"Wenn ich wüsste, wo sie sind": Jens Spahn räumt bei Lanz Probleme mit Schutzmasken ein

teleschau
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"Wenn ich wüsste, wo sie sind": Jens Spahn räumt bei Lanz Probleme mit Schutzmasken ein

Atemschutzmasken für Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind in Deutschland bedrohlich knapp geworden. In der Talkshow von Markus Lanz musste Minister Jens Spahn einräumen, das Problem lange Zeit unterschätzt zu haben. Es gibt aber auch gute Nachrichten.

"Ich habe viel gelernt über den Weltmaskenmarkt in den letzten drei Wochen", bekannte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als zugeschalteter Gast bei "Markus Lanz" am Dienstagabend. "Der ist wie der Goldmarkt. Das ist zum Teil abenteuerlich!" Er räumte ein, dass es bei den Schutzmasken in Deutschland ein echtes Problem gibt. Doch Spahn hatte auch gute Nachrichten dabei: In den nächsten Tagen werden Millionen von Schutzmasken an deutsche Kliniken, Ärzte und Pflegeeinrichtungen ausgeliefert! "Es kommt immer wieder etwas rein!" Die sechs Millionen Masken, die für Deutschland bestimmt waren und in den letzten Tagen in Kenia auf ungeklärte Weise verschwunden sind, gehören allerdings nicht dazu. "Wenn ich wüsste, wo sie sind ...", sagte der Minister leicht ratlos.

"Masken sind noch nie knapp gewesen"

"Die Wahrheit ist", sagte Jens Spahn weiter, "das ist gerade kein Markt wie jeder andere." Wer hätte auch gedacht, staunte er, dass für ein Centprodukt auf einmal bis zu achtEuro aufgerufen würden, weil Länder wie USA, China und Indien den Weltmarkt leerkaufen? - In diesem Zusammenhang entschuldigte er sich bei dem deutschen Hersteller von Schutzmasken, der schon im Februar sein Ministerium auf das Problem hingewiesen und nie eine Antwort erhalten hatte. "Wir bekommen jeden Tag viele Hinweise und schaffen es nicht, sie alle zeitnah zu beantworten."

Der Mediziner und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach pflichtete ihm bei: "Masken sind noch nie knapp gewesen. Das ist eine Riesenüberraschung", betonte er. Lauterbach sagte aber auch, dass die Masken nur einer von mehreren Flaschenhälsen seien, die mindestens genauso wichtig seien. "Es werden weitere Schutzkleidungen fehlen, es werden Testkits fehlen oder auch Medikamente."

In anderen Ländern sei es dagegen noch viel schlimmer, vor allem in den USA: "In Amerika wird in drei Wochen eine Situation entstehen, die wir uns alle gar nicht vorstellen können." Er denke, dass es schlimmer werde als in Italien, hoffe aber, dass er sich irre: "Da wird jeder versuchen, sich selbst zu retten, so gut er kann."