stellen. Bis Freitagabend (Ortszeit) wurden zunächst keine Einzelheiten über den Verlauf des Treffens bekannt.

Tausende Streikende vor Universal Studios

Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, sprach am Freitag deutliche Worte. Das Treffen sei eine «ermutigende Entwicklung», aber es sei von entscheidender Bedeutung, eine sofortige Lösung zu finden, sagte die Politikerin in einer Mitteilung. Der Ausstand in Hollywood schade der Wirtschaft und den Menschen. Sie stehe persönlich als Vermittlerin bereit.

Szenen des Streiks (Bild: Reuters)
Szenen des Streiks (Bild: Reuters)

In Los Angeles zogen unterdessen am Freitag Tausende Autoren und Schauspieler als Streikposten vor dem Gebäude der Universal Studios auf, wie «Deadline.com» berichtete. Kommender Mittwoch wäre der 100. Tag der Arbeitsniederlegung.

Nach erfolglosen Verhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen hatten die über 11.000 gewerkschaftlich organisierten Drehbuchautoren Anfang Mai den Arbeitskampf begonnen. Die Schreiber fordern unter anderem Gehaltserhöhungen, höhere Zuschüsse für die Kranken- und Altersversorgung und eine Regelung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI).

Produktion in den USA liegt quasi still

Mitte Juli waren dann auch Zehntausende Mitglieder der Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA nach geplatzten Verhandlungen mit dem Verband der TV- und Filmstudios in den Ausstand getreten. Der Doppelstreik legt Hollywood nahezu lahm. In den USA können derzeit praktisch keine Filme und Serien mehr gedreht werden.

Es ist ein zähes Ringen - die beiden Parteien gehen mit Wortgefechten und Beschuldigungen aufeinander los. Die WGA lancierte am Donnerstag Vorwürfe gegen die Studios, dass diese Gerüchte und Lügen verbreiten würden. Die AMPTP warf der Gewerkschaft «bedauerliche» Rhetorik vor. Der Streik würde Tausenden Menschen im Filmgeschäft schaden, sie würden das sehr ernst nehmen, hieß es in einer Mitteilung der Studios.

Auch Stars wie Jane Fonda streiken mit (Bild: Reuters)
Auch Stars wie Jane Fonda streiken mit (Bild: Reuters)

Beobachter in Hollywood befürchten, dass der Ausstand noch Wochen oder Monate andauern könnte. Es ist der erste Doppelstreik von Schauspielern und Drehbuchautoren in den USA seit mehr als 60 Jahren. Viele Stars gehen auf die Straße. In den letzten Tagen mischten sich Promis wie Jane Fonda, Sean Penn, Bryan Cranston, Anna Kendrick oder Colin Farrell in New York und Los Angeles unter die Streikposten.

Andere spenden in die Kasse der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA zur Unterstützung bedürftiger Darsteller. Laut der «New York Times» kamen durch Stars wie Meryl Streep, George Clooney, Matt Damon, Leonardo DiCaprio, Hugh Jackman, Dwayne Johnson, Nicole Kidman, Julia Roberts, Jennifer Lopez oder Arnold Schwarzenegger in wenigen Wochen über 15 Millionen Dollar zusammen.

VIDEO: Hollywood erlebt ersten Streik der Schauspieler seit Jahrzehnten