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"Carota Boys" - die verrückten Fans eines Superstars

"Carota Boys" - die verrückten Fans eines Superstars
"Carota Boys" - die verrückten Fans eines Superstars

Über die Lautsprecher im Medienraum werden während eines Spieltages sämtliche Pressekonferenzen angesagt. Dass Novak Djokovic auf dem Weg zur PK ist oder die Pressekonferenz von Tamara Korpatsch um 16 Uhr in Raum 4 abgehalten wird.

Gerade während der ersten Tage sind diese Ansagen ein stetiges Hintergrundgeräusch. 128 Spielerinnen und 128 Spieler standen in der ersten Runde der Australian Open - und bis auf wenige Ausnahmen gaben sie alle eine Pressekonferenz.

Als am Sonntag um kurz nach 10 Uhr Ortszeit eine Durchsage für eine Pressekonferenz getätigt wurde, horchten dann doch die anwesenden Journalisten auf.

„Um 10.15 Uhr werden ein paar Karotten im Hauptmedienraum anwesend sein“, hieß es. Es brauchte nicht viel Phantasie, um zu ahnen, worum es geht. Es ging um die momentan wohl berühmtesten sechs Tennisfans der Welt.

Ein leicht bizarr anmutendes Spektakel

So saßen sie also nun auf dem Podium. In ihren Karottenkostümen, ihre Gesänge vorführend, die sie später auch noch auf der Tribüne zum Besten gaben. Ein leicht bizarr anmutendes Spektakel, aber die „Karottenjungs“ haben die Sympathien der Tennisfans auf ihre Seite gezogen.

Die „Carota Boys“ haben im vergangenen Jahr für ein neues Level gesorgt. Seit dem Masters-Turnier in Rom kennt man die sechs in Karottenkostümen verkleideten Herren auf den Tennis-Tribünen dieser Welt.

Es war eine eher beiläufige Idee, wie Alessandro Dedominici in einem Video bei Tennis TV erklärte. „Für uns war das einfach eine ikonische Szene, wie Jannik in Wien 2019 die Karotte aß.“

Überall zu finden, wo Sinner aufschlägt

Die Idee war geboren. Es wurden online Karottenkostüme gekauft, in Rom feierten die sechs Jugendfreunde Premiere auf der Tribüne und zogen sogleich die Aufmerksamkeit auf sich. Seitdem sind sie überall dort zu finden, wo Jannik Sinner aufschlägt. Sogar an diesem Sonntag in der Rod Laver Arena.

Es war der letzte Grand Slam, der den sechs Superfans aus dem kleinen Örtchen Revello in Norditalien noch fehlte. Angesprochen auf seine Edelfans sagte Sinner während der Pressekonferenz nach seinem Sieg gegen Botic van de Zandschulp: „Ich habe nicht erwartet, sie hier zu sehen, aber es war schön, sie auf der Tribüne zu sehen.“

Der Südtiroler hat im zurückliegenden Jahr eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Ein Schlüsselmoment war wohl die Zweitrundenpartie bei den French Open in Paris, als er in einem denkwürdigen Match dem Deutschen Daniel Altmaier unterlag.

Australian-Open-Halbfinale gegen Djokovic?

Fortan arbeitete er konstant an seinen Schwächen, verbesserte seinen Aufschlag und seine Vorhand ist ein Schlag, mit dem er jeden Gegner beeindrucken kann.

Bei den ATP Finals in Turin im November sorgte Sinner für Furore. Er besiegte Novak Djokovic in der Vorrunde, zog erst im Endspiel den Kürzeren.

Diese Woche vor heimischer Kulisse scheint den Glauben manifestiert zu haben, dass er alle Gegner besiegen kann. Im Halbfinale in Melbourne könnte er erneut auf Djokovic treffen.

Die Unterstützung durch die Carota Boys dürfte ihm gewiss sein, was Sinner mit einem Schmunzeln quittiert: „Sie sind bald berühmter als ich.“