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Videos mit Leichen: Wagner-Söldner ohne Munition an der Front in der Ukraine?

Videos mit Leichen: Wagner-Söldner ohne Munition an der Front in der Ukraine?

Viele, viele Leichen - mutmaßlich von Söldnern der Wagner-Gruppe - sind auf einem auf Telegram verbreiteten Video zu sehen, auf dem die Kämpfer Munition für den Krieg an der Front in der Ukraine verlangen.

Mehr als 30.000 Angehörige der russischen Söldnertruppe Wagner sind laut Schätzungen der US-Regierung in der Ukraine verletzt oder getötet worden sind. Davon seien etwa 9.000 im Einsatz getötet worden, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Freitag bei einem Briefing.

"Wir verlieren unsere Kämpfer jeden Tag: Es wären nur halb so viele, wenn die Militärs uns rechtzeitig mit Waffen und Munition versorgen würden", sagt in dem Video ein Mann in einem weißen Schutzanzug mit Maske. "Lasst uns diesen Krieg führen. Lasst uns unser Land verteidigen."

Journalist Dmitri hat auf seinem Twitter-Konto @wartransalated das Video ins Englische übersetzt.

Prigoschin sagt, er versuche Munition zu bekommen

Bestätigt wurde der Munitionsmangel vom Unternehmer und Chef der privaten Wagner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin, der zuvor immer wieder die militärische Hierarchie Russlands kritisiert hatte. Der 61-Jährige erklärte am Freitag, er klopfe an jede Tür, "um Munition zu bekommen." Und er werde das auch weiter tun, "bis die Jungs alles bekommen, was sie brauchen."

Kürzlich habe er einige Mörser und Panzerabwehrgeschosse aus inoffiziellen Quellen, darunter über einen tschetschenischen Kommandeur, beschaffen konnte.

Prigoschin versprach, dies auch weiterhin zu tun, "selbst wenn sie mir in einem dieser Büros Handschellen anlegen und mich wegen 'Diskreditierung der Streitkräfte' ins Gefängnis stecken". Damit spielte er auf die russischen Gesetze an, die das Kritisieren der "militärischen Operation" in der Ukraine unter Strafe stellen.

Auf Twitter meint ein Analyst, dass das - kurz zuvor veröffentlichte - Video, in dem Wagner-Kämpfer um Waffen betteln, eine Erniedrigung für Jewgeni Prigoschin sei.

Sie seien komplett von der Versorgung mit Nachschub abgeschnitten, sagen die Artilleriekämpfer in dem Video. Die Kämpfer zählten die verschiedenen Kaliber auf, die sie an der Front in der Ukraine benötigten: für Haubitzen und Anti-Panzer-Geschosse. "Wir sind sicher, dass Sie irgendwo in den Lagerhäusern Munition haben. Wir brauchen sie dringend!" Und sie sagten: "Wir machen die Arbeit für Euch, versorgt uns mit Munition!"