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Vulkangruppe: Was es mit der linksextremistischen Vereinigung auf sich hat

Arbeiter stehen an einem Strommast, der die nahe gelegene Tesla-Fabrik mit Strom versorgt und Opfer eines mutmaßlichen Brandanschlags wurde. Die
Arbeiter stehen an einem Strommast, der die nahe gelegene Tesla-Fabrik mit Strom versorgt und Opfer eines mutmaßlichen Brandanschlags wurde. Die "Vulkangruppe" bekennt sich zu der Tat. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Am Dienstag, den 5. März 2024 wurde es in Brandenburg unweit der Tesla Gigafactory in den frühen Morgenstunden plötzlich dunkel. Grund dafür war ein Anschlag auf einen Strommast in unmittelbarer Nähe, der tagelang dafür sorgte, dass die Fabrik nicht mit Strom versorgt werden konnte. Der Ausfall brachte aber nicht nur den Betrieb bei Tesla zum Erliegen, sondern lenkte auch die Aufmerksamkeit auf eine mysteriöse Gruppe, die den Anschlag für sich reklamiert: die "Vulkangruppe".

Diese linksextreme Gruppierung bekennt sich zu dem mutmaßlichen Brandanschlag und erklärt, damit gegen den amerikanischen Autobauer zu protestieren zu wollen. Dies ist jedoch nicht der erste Vorfall, bei dem die Gruppe mit derartigen Aktionen in Verbindung gebracht wird. Bereits 2021 wurde sie verdächtigt, einen Brandanschlag auf die Stromversorgung der damals noch im Bau befindlichen Tesla Gigafactory verübt zu haben. Doch wer steckt eigentlich hinter der "Vulkangruppe" und was sind ihre Forderungen?

Wer ist die "Vulkangruppe"?

Die Brandenburger Polizei ermittelt mit Unterstützung des Landeskriminalamtes wegen des Verdachts der Brandstiftung bereits gegen die "Vulkangruppe". Im Bekennerschreiben steht die Gruppierung nicht nur zur Tat, sondern erhebt auch schwere Vorwürfe gegen Tesla. Sie sprechen von "extremer Ausbeutung" und äußern den drastischen Wunsch nach "vollständiger Zerstörung der Gigafactory". Weiter beschuldigte die Gruppe Tesla, weder grün, ökologisch noch sozial zu sein und bezeichnete ihr Handeln als Widerstand gegen die "Lüge des grünen Autos". Wer sind diese Leute?

Die "Vulkangruppe" ist eine linksextreme Gruppierung und wurde 2011 gegründet. Sie wird laut "Tagesschau" vom Berliner Verfassungsschutz dem anarchistischen Spektrum zugeordnet. Ihre Ziele sind unter anderem Kabelschächte, Funkmasten und Datenleitungen, mit dem Ziel, die öffentliche Ordnung zu stören und auf die Fragilität von Kommunikation und öffentlichem Leben hinzuweisen. Die Gruppe ändert häufig ihren Namen und veröffentlicht nach Anschlägen Bekennerschreiben. Die Gruppe nannte sich mal "Vulkangruppe Gegen den Fortschritt der Zerstörung". Ein anderes Mal "Vulkangruppe Shut Down The Power".

Der Schaden, den die
Der Schaden, den die "Vulkangruppe" mutmaßlich bei Tesla angerichtet hat, beläuft sich auf mehrere hundert Millionen Euro. (Symbolbild:mSean Gallup/Getty Images)

Felix Neumann von der Konrad-Adenauer-Stiftung ist Extremismus-Experte und hat eine Vermutung, warum das so ist: "Das kann bedeuten, dass es die gleiche Gruppe unter einem anderen Namen ist. Es kann aber auch sein, dass es eine neue Führung innerhalb dieser Gruppe gibt, die dann neue Akzente mit diesem neuen Namen geben möchte", sagte er zu "Tagesschau.de". Im am Dienstag aufgetauchten Bekennerschreiben zum Brandanschlag auf einen Strommast in Brandenburg nenne sie sich beispielsweise "Vulkangruppe Tesla abschalten!". Der Verfassungsschutz schreibt in seinem Bericht des Jahres 2019 allerdings, dass es sich um eine Gruppe von einer gefestigten Struktur handelt. Die Behörde geht bei mehreren Bekennerschreiben von einem "(teil-)identischen Autorenkreis" aus. Die Bekennerschreiben ähnelten sich in Aufbau, Stil und Inhalt. Die genaue Mitgliederzahl und Organisationsstruktur der "Vulkangruppe" ist aber bisher unbekannt.

Reaktionen und Folgen

Auch wenn die "Vulkangruppe" bisher noch nicht weiter bekannt war, sind die politischen Reaktionen groß. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck fordert eine schnelle Aufklärung und verurteilte jegliche Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung, schreibt die TAZ. Innenministerin Nancy Faeser bezeichnet den Anschlag als Tat mit „enormer krimineller Energie“, die „durch nichts zu rechtfertigen“ sei.T esla-CEO Elon Musk kommentierte den Vorfall als das Werk von "entweder den dümmsten Ökoterroristen der Welt oder den Marionetten jener, die keine guten Umweltziele verfolgen". Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke betonte, dass ein Anschlag auf kritische Infrastruktur weitreichende Folgen habe, nicht nur für Tesla, sondern auch für die Menschen und Unternehmen der Region.

Die "Vulkangruppe" verbleibt im medialen Rampenlicht als eine Akteurin, die bereit ist, schwere Straftaten für die Verbreitung ihrer politischen Botschaft zu begehen. Der Schaden am Tesla-Werk beträgt laut dem Unternehmen mehrere hundert Millionen Euro.