TV-Doku über Folgen der Wegwerfgesellschaft: Wer hält die Müllflut auf?

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Den Plastikmüll findet man in allen Ökosystemen rund um den Erdball, von der Arktis bis in die Antarktis. Jährlich überfluten zehn Millionen Tonnen Plastikmüll die Weltmeere. (Bild: 3sat / ZDF / SWR)
Den Plastikmüll findet man in allen Ökosystemen rund um den Erdball, von der Arktis bis in die Antarktis. Jährlich überfluten zehn Millionen Tonnen Plastikmüll die Weltmeere. (Bild: 3sat / ZDF / SWR)

Die heutige Wegwerfgesellschaft produziert immer mehr Müll. Vor allem Plastikabfälle verseuchen die Umwelt. Doch wie lässt sich ein "Kampf der Müllflut", so der Titel einer neuen 3sat-Dokumentation, sinnvoll angehen?

Es gibt mittlerweile sechsmal mehr Plastik als Plankton im Meer. Zersetzt zu Mikroplastik breitet es sich mit den Meeresströmungen in nahezu alle Meeresregionen aus. Selbst in der Arktis und Antarktis, in Tiefseegräben und anderen entlegenen Gebieten sind inzwischen Plastikreste zu finden. Die Erde erstickt in einer "Müllflut". Zahlen belegen das. Wurden 1950 weltweit etwa zwei Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert, sind es heute bereits 400 Millionen Tonnen. Doch wie dieser enormen Belastung für die Umwelt und nicht zuletzt der Gesundheit der Menschen begegen?

Die Dokumentation "Kampf der Müllflut", die am Donnerstag, 27. Mai, 20.15 Uhr, im Rahmen der 3sat-Reihe "wissen aktuell" in Erstausstrahlung zu sehen ist, beleuchtet nicht nur, was verquer läuft in der Müllkreislaufwirtschaft hierzulande. Es werden auch mögliche Auswege aus der Misere aufgezeigt.

Als Beispiel dient, dass in der Bevölkerung kaum jemand genauer weiß, was in welche Tonne gehört, was recycelt werden kann und was nicht. In der Folge hebeln "Fehlwürfe" das Trennungssystem in Recyclingbetrieben aus. Und so werden gut 50 Prozent der anfallenden Kunststoffabfälle einfach verbrannt. Das Schlimme daran: Giftige Filterstäube und Verbrennungsschlacken bleiben zurück und müssen deponiert werden. Nur knapp ein Viertel aller Hausmüllabfälle wird tatsächlich recycelt.

In den 1950er-Jahren wurden weltweit circa zwei Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert. Heute sind es bereits 400 Millionen Tonnen. (Bild: 3sat / ZDF / SWR)
In den 1950er-Jahren wurden weltweit circa zwei Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert. Heute sind es bereits 400 Millionen Tonnen. (Bild: 3sat / ZDF / SWR)

Was ist mit Elektroschrott?

Doch der Film bietet auch Lösungsvorschläge. Um Plastik in der Umwelt abzubauen, experimentieren Forscher mittlerweile auch mit Algen und Bakterien. Deren Enzyme sollen das Plastik zersetzen, hoffen die Forscher. Andere Wissenschaftler versuchen, Biokunststoffe zu entwickeln, kompostierbar und umweltschonend.

Ist auch "Zero Waste", ein neuer Weg, um die Welt aus dem Dilemma zu befreien? - Schließlich geht es nicht nur um Plastikmüll. In der ganzen Debatte um Kunststoffabfälle sollten auch andere Problembereiche nicht aus den Augen verloren werden. Auch das Problem Elektronikschrott wird im Film angesprochen. Die Entsorgung der Masse an einschlägigen High-Tech-Produkten auf Müllhalden in der "Dritten Welt" gefährden die Gesundheit vieler Menschen, wird in dem Beitrag verdeutlicht. Auch für die Endlagerung von Giftmüll, insbesondere von Atommüll, fehlen die Lösungen.

Es ist leider so: Die Menschen leben heute in einer Wegwerfgesellschaft und produzieren immer mehr Müll. (Bild: 3sat / ZDF / SWR)
Es ist leider so: Die Menschen leben heute in einer Wegwerfgesellschaft und produzieren immer mehr Müll. (Bild: 3sat / ZDF / SWR)
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