Von Washington nach Florida: So lebt Donald Trump ab jetzt

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 4 Min.

Donald Trump verlässt heute das Weiße Haus. Künftig wird er in seinem Ressort Mar-a-Lago in Palm Beach residieren. Dort sind nicht alle von dem neuen Nachbarn begeistert.

Hier wird Donald Trump zukünftig den größten Teil des Jahres wohnen: Das Mar-a-Lago Ressort in Florida. (Bild: REUTERS/Carlos Barria)
Hier wird Donald Trump zukünftig den größten Teil des Jahres wohnen: Das Mar-a-Lago Ressort in Florida. (Bild: REUTERS/Carlos Barria)

Schon am Montag fuhren die Umzugslaster vor der Pennsylvania Avenue 1600 vor, um das Hab und Gut der Familie Trump einzupacken. Die Umzugskolonne machte sich dann auf den fast 1000 Meilen langen Weg nach Süden. An der Südspitze des US-Bundesstaat Florida wird Donald Trump nämlich sein neues Zuhause beziehen.

Dort hat der scheidende US-Präsident ohnehin schon während seiner Amtszeit viel Zeit verbracht. Oft wurde er kritisiert für seine zahlreichen Wochenend- und Golf-Ausflüge nach Florida, in den “Sunshine State”. Nun bezieht er in seinem Ressort Mar-a-Lago ganzjährig Quartier, wenn er das Weiße Haus am Mittwochmorgen (Ortszeit) letztmalig verlässt und sein Nachfolger Joe Biden dort einzieht.

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Schon seit einer Woche laufen die Umzugsarbeiten am Weißen Haus. Hier werden gerade Kartons aus dem Eisenhower Executive Office Building verladen. (Bild: Drew Angerer/Getty Images)
Schon seit einer Woche laufen die Umzugsarbeiten am Weißen Haus. Hier werden gerade Kartons aus dem Eisenhower Executive Office Building verladen. (Bild: Drew Angerer/Getty Images)

10.000 Quadratmeter Luxus

Die riesige Immobilie besitzt Trump schon seit 1985, als er sie zum Spottpreis von zehn Millionen US-Dollar erwarb und zum Golf-Club umgestalten ließ. Das herrschaftliche Anwesen in der Ferienstadt Palm Beach wurde 1927 vom Architekten Joseph Urban entworfen. In Auftrag gegeben hatte den pompösen Bau mit Meerblick die Besitzerin des Lebensmittelkonzerns General Foods Corporation, Majorie Merriweather Post.

Allein die Gebäude haben eine Fläche von 10.000 Quadratmeter, das umgebende Grundstück ist insgesamt 35.000 Quadratmeter groß. Der Wert der Immobilie wird von Forbes inzwischen auf etwa 160 Millionen US-Dollar geschätzt. Neben dem Golfplatz gibt es fünf Tennisplätze, einen fast 2000 Quadratmeter großen Ballsaal und einen Pool mit Meerblick. Trump wohnt zukünftig in einem abgeschlossenen Bereich, in dem es auch einen bombensicheren Bunker geben soll. Die Gegend wird “Billionaire’s Row”, also “Milliardärs Reihe” genannt.

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Trump bei einem Empfang für den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro in Mar-a-Lago im vergangenen März. (Bild: REUTERS/Tom Brenner)
Trump bei einem Empfang für den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro in Mar-a-Lago im vergangenen März. (Bild: REUTERS/Tom Brenner)

Ärger mit den Nachbarn

Laut Washington Post war Trump während seiner vierjährigen Amtszeit mindestens 30 Mal in Florida und hat dort insgesamt 130 Tage verbracht. Immer wieder hatte Trump das Ressort auch beruflich genutzt und dort Staatschefs wie den chinesischen Präsidenten Xi Jinping empfangen. Er war jedoch dafür in die Kritik geraten, da er sich die Nutzung für offizielle Empfänge und Staatsgäste aus staatlichen Mitteln bezahlen ließ. Kritisch sehen auch seine künftigen Nachbarn den Einzug des Ex-Präsidenten. Es hatte sich Widerstand gebildet, nachdem Trump schon 2019 seinen offiziellen Erstwohnsitz aus New York nach Palm Beach verlegt hatte. Damit brach er eine seit 1993 geltende Vereinbarung mit der Gemeinde.

Anwohner aus der Nachbarschaft hatten sich daraufhin zusammen geschlossen und eine Kampagne gegen Trumps Einzug gestartet. Über einen Anwalt ließen sie der Stadt ein Schreiben zukommen, in dem sie forderten, Trump die Privatnutzung des Golf-Clubs zu untersagen. Hohes Verkehrsaufkommen durch die häufigen Besuche, Lärmbelästigung und die Nichteinhaltung von nachbarschaftlichen Verordnungen hatten immer wieder für Ärger gesorgt. Zudem hatte Trump die Gemeinde verklagt, nachdem diese ihm untersagt hatte, das Grundstück aufzuteilen und mehrere Wohnhäuser darauf errichten zu lassen. Die Regularien, denen Trump zugestimmt hat, besagen, dass der exklusive Club nicht mehr als 500 Mitglieder haben darf und niemand sich länger als 21 Tage am Stück in Mar-a-Lago aufhalten kann.

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Trump selbst bezeichnete Mar-a-Lago gerne als sein “Winter White House”, in dem er den Temperaturen und dem Ungemach Washingtons entfliehen konnte. Ob Melania Trump mit ihm gemeinsam nach Florida ziehen wird, scheint indes nicht fest zu stehen. Aus Kreisen der Ex-First Lady heißt es, sie wolle einfach nur nach Hause zurück kehren. Das wäre in ihrem Fall eher New York, als das Anwesen am Golf von Florida.

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