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Vermeintlicher "Spiegel"-Artikel über Harald Lesch: Correctiv enttarnt Bitcoin-Beitrag als Fake

Momentan macht ein vermeintlicher "Spiegel"-Beitrag über ZDF-Moderator Harald Lesch ("Terra X", "Lechs Kosmos") die Runde. Bei "Markus Lanz" soll er eine Bitcoin-Software beworben haben. Der Artikel ist jedoch eine Fälschung. (Bild: ZDF / Johanna Brinkmann)
Momentan macht ein vermeintlicher "Spiegel"-Beitrag über ZDF-Moderator Harald Lesch ("Terra X", "Lechs Kosmos") die Runde. Bei "Markus Lanz" soll er eine Bitcoin-Software beworben haben. Der Artikel ist jedoch eine Fälschung. (Bild: ZDF / Johanna Brinkmann)

Aktuell macht ein vermeintlicher "Spiegel"-Beitrag im Netz die Runde, in dem es um Astrophysiker Harald Lesch geht. In der Sendung von Markus Lanz soll er eine Bitcoin-Software beworben haben. Nun stellte sich heraus: Der Artikel ist eine Fälschung - Leschs Auftritt in der Talkshow hat es so nie gegeben.

Wer in den letzten Tagen durch Facebook scrollte, ist womöglich auf einen vermeintlichen "Spiegel"-Beitrag über Harald Lesch gestoßen. Der Artikel thematisiert einen angeblichen Auftritt des Wissenschaftsjournalisten im ZDF-Polittalk "Markus Lanz" und gibt vor, einen Skandal zu enthüllen. Lesch wird die Aussage zugeschrieben, dank einer Bitcoin-Software könne man "in weniger als vier Monaten" Millionär werden. Doch nichts daran ist zutreffend.

Wie das Investigativ-Netzwerk Correctiv recherchiert hat, handelt es sich bei dem vermeintlichen "Spiegel"-Beitrag um eine Fälschung - und auch das Interview des Astrophysikers mit Markus Lanz hat so nie stattgefunden.

Auch Jan Josef Liefers und Annalena Baerbock wurden Opfer

Bei dem gefälschten Artikel handele es sich laut der Recherchen um die Kampagne eines Unternehmens, das in der Vergangenheit bereits mit Fake-Artikeln über Jan Josef Liefers und Annalena Baerbock aufgefallen ist. Der Beitrag zu Harald Lesch, bekannt aus ZDF-Wissensformaten wie "Terra X" und "Leschs Kosmos", wurde bei "CORRECTIV.Faktencheck" als mögliche Falschmeldung gemeldet.

Trotzdem kursierte er unterstützt durch Werbeanzeigen zuletzt noch immer bei Facebook und wurde laut "Correctiv"-Recherchen mehr als 400.000 Konten in den Feed gespült. Urheber des Ads ist die Facebook-Page "Unified Profit Strategies". Das Profil weist Google als Webadresse aus und ist mit einem Stockfoto als Profilbild versehen.

Perfide Masche: Betrüger kopierten Web-Layout des "Spiegel"

Klickt man auf den Link der Facebook-Beiträge - der manchmal in der Vorschau so aussieht, als würde er zu einem "Welt"-Artikel führen - wird man zur Seite "spiegel-net.org" weitergeleitet. Allerdings ist das nicht die korrekte Domain des Magazins, diese lautet "spiegel.de". Auch das Layout der Seite gleicht auf den ersten Blick dem des "Spiegel". Erst bei genauerer Betrachtung wird deutlich: Die Schriftarten stimmen nicht überein.

In dem Fake-Artikel, dessen Inhalt erfunden wurde, wird Werbung für eine Bitcoin-Software namens Bitcoineer gemacht. Zudem ist mehrmals die Seite verlinkt, auf der persönliche Daten eingegeben werden sollen. Die Plattform "Watchlist Internet" warnte bereits davor: "Wer Finanzgeschäfte über diese Plattform abwickelt, läuft Gefahr, viel Geld zu verlieren."