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Tausende auf der Flucht: Waffenruhe im Sudan um drei Tage verlängert

Im Sudan haben sich die Armee und die paramilitärische Gruppe "Rapid Support Forces" (RSF) auf eine weitere dreitägige Waffenruhe geeinigt. Unter anderem waren die USA und Saudi-Arabien an den Vermittlungen beteiligt. Augenzeugenberichten zufolge sei dennoch vereinzelt weitergekämpft worden.

Am 15. April war der Kampf zwischen den Truppen des de-facto Präsidenten Abdel Fattah al-Burhan und der RSF, die von seinem Stellvertreter Mohammed Hamdan Daglo angeführt wird, ausgebrochen. Zuvor hatten die beiden Generäle noch bei den Militärcoups 2019 und 2021 gemeinsam die Regierung gestürzt.

Bisher wurden bei den Auseinandersetzungen mehr als 500 Menschen getötet, tausende wurden verletzt.

Auch die vorangegangene Waffenruhe hielt nicht durchgehend, beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, sich nicht an die Abmachung zu halten.

Es wird mit hunderttausenden Flüchtenden gerechnet

Dennoch gelang es in dem Zeitraum tausenden Zivilist:innen, aus dem Land zu fliehen, unter anderem in den Tschad und nach Ägypten. Andere Länder nutzten die Waffenruhe, um ihre Staatsangehörigen zu evakuieren und verhalfen auch Sudanes:innen zur Flucht. Internationale Organisationen rechnen mit hundertausenden Flüchtenden.

US-Außenminister Antony Blinken begrüßte per Twitter die verlängerte Waffenruhe.

"Gemeinsam mit internationalen und regionalen Partnern fordern wir die Parteien auf, sich zu verpflichten, die Kämpfe zu beenden und ungehinderten humanitären Zugang zu gewährleisten", so Blinken.

Weitere Konflikte im Westen des Landes

Auch im Westen des Sudans ist die Lage kritisch. Berichten zufolge soll es in der Region West-Darfur zu gewalttätigen Konflikten zwischen den afrikanischstämmigen Masalit und arabischstämmigen Gruppen gekommen sein. Seit Jahrzehnten kommt es in Darfur immer wieder zu ethnischen Konflikten.