Umstrittenes Urlaubsvideo: Fünfjähriges Mädchen schwimmt mit Haien

Dieses Urlaubserlebnis wird Anaia Barnes vermutlich nie vergessen: Das fünfjährige Mädchen planschte munter im Meer vor den Bahamas herum – zwischen mehreren freischwimmenden Haien. Die Eltern gerieten nicht etwa in Panik oder zogen das Mädchen aus dem Wasser - im Gegenteil: Sie ermutigten die Fünfjährige und veröffentlichten stolz ein Video ihrer waghalsigen Tochter auf Youtube.  Der Clip sorgt nun im Internet für große Aufregung. Kritiker werfen den Eltern Verantwortungslosigkeit vor.

Auf dem YouTube-Video, das Elena Barnes veröffentlicht hat, ist unter anderem zu sehen, wie ihre fünfjährige Tochter Anaia ohne Schutzbekleidung inmitten mehrerer Haie schnorchelt. Das Hai-Schwimmen gehörte zu einem Touristen-Ausflug, an dem die amerikanische Familie während ihres Bahamas-Urlaubs teilgenommen hatte. Kurz zuvor sah die Familie noch belustigt zu, wie die Haie ins Wasser geworfene Fleischstücke mit mächtigen Kiefern zerfetzen.

Das Video sollte wohl eine nette Urlaubserinnerung sein. Doch seit es im Internet die Runde macht, sieht sich die Familie scharfer Kritik ausgesetzt. In zahlreichen Kommentaren werfen Nutzer den Eltern vor, ihre Tochter völlig verantwortungslos in große Gefahr gebracht zu haben. „Den Eltern ist Publicity wichtiger als ihre eigenen Kinder“, lautet einer der Vorwürfe. Und in der Tat erhalten Elena und ihr Ehemann David Barnes derzeit immer wieder Interview-Anfragen und treten in Talk Shows auf. „Selbst perfekt trainierte Tiere können jederzeit außer Kontrolle geraten“, kommentiert ein weiterer Nutzer. „Erwachsene dürfen so leichtsinnig sein, wie sie möchten. Aber Eltern haben die Pflicht, nicht fahrlässig zu handeln und ihre Kinder vor gefährlichen Situationen zu schützen“, so Ericka Sóuter, Redakteurin beim Internetportal für Mütter, „cafemom.com“, gegenüber dem TV-Sender „ABC News“.

Die stolzen Eltern: "Das Leben ist zu kurz, um langweilig zu sein"


Der Tauchgang des Mädchens ist im übrigen nicht der einzige Kritikpunkt an dem Video: Auch die Art und Weise, wie die Touristen und Führer mit den Haien umgehen, wirft Fragen des artgerechten Umgangs auf: Damit die Tiere beim Fressen von den umstehenden Touristen über dem Wasser fotografiert werden können, werden ihnen an Seilen befestigte Fisch-Happen angeboten. Beißen die Haie zu, wird die Nahrung an den Seilen aus dem Wasser gezogen – woraufhin die Tiere erneut nach der Beute schnappen.

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Die Reaktion der Eltern auf die kritischen Stimmen: „Das Leben ist zu kurz, um langweilig zu sein“, erklärte Anaias Vater gegenüber „ABC News“. „Jeder einzelne Tag unseres Lebens birgt Gefahren. Ich mache mir mehr Sorgen darüber, ob es in Schulbussen Sicherheitsgurte gibt.“ Als Eltern wollten sie den "Abenteurergeist" in ihrer Tochter fördern. Des Weiteren erklärt Elena Barnes, sie und ihr Mann hätten sich zuvor ausführlich mit den Risiken des Unterfangens beschäftigt. Laut Haiexperten würden die  Tiere – Zitronen-, Ammen- und Karibische Riffhaie –, mit denen Anaia im Wasser planschte, nur selten aggressives Verhalten zeigen. Zudem sei die ganze Zeit über ein Aufpasser bei ihrer Tochter gewesen.  Die Touristen-Attraktion werde seit zwanzig Jahren angeboten, ohne dass etwas passiert sei.

Abenteuerlicher Wasserspaß oder unglaublicher Leichtsinn? Überzeugen Sie sich selbst: Hier das Video der Familie Barnes in voller Länge. Der Hai-Ausflug der 5-jährigen Anaia ist in der zweiten Hälfte zu sehen.