Vorsicht, Trojaner: Diese E-Mails sind gerade gefährlich

Bankkonto leergeräumt, Nutzerdaten geklaut, Passwörter geknackt – Internet-Gauner entwickeln ständig neue Methoden, um unsere Rechner auszuspionieren. Beispielsweise in Form gefälschter E-Mails, die schädliche Anhänge enthalten. Vollständig aus dem Weg gehen kann man den Trojanern zwar nicht, doch man kann sie erkennen lernen und bessere Schutzmaßnahmen gegen sie ergreifen.




Beinahe monatlich wird in der Presse vor neuen Trojanern gewarnt, mittels derer sich Cyberkriminelle Zugang zu fremden Rechnern verschaffen. Im vergangenen Jahr zum Beispiel machten sich die Betrüger die Umstellung der Kontonummern auf das internationale Sepa-Zahlungssystem zunutze: Sie verschickten Phishing-Mails mit gefälschten Absendern wie Paypal oder Sparkasse, um den Empfängern Nutzerdaten und Tan-Nummern zu entlocken. Weiteres Beispiel: die Porno-Abmahnwelle des Portals Redtube, im Rahmen derer Spam-Mails im Namen der vermeintlichen Kanzlei Urmann + Collegen in Umlauf gerieten. Auch diese enthielten Malware.

Gefälschte Rechnungen und Mahnungen

Aktuell stellen E-Mails mit schädlichen Anhängen noch immer ein großes Problem dar – für acht von zehn Virus-Infektionen sind Trojaner verantwortlich. Getarnt als Zahlungsaufforderung, Telefonrechnung oder Mahnung werden sie von vermeintlichen Adressaten wie „Amazon“, der „Deutschen Post“ oder „02“ verschickt, um beispielsweise die Bankdaten der Empfänger auszuspionieren. Oft steht in der Mail ein Hinweis wie: „Weitere Informationen finden Sie im Anhang“. Öffnet der User die angehängte zip-Datei, lädt er sich damit ein schädliches Programm auf den Rechner. Auch von angeblichen Privatadressen verschickte, infizierte Mails mit lustigen Sprüchen oder Grußzeilen machen derzeit die Runde.

Keine angehängten zip-Dateien öffnen

Zum Schutz vor Hackern und schädlichen Programmen sollten Sie die oft in Form von zip-Dateien enthaltenen E-Mail-Anhänge auf keinen Fall herunterladen. Erhalten Sie eine Rechnung oder Mahnung, prüfen Sie die enthaltenen Kunden- und Rechnungsdaten. Stimmen sie nicht überein, löschen Sie die E-Mail am besten sofort. Überhaupt werden Zahlungsaufforderungen von seriösen Unternehmen ohnehin in den meisten Fällen auf dem Postweg und nicht digital verschickt. Oftmals können Sie eine Malware auch schon an der Absenderadresse erkennen – wenn Sie diese nicht eindeutig einzuordnen wissen, sofort die Mail löschen.

Schutzmaßnahmen gegen Viren, Trojaner & Co.

Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht, da Viren, Trojaner und andere Malware wie die Pilze aus dem Boden schießen. Die Absicherung des Rechners mittels eines Virenschutz-Programmes empfiehlt sich jedoch trotzdem. Das beste kostenpflichtige Programm ist derzeit laut einer aktuellen Studie von Stiftung Warentest „G Data Internet Security 2014“ (30 bis 35 Euro), die beste Gratis-Software „Avira Free Antivirus“. Aktualisieren Sie regelmäßig das Betriebssystem und die Programme Ihres Computers und erstellen Sie Sicherheitskopien bzw. Backups.

Mit Hilfe von Passwortmanagern lassen sich zudem sichere Passwort-Codes für E-Mail-Konten, Online-Shops, Online-Banking, soziale Netzwerke & Co. generieren, sicher verwalten und vor Hackern schützen. Angenehmer Nebeneffekt: Die Manager benötigen nur ein einziges Passwort, das man sich vielleicht sogar im Kopf merken kann. Zum menschlichen Gehirn können sich Cyberkriminelle glücklicherweise keinen Zugang verschaffen.


















Der Quellcode eines Computervirus (Bild: dpa)