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The Social Pulse: Kann Ken nur das Eine? Französisches "Barbie"-Poster geht viral

In Frankreich schlägt die PR-Kampagne um "Barbie" hohe Wellen. Stein des Anstoßes ist ein doppeldeutiges Wort auf einem Plakat zum Film.

LOS ANGELES, CALIFORNIA - JUNE 25:  (L-R) Ryan Gosling and Margot Robbie attend the press junket and photo call for
Die Hauptdarsteller von "Barbie": Ryan Gosling und Margot Robbie (Bild: Rodin Eckenroth/FilmMagic)

Die PR-Kampagne um den gleichnamigen Film über die berühmteste Puppe der Welt, "Barbie", läuft auf Hochtouren. In Frankreich hat sie nun einen weiteren Höhepunkt erreicht, wo ein schlüpfriges Detail auf einem Filmplakat für reichlich Wirbel sorgt.

Das Poster hat es in der Tat in sich. Allerdings ist nicht die Abbildung oder Teile davon der Stein des Anstoßes. Zu sehen ist eine leichtbekleidete Barbie, die auf Kens Schulter sitzt, dessen aufgeknöpftes Hemd ebenfalls Haut und Muskeln sehen lässt. Bis hierhin also nichts Ungewöhnliches.

Was ist der Stein des Anstoßes?

Starker Tobak ist vielmehr der dem Bild beigefügte Text. "Sie", also Barbie, steht auf dem Plakat geschrieben, "kann alles tun" ("Elle peut tout faire"). "Er" dagegen, "ist nur Ken" – "Lui, c’est juste Ken". Dieser zweite Satz ist das Schlüpfrige, auf dem die Zunge ausrutscht.

Denn ein augenscheinlich harmloses Wort in diesem Satz hat eine zweite, eine heikle Bedeutung. "Ken" steht in der französischen Umgangssprache für … – wir entschärfen die Übersetzung an dieser Stelle und benutzen statt des harten f-Worts die weiche Wendung "Liebe machen".

Während die omnipotente Barbie also alles tun kann, was sie will, gleichsam nach dem Motto "brave Mädchen kommen in den Himmel, böse Mädchen überall hin", beschränkt sich das Handlungsspektrum des beschränkten Ken nur aufs "Ken", aufs "Liebe machen".

Fauxpas oder Kalkül?

Was hat sich das Filmstudio Warner Bros. dabei gedacht? Gar nichts? Handelt es sich um einen peinlichen Fauxpas? Wohl kaum, eher wird die Kontroverse um den doppeldeutigen Slogan Teil eines PR-Kalküls gewesen sein.

Denn was "Ken" neben dem Offensichtlichen bedeutet, wissen in Frankreich, wie hier und da schon bemerkt wurde, nicht nur einzelne Teile der Bevölkerung, etwa jene mit einer besonderen Affinität zur Umgangssprache. Nein, was das Wort auch meint, ist dort allgemein bekannt.

Margot Robbie als
Margot Robbie als "Barbie" (Bild: ddp/Capital Pictures)

Wie lautet die Stellungnahme von Warner Bros.?

Folglich ist es eher unwahrscheinlich, dass den Verantwortlichen hinter dem französischen Poster dessen anstößiger Subtext entgangen sein konnte.

Wie dem auch war, Warner Bros. hat zu dem Thema bisher lediglich Folgendes, via Stellungnahme an das Filmmagazin The Hollywood Reporter, verlautbaren lassen: "Die Spekulationen um die Marketing-Kampagne von 'Barbie' zeigt, dass die Öffentlichkeit den bevorstehenden Start unseres Films sehr aufmerksam und mit großer Begeisterung verfolgt".

Was sagt die Internetgemeinde dazu?

Lassen wir es also hinsichtlich der Hintergründe der PR-Kampagne dabei bewenden und wenden uns den Reaktionen darauf im Internet zu, wo sich "Aufmerksamkeit" und "Begeisterung" um "Barbie" wie auch um die Vermarktung des Films eindrücklich niederschlägt.

"Dies entspricht zu 100 % meinem Verständnis der Beziehung zwischen den beiden", zwischen Barbie und Ken also, schreibt ein Nutzer auf Twitter. Eine zweite Nutzerin derselben Plattform meint, durch die Kampagne freue sie sich umso mehr auf den Film. Und in einem dritten Kommentar heißt es: "Diese Franzosen und ihre sehr freizügige Kultur. Nette Leute!"

Wovon handelt "Barbie"?

"Barbie" basiert auf der gleichnamigen Puppe von Mattel. Die Erzählung führt in die kunterbunte Welt von Barbie und Ken. Doch nicht alles ist in Barbie-Land so rosig, wie es scheint. Dann verschlägt es die Blondine, die so ungern mit ihren Fersen den Boden berührt, auch noch in die echte Welt, wo sie ihr Selbstverständnis zu hinterfragen beginnt.

Wer sind die Macher vor und hinter der Kamera?

Die romantische Komödie hat eine turbulente Entstehung hinter sich. Mehrfach wechselt die Besetzung vor und hinter der Kamera. Die Titelrolle soll zunächst Amy Schumer und dann Anne Hathaway spielen, für den Regieposten ist zeitweilig auch Patty Jenkins im Gespräch.

Das Rennen machen am Ende Margot Robbie als Barbie und Ryan Gosling in der Rolle Kens. Das Drehbuch stammt – auch das ist bemerkenswert an der Mainstreamproduktion – von den Independent-Ikonen Greta Gerwig und Noah Baumbach. Gerwig führte auch Regie.

"Barbie" ist ab 20. Juli in den deutschen Kinos zu sehen.