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«Starship» kann auch dritten Test nicht abschließen

Brownsville (dpa) - Das größte jemals gebaute Raketensystem hat auch einen dritten Testflug nicht abschließen können. Das unbemannte «Starship» schaffte es nach dem Start vom Weltraumbahnhof im US-Bundesstaat Texas zwar ins All, wurde dann aber beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerstört, wie die Kommentatoren des Livestreams vom Raumfahrtunternehmen SpaceX sagten.

«Glückwunsch an das Team von SpaceX», schrieb Gründer Musk bei der Online-Plattform X, vormals Twitter, die ebenfalls in seinem Besitz ist. «Das Starship hat Orbitalgeschwindigkeit erreicht.» Das Raketensystem werde «das Leben multiplanetarisch machen».

Auch Bill Nelson, Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa, gratulierte SpaceX zu einem «erfolgreichen Testflug». Der deutsche Astronaut Alexander Gerst bezeichnete den Testflug bei X als einen «großen Schritt vorwärts»: «Jedes Mal ein Stück weiter, bis hinter den Horizont!», schrieb Gerst. «Gratulation an das SpaceX-Team für den sehr aufschlussreichen und weitgehend erfolgreichen Testflug ins All bis hin zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre!»

«Starship» schaffte es erstmals in den Weltraum

Geplant war ein rund einstündiger Testflug, anschließend sollten beide Raketenstufen im Meer aufkommen. Die untere Raketenstufe setzte auch zur Landung an, schaffte es dann aber nicht, wie die Kommentatoren des Livestreams berichteten. «Wir haben die Raketenstufe verloren, da müssen wir uns nochmal die Daten anschauen.»

Die obere Raketenstufe schaffte es erstmals, den Weltraum zu erreichen. Dort flog sie dann noch rund eine halbe Stunde lang, bevor sie zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ansetzte. Eine Zeit lang war dieser noch im Livestream zu sehen, dann brach die Verbindung ab. «Wir haben das Schiff verloren», hieß es kurz darauf im Livestream. Trotzdem wurden damit beim dritten Test bereits deutlich mehr Ziele erreicht als bei den bisherigen beiden.

Beim ersten Test im vergangenen April war das komplette Raketensystem schon nach wenigen Minuten explodiert. Beim zweiten Test im November hatten sich die beiden Raketenstufen zwar getrennt und die obere war weitergeflogen, kurz darauf waren jedoch beide separat explodiert.

Musk: Tests sind dazu da, Daten zu sammeln

SpaceX, das private Raumfahrtunternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk, hatte allerdings stets schon im Vorfeld mitgeteilt, dass es bei den Tests vor allem darum gehe, Daten zu sammeln - ganz im Sinne der Firmenphilosophie: «Wenn nichts schiefgeht, gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten.»

Das «Starship» - bestehend aus dem rund 70 Meter langen Booster «Super Heavy» und der rund 50 Meter langen ebenfalls «Starship» genannten oberen Stufe - soll bemannte Missionen zu Mond und Mars ermöglichen. Mit einer Gesamthöhe von 120 Metern ist das «Starship» größer als die Freiheitsstatue. Das System ist so konstruiert, dass Raumschiff und Rakete nach der Rückkehr auf die Erde wiederverwendet werden können. Das insgesamt rund 120 Meter lange System soll künftig weit über 100 Tonnen Ladung transportieren können. Mit dem «Starship» will die Nasa Astronauten auf den Mond bringen. SpaceX hofft, eines Tages bis zum Mars zu kommen.