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"Wünsch dir was" in der Disney-Version: Das sind die Kino-Highlights der Woche

Wünsch dir was: "Wish" erzählt von dem Mädchen Asha, das mit einer kosmischen Macht in Verbindung tritt. (Bild: 2023 Disney)
Wünsch dir was: "Wish" erzählt von dem Mädchen Asha, das mit einer kosmischen Macht in Verbindung tritt. (Bild: 2023 Disney)

"Saw X", "Holy Shit" und das neue Disney-Abenteuer "Wish", in dem auch die kühnsten Träume Wirklichkeit werden können: Das sind die Kino-Neustarts am 30. November.

"Ich wünsche mir ..." Eine Videospiel-Konsole? Ein Fahrrad? Ein neues Smartphone? Vielleicht wird ja etwas daraus, schließlich ist Weihnachten die Zeit, in der auch mal die etwas größeren Wünsche in Erfüllung gehen. Auch und gerade im Kino: Mit "Wish" hat Disney der Idee des Wünschens jetzt sogar einen ganzen abendfüllenden Film gewidmet. Gut möglich, dass bald auch die Plüschtier-Versionen und sonstigen Merchandise-Artikel rund um das jüngste Abenteuer der "Meisterwerke"-Reihe auf den Wunschzetteln der Kinder landen. Oder, wenn die Kleinen den Film wirklich verstehen: "... Glück und Segen für alle Menschen!"

Außerdem neu im Kino: Mit "Saw X" läuft der inzwischen zehnte Teil der blutigen Torture-Horror-Reihe an, und in der Dokumentation "Holy Shit" widmet sich Regisseur Rubén Abruña dem Thema Nachhaltigkeit aus der Toiletten-Perspektive.

König Magnifico bestimmt, welche Träume in Rosas in Erfüllung gehen und welche nicht. (Bild: 2023 Disney)
König Magnifico bestimmt, welche Träume in Rosas in Erfüllung gehen und welche nicht. (Bild: 2023 Disney)

Wish

"Stell dir einen Ort vor, wo Wünsche in Erfüllung gehen. Wo alles, was dein Herz sich wünscht, wahr werden kann." Dieser Ort ist das magische Königreich Rosas, ein klassisch-märchenhaftes Disney-Zauberland. Simple Tölpel werden hier von einer Sekunde auf die nächste zu strahlenden Rittern, ärmliche Bauernfamilien freuen sich über plötzlich reich gedeckte Tische. Die Macht der Wünsche gibt den Menschen in Rosas Halt.

Die Heldin dieses neuen animierten Musical-Abenteuers (mit Musik von Helene Fischer), hinter dem die Macher von Kassenschlagern wie "Die Eiskönigin" und "Encanto" stehen, ist die 17-jährige Asha. Ihre Träume und Wünsche könnten sympathischer kaum sein: Ihr Opa feiert bald seinen 100. Geburtstag. Wäre es da nicht ganz wunderbar, wenn an diesem Tag im ganzen Königreich Musik erklingen könnte? Eine nette Idee, aber, das ist der Haken: In Rosas kann theoretisch zwar jede Fantasterei Wirklichkeit werden, aber eine Garantie gibt es nicht.

König Magnifico, ein Herrscher mit großen Zauberkräften und noch größerem Ego, erklärt es so: "Die Menschen geben mir ihre Wünsche, und ich gewähre jene, die dem Wohle Rosas dienen." Oder vielleicht doch eher ... dem Wohle Magnificos? Die allermeisten Wünsche, lernt Asha, bleiben in Rosas jedenfalls unerfüllt. Die Willkür und die Selbstherrlichkeit des Königs frustrieren das Mädchen, dann aber kommt, wie so oft in einer guten Disney-Geschichte, von irgendwo ein magisches helfendes Lichtlein herbeigeflogen. Asha tritt in Kontakt mit einer kosmischen Macht, und plötzlich hat es nicht mehr Magnifico alleine in der Hand, welche Wünsche in Erfüllung gehen und welche nicht. Der Machthaber ist außer sich, ruft "Verrat" und macht Jagd auf Asha.

Unterstützt wird die junge Asha von ihrer knuffigen sprechenden Ziege Valentino und einem fliegenden Stern, der seltsame Laute von sich gibt und gerne Unruhe stiftet - zwei Sidekick-Figuren, in die sich viele kleine Zuschauerinnen und Zuschauer sofort verlieben werden. Und vielleicht bleibt am Ende der Inszenierung von Chris Buck und Fawn Veersaunthorn (Drehbuch: Jennifer Lee, Allison Moore) ja auch noch etwas von der positiven Botschaft des Films hängen: Wünsche gibt es in "Wish" überall und die ganze Zeit, aber am Ende geht es natürlich um viel mehr als irgendwelches Spielzeug oder anderen materiellen Kram.

Wohin mit all dem Mist, den acht Milliarden Menschen tagtäglich produzieren? Die Dokumentation "Holy Shit" nähert sich dem Thema auf unappetitliche, aber doch unterhaltsame und sehenswerte Weise. (Bild: Holy Shit/Thurn Film)
Wohin mit all dem Mist, den acht Milliarden Menschen tagtäglich produzieren? Die Dokumentation "Holy Shit" nähert sich dem Thema auf unappetitliche, aber doch unterhaltsame und sehenswerte Weise. (Bild: Holy Shit/Thurn Film)

Saw X

Neun Filme in 17 Jahren bei einem Einspielergebnis von mehr als einer Milliarde Dollar: Die Zahlen des "Saw"-Franchise sprechen eine klare Sprache. Kaum eine Horrorfilmreihe bringt es auf so viele Ableger. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Qualität der blutigen Torture-Horrorstreifen seit Jahren zu wünschen übriglässt. Besonders der Ableger "Saw: Spiral" (2021) wurde an den Kinokassen abgestraft und fuhr mit weltweiten Einnahmen von nur 40,6 Millionen US-Dollar das bisher schlechteste Einspielergebnis der Filmreihe ein.

Objektiv sprach also nicht viel dafür, Jigsaw alias John Kramer (Tobin Bell) noch einmal sein gefürchtetes Spiel spielen zu lassen - also Menschen auf grausamste Art und unter Zuhilfenahme sadistischer Folterapparaturen für deren moralische Verfehlungen zu bestrafen. Und doch feiert die ikonische Gruselfigur nun in "Saw X" ein rundes Kinojubiläum.

Zu Beginn des Zweistünders schlägt Regisseur Kevin Greutert, der auch schon bei früheren "Saw"-Filmen mitwirkte, ungewöhnlich ruhige und nachdenkliche Töne an. Eine Untersuchung beim Arzt konfrontiert John mit der schlimmen Gewissheit: Er leidet an einem Hirntumor und hat nur noch wenige Monate zu leben, bestenfalls. Wer aber nun ein charaktergetriebenes Drama erwartet, sieht sich rasch mit der blutigen Realität konfrontiert.

Als sich eine vermeintliche Wundertherapie irgendwo im Nirgendwo als dreiste Abzocke herausstellt, schwört John Rache und sucht die Verantwortlichen um Cecilia Pederson (Synnøve Macody Lund) mit seiner ganz persönlichen, albtraumhaften Version des Jüngsten Gerichts heim. Spätestens da erfüllt sich die Erwartung, die man immer an einen "Saw"-Film hat: Dann werden im FSK-18-Slasher Därme zu Seilen umgewandelt, Augen aus den Schädeln gesaugt und Körperteile abgesägt - explizit bebildert, versteht sich.

Trotzdem hebt sich "Saw X", inhaltlich zwischen "Saw" und "Saw II" angesiedelt, positiv von den meisten anderen Teilen der Reihe ab. Vor allem, weil sich der zehnte Film nicht wie einige seiner Vorgänger nur am plumpen Gemetzel ergötzt. John Kramer bekommt als Figur endlich echte Ecken und Kanten, die Tobin Bell in einer stoisch-furchteinflößenden Darbietung gekonnt auf die Leinwand bringt. Und mit Cecilia Pederson entwerfen die Macher eine fiese Antagonistin, bei der man immerhin mal sagen kann: Sie hat es wirklich verdient, zu leiden.

Wohin man sieht, über all Sch...e: Bei "Holy Shit" kann einem die Lust auf Popcorn und Chips schnell vergehen. (Bild: Holy Shit/Thurn Film)
Wohin man sieht, über all Sch...e: Bei "Holy Shit" kann einem die Lust auf Popcorn und Chips schnell vergehen. (Bild: Holy Shit/Thurn Film)

Holy Shit

Die Weltbevölkerung schwillt tagtäglich weiter an, über acht Milliarden Menschen tummeln sich mittlerweile auf dem Planeten. Wie soll man die alle satt kriegen? Eine globale Herausforderung, die im öffentlichen Diskurs eine immer wichtigere Rolle einnimmt. Worüber bislang aber nur wenig gesprochen wird: Wohin mit all dem Mist, den diese acht Milliarden Menschen produzieren? Das ist die zentrale Frage eines unkonventionellen neuen Dokumentarfilms von Rubén Abruña.

Der Filmtitel "Holy Shit" deutet es bereits an: Abruña nähert sich dem Thema Überbevölkerung aus einer ganz neuen Richtung an. Aus der Kanalisation heraus, aus den Kläranlagen, die weltweit immer größere Ausscheidungsmassen zu bewältigen haben. Man könnte auch sagen: Wenn der puerto-ricanische Regisseur auf die Welt blickt, sieht er zuallererst einen riesigen Haufen Sch...e.

"Was geschieht mit der Nahrung, die wir verdauen, nachdem sie unseren Körper verlassen hat? Ist es Abfall, der weggeworfen wird, oder eine Ressource, die wiederverwendet werden kann?" - Sicher, die Lust auf Chips und Popcorn könnte vielen Menschen im Kinosaal vergehen, wenn "Holy Shit" läuft. An der Dringlichkeit des Themas, das ebenso informativ wie unterhaltend (Sprecher: Christoph Maria Herbst) umgesetzt wird, besteht aber doch kein Zweifel.

Abruña folgt einer "Fäkalienspur" durch 16 Städte auf vier Kontinenten. Er besucht "Poop Pirates" in Uganda, spricht mit Trockentoiletten-Ingenieuren in Schweden und zeigt innovative Wohnkomplexe in Hamburg und Genf, wo man versucht, aus menschlichen Exkrementen Strom zu erzeugen. So sucht Abruña schließlich auch nach Lösungsansätzen, "die die globale Ernährungssicherheit, den Umweltschutz und die Hygiene verbessern und den Klimawandel eindämmen" sollen. "Holy Shit": nicht gerade appetitlich, aber sehenswert!

John Kramer (Tobin Bell) kehrt mit "Saw X" abermals auf die Leinwand zurück, um Menschen auf seine ganz persönliche, blutrünstige Art zu "bestrafen". (Bild: Lionsgate)
John Kramer (Tobin Bell) kehrt mit "Saw X" abermals auf die Leinwand zurück, um Menschen auf seine ganz persönliche, blutrünstige Art zu "bestrafen". (Bild: Lionsgate)