Vorwurf der Kinderpornografie: Klage gegen Nirvana abgewiesen

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Das Foto des damals vier Monate alten Spencer Elden machte das Cover von "Nevermind" 1991 legendär. (Bild: Universal)
Das Foto des damals vier Monate alten Spencer Elden machte das Cover von "Nevermind" 1991 legendär. (Bild: Universal)

Spencer Elden, der als Baby auf dem legendären Cover von Nirvanas "Nevermind"-Album zu sehen war, hatte wegen des berühmten Nacktfotos Klage gegen die Band eingereicht. Nun scheiterte er vorerst vor Gericht.

Das Cover von Nirvanas Grunge-Klassiker "Nevermind" wurde 1991 genauso schnell Kult wie die Platte selbst. Drauf zu sehen ist ein nacktes Baby, das unter Wasser auf einen Angelhaken mit einer daran befestigten Dollarnote zuschwimmt. Für den Mann, der seinerzeit als Baby für das Motiv abgelichtet wurde, ist das Cover hingegen keine Kunst - sondern Kinderpornografie.

Spencer Elden, so sein Name, reichte deshalb im vergangenen August Klage auf Schadenersatz ein, worauf die überlebenden Nirvana-Mitglieder durch ihre Anwälte einen Antrag auf Abweisung der Klage einbrachten. Die Anwälte von Elden haben die Frist für die Einreichung eines Einspruchs gegen diesen Antrag nun versäumt, woraufhin das zuständige Gericht in Kalifornien die Klage abwies. Elden hat nun bis Mitte Januar Zeit, doch noch Einspruch zu erheben.

30 Jahre nach der Veröffentlichung von "Nevermind" verklagte Spencer Elden die Erben von Kurt Cobain (Bild) und die überlebenden Bandmitglieder. (Bild: Getty Images/Frank Micelotta Archive)
30 Jahre nach der Veröffentlichung von "Nevermind" verklagte Spencer Elden die Erben von Kurt Cobain (Bild) und die überlebenden Bandmitglieder. (Bild: Getty Images/Frank Micelotta Archive)

Kunst oder Pornografie?

Wie mehrere US-Medien berichtet hatten, forderte Elden mindestens 150.000 Dollar von jedem Angeklagten, darunter Dave Grohl, Krist Novoselic und Courtney Love. Weder er selbst noch seine Erziehungsberechtigten seien damals mit der Verwendung des Bildes einverstanden gewesen, so Elden in seiner Klage. Weiter behaupte er, dass es sich bei dem Foto um Kinderpornografie handle. Es sei seitens Band und Management versprochen worden, seine Genitalien mit einem Aufkleber zu bedecken. Dies sei jedoch nie geschehen. Dadurch habe er einen "lebenslangen Schaden" erlitten, erklärt Elden in seinem Statement.

Die Beklagten reagierten mit einer eigenen Stellungnahme, in der sie die Vorwürfe zurückwiesen: "Ein kurzer Blick auf das Foto oder Eldens eigenes Verhalten (ganz zu schweigen von der Präsenz des Fotos in den Häusern von Millionen von Amerikanern, die sich nach Eldens Theorie des Besitzes von Kinderpornografie schuldig gemacht haben) macht dies deutlich."

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