US-Navy sichtete fast täglich UFOs

Moritz Piehler
·Freier Autor
Ganz so deutlich wie in dieser 3D-Animation waren die Sichtungen der Navy-Piloten nicht. (Symbolbild: Getty)
Ganz so deutlich wie in dieser 3D-Animation waren die Sichtungen der Navy-Piloten nicht. (Symbolbild: Getty)

Es muss den Piloten wie eine Begegnung der dritten Art vorgekommen sein. Bei Flügen vor der US-Ostküste tauchten plötzlich unbekannte Flugobjekte auf. Und kamen fast täglich wieder.

Mulder wusste es in “Akte X” schon immer. Es ist bei so einem unendlich weiten Universum extrem unwahrscheinlich, dass es außer der Menschheit auf dem relativ kleinen Planeten Erde niemanden da draußen gibt. Gerade veröffentlichte Berichte der US-Navy nähren den Glauben all derer, die davon ausgehen, dass wir nicht allein im Universum sind. Und auch wenn vermutlich auch hier eine allzu irdische Erklärung dahinter steckt, bleibt die Angelegenheit bislang ziemlich mysteriös: So sollen 2014/2015 einige Piloten über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg Unbekannte Flugobjekte (UFOs) vor der US-amerikanischen Ostküste beobachtet haben.

Die seltsamen Maschinen seien fast den ganzen Tag dort im Luftraum zu sehen gewesen, berichtet etwa Navy-Lieutenant Ryan Graves in der New York Times. In einer Höhe von etwa 9000 Metern hätten die UFOs Hyperschallgeschwindigkeit erreicht. Das entspricht Mach5, also über 6000 Stundenkilometern. Auf der Erde sind Flüge mit Mach5 bisher fast nur unbemannt umgesetzt worden, bei Raketen etwa. Boeing stellte im vergangenen Jahr ein Hyperschallkonzept vor, dass einen Passagierflug von London in zwei Stunden nach New York bringen würde. Ein Hauptproblem ist dabei aber die notwendige Energieversorgung, die die Frage aufwirft, wie sich die gesichteten Flugobjekte so lange in der Luft halten konnten: “Bei der Geschwindigkeit, die wir beobachtet haben, sind zwölf Stunden in der Luft etwa elf mehr, als wir erwarten würden”, sagt Lt. Graves.

Und das, obwohl keine sichtbaren Antriebsquellen oder Motoren zu sehen gewesen seien. Nicht mal per Infrarot ließen sich Kondenzstreifen oder Abgase nachweisen. Zwischen Sommer 2014 und März 2015 waren die unerklärbaren Flugobjekte fast täglich von Navy-Aufklärungsfliegern beobachtet worden, wie jetzt die New York Times berichtet. Einmal sei es sogar fast zu einem Zusammenstoß gekommen, ein Super Hornet Kampfjet, wie ihn auch Graves fliegt, schrammte im Winter 2014 nur knapp an einem der UFOs vorbei, wie aus einem offiziellen Navy-Bericht hervorgeht.

Im Sommer 2015 gelang es einigen Piloten, Videoaufnahmen zu machen:

Fortgeschrittenes Drohnen-Programm?

Zunächst hielten die Piloten die Sichtungen auf dem Radar für Systemfehler, dann für ein geheimes fortgeschrittenes Drohnen-Programm. Doch was steckt nun letztlich dahinter? Bei vielen bisherigen Sichtungen von “fliegenden Untertassen” ließen sich oft physikalische Erklärungen und Naturphänomene finden. Diesmal ist das Pentagon zumindest insoweit alarmiert, als dass es neue Richtlinien für die Registrierung von unidentifizierten Flugobjekten herausgab. Denn neben Lt. Graves meldeten noch vier weitere Piloten, bei Manövern vom Flugzeugträger Theodore Roosevelt in diesem Zeitraum UFOs gesichtet zu haben.

Tatsächlich gab es im US-Verteidigungsministerium eine kleine eigene Abteilung, über die kaum etwas bekannt ist und die sich genau diesem Zweck widmete. Das “Advanced Aerospace Threat Identification Program” (Programm für die Identifikation von Gefahren im Luftraum) sammelte und analysierte alle Vorfälle ähnlicher Art, seit es 2007 gegründet wurde. Allerdings existiert das Programm seit 2012 offiziell nicht mehr. Dass irgendjemand im Pentagon aber durchaus aufmerksam beobachtet, was sich über dem Atlantik vor der eigenen Küste abspielt, zeigt das neue Richtlinien-Memo, dass an die Navy ausgegeben wurde.

Für einige Piloten der Roosevelt waren die Aufeinandertreffen mit den UFOs in jedem Fall sehr beeindruckend. Als der Flugzeugträger in den Nahen Osten verlegt wurde, endeten auch die UFO-Sichtungen. In einer neuen sechsteiligen Doku des Senders History Channel sprechen die Kampfjetflieger aber nun über ihre unerklärlichen Begegnungen.