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Vorwürfe an Klimakonferenz-Präsident: Sultan Al-Dschaber weist Kritik zurück

Der Präsident der Weltklimakonferenz, Sultan Al-Dschaber, hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, er würde die Ergebnisse der Wissenschaft bezüglich des Klimawandels nicht ernst nehmen.

"Ich habe immer mein Leben nach der Wissenschaft ausgerichtet. Das ist eine Tatsache. Die Wissenschaft sagt, dass wir bis 2050 zu Netto-Null-Emissionen kommen müssen. Und wir müssen die Emissionen bis 2030 um 43 Prozent reduzieren. Das bedeutet, 22 Tonnen zu reduzieren, damit das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, in Reichweite bleibt."

Der "Guardian" und das "Centre for Climate Reporting" hatten berichtet, Al-Dschaber habe im November in einer Videoschalte unter anderem mit UN-Vertretern gesagt, es gebe "keine Wissenschaft", die belege, dass der Ausstieg aus fossilen Energieträgern notwendig sei, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

In der Videokonferenz habe er zudem gesagt, Entwicklung ohne die Nutzung fossiler Energien sei nicht möglich, "wenn man die Welt nicht in die Steinzeit katapultieren will".

Weil Al-Dschaber gleichzeitig Chef des staatlichen Ölkonzerns der Emirate ist, steht er wegen eines möglichen Interessenkonflikts massiv in der Kritik.

Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore sagte, dass die Öl- und Gasindustrie einen Fehler gemacht habe, "als sie den CEO eines der größten und, hinsichtlich vieler Gesichtspunkte, schmutzigsten Ölunternehmen der Welt zum Präsidenten der COP28 ernannt hat."

Derweil hat der private ukrainische Energieerzeuger DTEK erklärt, seine Windparkanlage in Mykolajiw erweitern zu wollen. Bisher wurde das Projekt während des Krieges gebaut, wobei die Mitarbeiter rund ein Drittel ihrer Zeit in Luftschutzkellern verbracht hätten, wie der Geschäftsführer Maxim Timchenko erzählt. "Sie arbeiten in Schutzwesten, während Raketen über ihre Köpfe hinwegfliegen. Das sind die Bedingungen, unter denen wir die erste Phase gebaut haben, deshalb sind wir stolz auf diese Leistung."

In Dubai protestierten erneut Klimaschützer, die die Staaten zu mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung aufforderten, wie etwa einen kompletten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas.

Bei einer Aktion auf dem Konferenzgelände kritisierte Luisa Neubauer von Fridays for Future vor allem die Aussagen Al-Dschabers: "Wenn Schlüsselpersonen den wissenschaftlichen Konsens anzweifeln, zieht das den ganzen Verhandlungsprozess ins Lächerliche. Wir sind hier, um die Würde und die Integrität dieser Konferenz zu schützen." Leider müsse man noch immer auf simpelste Erkenntnisse der Klimaforschung hinweisen, die seit Jahrzehnten vorliegen. "Das kann jedes Schulkind verstehen. Das ist lächerlich. Und darüber sind wir wütend."