"Tritt in den Unterleib": Gastronom fühlt sich von Frank Rosin schwer gekränkt

·Lesedauer: 3 Min.
Nimmt kein Blatt vor den Mund - auch wenn's mal wehtut: Frank Rosin. (Bild: kabel eins / Willi Weber)
Nimmt kein Blatt vor den Mund - auch wenn's mal wehtut: Frank Rosin. (Bild: kabel eins / Willi Weber)

Auf tiefe Verzweiflung, aber auch den Stolz eines Profis, der sich in seiner Ehre gekränkt fühlte, stießen Sternekoch Frank Rosin und sein Team in der aktuellen Folge der kabel-eins-Doku "Rosins Restaurants". Keine leichte Aufgabe, die da im Gasthof mit dem klangvollen Namen "Harmonie" wartete ...

"Ich hab' Angst, dass er jetzt ganz zusammenbricht!" Leena Penkwitt (33) war mit ihren Nerven am Ende, als sie sich mit einem traurigen Bewerbungsvideo an kabel eins und die Sendung "Rosins Restaurants" wandte. Zwischen ihr, ihrer Tochter Ashley (15) und ihrer Schwester Levke Stellmacher (31) gebe es im Grunde kein anderes Thema mehr als die Sorge um den Papa beziehungsweise Opa, dem die Coronakrise eine finanzielle Misere extremen Ausmaßes beschert hatte und die ihn auch psychisch extrem mitnahm.

Vormals war sein "Landgasthof Harmonie" eine Institution im 800-Seelen-Ort Barlt in Schleswig-Holstein. Hier wurden Hochzeiten gefeiert und andere Veranstaltungen abgehalten - der Saal des Hauses war regelmäßig ausgebucht gewesen. Seit Corona war an volle Häuser aber natürlich nicht mehr zu denken. Und der Lieferservice, auf den Frank Penkwitt sich deshalb notgedrungen spezialisierte, wurde mehr schlecht als recht angenommen.

Aus Norddeutschland erreichte Frank Rosin der dramatsiche Hilferuf zweier Schwestern. (Bild: kabel eins / Willi Weber)
Aus Norddeutschland erreichte Frank Rosin der dramatsiche Hilferuf zweier Schwestern. (Bild: kabel eins / Willi Weber)

Dramatischer Hilferuf: "Wir haben Angst, dass Papa wieder geht ..."

"Wir haben Angst, dass Papa wieder geht ...", so Leena Penkwitt. Offenbar ist Flucht ein bereits bekanntes Verhaltensmuster ihres Vaters, wenn es irgendwo schwierig wird. Würde es ihm nicht gelingen, das Lokal zu retten, würde er sich sicher "wie ein Versager" fühlen, glaubte die Tochter, und tatsächlich wählte ihr Vater später genau diese Worte und bestätigte, im Fall der Fälle irgendwohin abhauen zu wollen: "Österreich, Nordseeküste, Nordrhein-Westfalen ..."

Doch bevor er Frank Rosin (54) das gestehen konnte, wurde er von diesem erst mal heimlich über einen Bildschirm beobachtet. Auch das übliche Testessen wurde diesmal als normale Essensbestellungen getarnt, bei deren Zubereitung der Sternekoch zuguckte, um sich ein Bild von der Arbeitsweise seines Namensvetters zu machen. Die wirkte auf ihn lust- und lieblos: "Der macht so'n sehr eingefahrenen Eindruck."

"Das ist gute Hobbyküche. Aber keine Profiküche!"

Als Frank Rosin ihn schließlich überraschte, wirkte Frank Penkwitt zunächst durchaus (norddeutsch zurückhaltend) erfreut, bekam dann aber sehr bald einen "Tritt in den Unterleib", wie er es nannte. Denn der Stargast versuchte selbst von den Speisen und urteilte: "Das ist gute Hobbyküche. Aber keine Profiküche!" So gefasst er sich zunächst gab, in dem ausgebildeten Koch schien es zu brodeln, denn im Laufe der Sendung kam er immer wieder auf den Begriff "Hobbyküche" zu sprechen, der ihn offenbar tief getroffen und verletzt hatte.

Nichtsdestotrotz musste er zugeben: "Ich bin kein Koch, der mit der Zeit gegangen ist." Er habe versäumt, sich weiterzubilden und hatte von neueren Foodtrends keine Ahnung. Das Wort "Salat-Bowl" etwa kannte er zu Frank Rosins Entsetzen gar nicht. "Ich bin stehengeblieben. Mir fehlt 'ne Inspiration", gab Frank Penkwitt sich kleinlaut und ließ sich auf eine gemeinsame Kochsession mit dem Sternekoch ein. Der zeigte ihm, wie er seinen klassisch norddeutschen Gerichten wie Kohlrouladen oder Krabbensuppe einen besonderen Pfiff verleihen konnte.

Frank Rosin gesteht: "Das war reine Provokation"

Eine andere "Baustelle" waren seine viel zu niedrig kalkulierten Preise. Nur zögerlich erklärte sich der ""Landgasthof Harmonie"-Betreiber, sie anzuheben. Erst mussten ihm auch seine Töchter gehörig den Kopf waschen. Und dann war da noch der neue, von Ausstatter Flo Kogler (39) schick gestaltete Food-Container auf dem Parkplatz vor dem Lokal, von dem die Familie fortan die frisch gekochten, vakuumverpackten Speisen als hochwertige Fertigprodukte verkaufen konnten ...

Diese kamen bei den Testessern ausgesprochen gut an. Statt wie beim ersten Testessen mit nur drei, wurden diesmal die Gerichte mit vollen fünf Sternen bewertet. Was den Boss der "Harmonie" aber vielleicht fast noch mehr freute, war das Geständnis von Frank Rosin zum Thema "Hobbyküche": "Das war eine reine Provokation", er nehme das auch wieder zurück. Ein etwas fieser Weckruf also sozusagen. Doch wie heißt es so schön? Der Zweck heiligt die Mittel ...