Verräterischer Screenshot: Wollte die FDP nie eine Einigung erzielen?

Wollte Lindner die Jamaika-Regierung von Anfang an nicht? (Bild: dpa)

Seit die FDP Sonntagnacht ihren Ausstieg aus den Sondierungsgesprächen erklärte, wird über eine Frage spekuliert: Waren die Differenzen wirklich unüberwindbar oder wollte die FDP sowieso keine Jamaika-Koalition? Ein Screenshot spricht für die zweite Version und bringt die Partei in Erklärungsnot.

Christian Lindner hatte die Nachricht vom Ausstieg der FDP aus den Sondierungsgesprächen gerade erst bekanntgegeben, da verbreiteten die Liberalen schon folgenden Spruch über die sozialen Medien: “Lieber nicht regieren als falsch.“ Was eine Erklärung sein und die Gemüter beruhigen sollte, heizt die Debatte jetzt aber zusätzlich an. Das Bild nämlich nährt den Verdacht, dass die FDP nie wirklich vorhatte, Teil einer Jamaika-Koalition zu werden.

Als Dateiname trägt die Grafik nämlich Donnerstag, den 17. November, und wurde damit schon drei Tage vorher zum Senden vorbereitet. Vor diesem Hintergrund scheint es ziemlich unwahrscheinlich, dass der Abgang der FDP nicht Teil einer lange geplanten Strategie gewesen sein soll. Dazu passen auch die Aussagen praktisch aller führenden Sondierungsteilnehmer der anderen Parteien, nach denen die FDP die Verhandlungen völlig überraschend zu einem Zeitpunkt abgebrochen hat, als die größten Hürden überwunden waren.

So fragte zum Beispiel die “Spiegel“-Redakteurin Ann-Katrin Müller: “Liebe FDP, wieso hat eure Grafik das Datum von Donnerstag als Dateinamen? Ach ja, das war der eigentlich letzte Tag der Sondierungen, richtig … Der Abbruch der Gespräche war aber wirklich noch nicht länger geplant, ne, Christian Lindner?“

 

Und auch Katrin Göring-Eckardt von den Grünen fragte sich nach dem Post: “Interessant, warum haben wir dann noch 3 weitere Tage gearbeitet?“ Die FDP-Generalsekretärin Nicola Beer erklärte das bei Twitter so: “Selbstverständlich hat die Social-Media-Abteilung der FDP für alle denkbaren Szenarien verschiedene Plakatlinien vorbereitet, um auf jede Situation schnelle reagieren zu können.“ Wirklich überzeugend klingt das für viele aber nicht.

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