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"Super-Schnauzbart" Maduro: Der Präsident von Venezuela als Action-Held

Kinder lieben Superhelden - der Sieg ist ihnen sicher, denn sie kämpfen für das Gute, und das siegt immer.

Jedes Jahr verteilt die sozialistische Regierung Venezuelas Weihnachtsgeschenke an die ärmsten Kinder, und diesmal ist eine Actionfigur mit roten Strumpfhosen, einem blauen Umhang und einem großen Schnurrbart dabei – sicher ist es nur Zufall, dass der Superheld einer Zeichentrickserie aussieht wie Super Schnauzbart Nicolas Maduro, Staatspräsident und Kämpfer gegen den amerikanischen Imperialismus.

Rosa Rodríguez findet die Geschenke unpolitisch: "Für mich ist das keine Kampagne. Für mich ist das eine humanitäre Geste an die Kinder und an die Gemeinschaft, damit sie wissen, dass nicht alles, was gesagt wird, wahr ist. Sie sollten wissen, was wir durchmachen, die schlechten wie die guten Dinge. Für mich ist das keine politische Werbung... Ich bin sehr glücklich und habe es mit Stolz entgegengenommen."

Kritiker sehen darin das Gegenteil – nämlich einen geschmacklosen Versuch, schon Kinder möglichst früh zu indoktrinieren.

Belkis Bolivar ist Mitglied einer Lehrergewerkschaft: "Ich finde es respektlos gegenüber unseren Kindern. Für mich stellen diese Puppen eine Einführung unserer Kinder in den Personenkult von Maduro dar. Und dem kann ich natürlich nicht zustimmen, weil es der Ideologisierung von Kindern dient, die noch nicht wissen, wie man Gut und Böse unterscheidet. Die Kinder mögen die Puppe, und schon setzen sie die Leute, die die Regierung führen, damit gleich."

Im Staatsfernsehen kämpft Super-Schnauzbart gegen einen Donald Trump-ähnlichen Bösewicht, der in einer weissen Villa lebt. In Wirklichkeit kämpft Venezuela gegen die Zustände unter Maduros Herrschaft: jahrelange wirtschaftlichen Rezession, Lebensmittelknappheit und Hyperinflation - Nöte, die Millionen von Menschen zur Migration gezwungen haben.