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"Tatort: Der Mann, der in den Dschungel fiel": Detlev Buck im Fokus

Detlev Buck im Münster-"Tatort: Der Mann, der in den Dschungel fiel" (Bild: WDR/Frank Dicks)
Detlev Buck im Münster-"Tatort: Der Mann, der in den Dschungel fiel" (Bild: WDR/Frank Dicks)

Detlev Buck (61) ist ein Unikat. Kaum ein anderer Schauspieler im deutschsprachigen Raum verkörpert einen solch hohen Wiedererkennungswert wie der in Bad Segeberg geborene ehemalige Landwirt. Wo Detlev Buck draufsteht, ist auch Detlev Buck drin. Immer. Das gilt sowohl für sein Zutun als Schauspieler, als auch für seine Inszenierungen als Regisseur, seine Schreibe als Drehbuchautor und sogar für seine Koordination als Produzent. Sein typischer Humor, seine oft extravagante Art des Spiels, seine in Teilen skurril anmutenden Dialoge und seine bisweilen bizarren Visualisierungen sind so typisch, dass man sich sofort abgeholt fühlt. Vorausgesetzt man mag den eigenwilligen Stil von Buck, der auf seine (wenigen) Kritiker teilweise auch etwas überdreht wirkt.

Nichtsdestotrotz: Seine Werke haben seit Jahrzehnten einen festen Platz in der deutschen Filmlandschaft - und sind nicht mehr wegzudenken. Mit Preisen überhäuft, widmet sich Buck nun einem für ihn ungewohnten Projekt zu: Überraschenderweise ließ er sich zum allerersten Mal in seiner langen Karriere zu einer "Tatort"-Episodenhauptrolle hinreißen. Im Münster-Krimi "Der Mann, der in den Dschungel fiel" mit den ebenfalls schrägen Hauptcharakteren Bourne (Jan Josef Liefers, 59) und Thiel (Axel Prahl, 63) spielt er - natürlich - eine sonderliche Figur, dessen Vita sich im Laufe des Films als immer kurioser herauskristallisiert.

Detlev Buck passt ideal neben Jan Josef Liefers und Axel Prahl

Eine Besetzung, die besser nicht hätte geschehen können. Detlev Buck gesellt sich neben Liefers und Prahl perfekt in den Münster-"Tatort"-Kosmos, der sich seit Jahren weder um Konventionen schert noch den Comedy-Aspekt zu kurz kommen lässt. Ein "Perfect Match": Buck passt zu Münster wie die Faust aufs Auge. Leider scheint es sich allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach nur um eine einmalige Sache gehandelt zu haben. Was schade ist: Selten hat ein Darsteller ein harmonisches und seit Jahren eingespieltes "Tatort"-Duo wie Liefers und Prahl so perfekt ergänzt wie Detlev Buck.

Dabei war es streng genommen gar nicht sein erster "Tatort"-Ausflug: Im Jahr 2021 übernahm er die Regie für den Charlotte-Lindholm-Krimi "Alles kommt zurück". Vielen Beobachtern ist dieser Film wahrscheinlich noch als Udo-Lindenberg-"Tatort" im Gedächtnis. Maria Furtwängler (57) geriet damals in ihrer Paraderolle selbst in den Fokus von Mordermittlern, nachdem ein als Liebes-Abenteuer geplantes Wochenende im Hamburger Hotel Atlantic komplett aus dem Ruder läuft. Udo Lindenberg (77) himself steuerte während der 90 Minuten zwei Songs bei und ist mehrfach zu sehen - genauso wie zahlreiche Lindenberg-Doubles.

Detlev Buck hatte in seinem "Tatort" ebenfalls einen Mini-Auftritt als - natürlich - exzentrischer Bordellbesitzer, ist insgesamt darin aber nur wenige Minuten zu sehen. Dennoch drückte er selbstredend auch diesem "Tatort" seinen unnachahmlichen und vor allem künstlerisch wertvollen Daumen auf. Im neuesten Münster-"Tatort" ist seine Präsenz jedoch noch allgegenwärtiger als im Lindholm-Krimi. Alleine deswegen, weil Detlev Buck in nahezu jeder Szene vor der Kamera präsent ist.

Daher kennt man Detlev Buck

Detlev Buck startete nach Abitur, Zivildienst und Arbeit auf dem Bauernhof seiner Eltern in Schleswig-Holstein Anfang der 1980er-Jahre seine Filmkarriere mit einer kleinen Rolle im Wolfgang-Fischer-Film "Was sein muß, muß sein". Schon mit 21 Jahren drehte er seinen ersten eigenen Streifen, wonach er von 1985 bis 1989 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studierte. Seinen Durchbruch feierte er spätestens mit der Til-Schweiger-Erfolgskomödie "Männerpension" im Jahr 1996, für die er Regie führte, das Drehbuch schrieb und auch selbst eine der Hauptrollen übernahm. Weitere Meilensteine seiner Karriere waren unter anderem "Herr Lehmann", "Sonnenallee", "NVA", "Männerhort", "Mängelexemplar" oder "Rubbeldiekatz" aus dem Jahr 2011.

In den letzten Jahren widmete sich Buck dann in erster Linie der erfolgreichen Kinder-Filmreihe "Bibi & Tina", für die er bereits fünf Kinofilme plus eine TV-Serie inszenierte. Als Produzent trat Buck zuletzt bei dem von Kritikern gefeierten Spielfilm "Sophia, der Tod und ich" in Erscheinung. Das Regie-Erstlingswerk von Charly Hübner (51), mit Dimitrij Schaad (38) und Anna Maria Mühe (38) in den Hauptrollen, basiert auf dem gleichnamigen Roman des Musikers Thees Uhlmann (49).