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Top-Manager sehen die AfD als ernsthafte Gefahr für Wirtschaft und Arbeitsplätze in Deutschland, laut einer neuen Umfrage

Top-Manager sehen sie als Gefahr für Deutschlands Wohlstand: AfD-Chefin Alice Weidel. - Copyright: Picture Alliance
Top-Manager sehen sie als Gefahr für Deutschlands Wohlstand: AfD-Chefin Alice Weidel. - Copyright: Picture Alliance

Deutschlands Top-Manager sehen die AfD als eine große Gefahr für Deutschland. Dies bezieht sich sowohl für das Land allgemein als auch für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und damit die Arbeitsplätze und den Wohlstand. Das zeigt das neue Elite-Panel des Instituts für Meinungsforschung Allensbach im Auftrag von FAZ und Capital.

Knapp 80 Prozent der Befragten Top-Entscheider aus Wirtschaft und Politik sehen das Erstarken der AfD als eine ernsthafte Gefahr für Deutschland. Die Sorge vor einem wachsenden Einfluss der AfD hat damit deutlich zugenommen. Als die Allensbacher Meinungsforscher 2016 zum ersten Mal nach dem Erstarken der AfD fragten, hielt eine Mehrheit der ranghöchsten Entscheider in Deutschland die Sorge hinsichtlich der neuen rechtspopulistischen Partei noch für überzogen. Schon 2019 hatte sich das Bild gewandelt. Weitere vier Jahre später sind nur noch 20 Prozent der Auffassung, die Sorge vor der AfD sei überzogen.

Die Chancen, dass sich die neue linke Partei „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) etabliert, stehen aus Sicht des Panels bei etwa 50 zu 50. In der Einschätzung unterscheiden sich die Befragten aus Politik und Wirtschaft kaum. Zuletzt hatte das Umfrageinstitut Insa dem BSW bei der Anfang September anstehende Landtagswahl in Thüringen, aus dem Stand 17 Prozent der Stimmen zugetraut. Forsa sieht das BSW bundesweit aktuell bei vier Prozent.

AfD und die Wirtschaft: Die Sorge wächst

Die aktuelle Allensbach-Umfrage zeigt einen dramatischen Vertrauensverlust der Elite in die regierende Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP. Ihre Arbeit bewerten nur noch zehn Prozent der Befragten positiv. 84 Prozent sind von der Politik der Ampel enttäuscht. Seit der ersten Umfrage zur Ampel im Sommer 2022 ist dies ein dramatischer Ansehensverlust.

Dennoch ist eine große Mehrheit von fast zwei Dritteln der Top-Entscheider gegen vorgezogene Neuwahlen. Dafür sprechen sich nur 34 Prozent aus. Von den schlechten Werten der Regierung und der Furcht vor der AfD können die oppositionelle CDU und ihr Vorsitzender Friedrich Merz bei den Eliten kaum profitieren. Bei der Frage, wer ein besserer Kanzler wäre, liegt SPD-Amtsinhaber Olaf Scholz mit 49 Prozent sogar immer noch knapp vor Merz mit 47 Prozent. Die Befragten aus der Wirtschaft sehen dagegen Merz mit 54 Prozent vor Scholz mit 41.

Das Elite-Panel ist nach Angaben ihrer Auftraggeber die am prominentesten besetzte repräsentative Umfrage in Eu­ropa. Seit mehr als 30 Jahren befragt Allensbach zweimal im Jahr Spitzenpolitiker und -manager sowie Leiter großer Behörden. Diesmal hätten 485 Personen teil­genommen, darunter 121 Geschäftsführer, 69 Inhaber und 127 Vorstandsvorsitzende, 19 Ministerpräsidenten und Minister, 50 Partei- und Fraktionsvorsitzende und 26 Leiter von großen Behörden.