Warum ist die Geschwindigkeit beim Tacho und Navi im Auto unterschiedlich?

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·Freie Autorin
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Wer im Auto in Sachen Tempo sowohl Tacho als auch Navigationsgerät im Auge behält, merkt schnell: Die angezeigten Geschwindigkeiten unterscheiden sich teilweise deutlich. Aber warum ist das eigentlich so? Und welches Gerät ist zuverlässiger?

Zeigt der Tacho die genaue Geschwindigkeit an? (Bild: Getty Images)
Zeigt der Tacho die genaue Geschwindigkeit an? (Bild: Getty Images)
  • Tacho und Navigationsgerät zeigen beim Fahren oft unterschiedliche Geschwindigkeiten an

  • Die Anzeige beim Tacho ist nach gesetzlichen Vorgaben nie exakt

  • Wer sich nach dem Tacho richtet, fährt tendenziell eher langsamer als angezeigt wird

  • Das Navi misst dagegen die Geschwindigkeit sehr präzise, sofern die Ortung gut funktioniert

  • Je länger die Geschwindigkeit mit dem Navi gemessen wird, umso exakter ist die Anzeige

  • Wird man geblitzt, zählt weder die Anzeige des Navis, noch die des Tachos

Jeder Autofahrer kennt diese Verwirrung, die einen beim Blick auf die Instrumente vor allem in Zonen mit geringer Geschwindigkeit überfällt: Gefühlt fährt man Tempo 30, doch der Tacho zeigt fast 50 während das Navi sich bei plus minus 40 Kilometer pro Stunde einpendelt. Wird man dann geblitzt, ist der Ärger groß und man fragt sich: Warum ist die Geschwindigkeit bei Tacho und Navi so unterschiedlich?

Darum ist die Geschwindigkeit beim Tacho nie exakt

Tatsächlich zeigt kurioserweise kein Tacho die exakte Geschwindigkeit an. Und das ist vom Gesetzgeber auch genauso gewollt. Laut Paragraf 57 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) darf der Tachometer eine höhere Geschwindigkeit, aber niemals eine zu geringe anzeigen. Das wiederum basiert auf einer Richtlinie der EU (75/443/EWG), wo es heißt, dass die angezeigte Geschwindigkeit nie unter der tatsächlichen Geschwindigkeit liegen darf. Heißt für Autofahrer*innen: Wer sich stets an die Geschwindigkeit hält, die der Tacho anzeigt, fährt nie zu schnell. Denn um ungenaue Messwerte zu vermeiden, wird im Auto immer ein höheres Tempo angezeigt, als tatsächlich gefahren wird. Wenn also der Tacho in der Tempo-30-Zone 50 Kilometer pro Stunde anzeigt, liegt die tatsächliche Geschwindigkeit je nach Modell rund 10 Prozent plus vier Kilometer pro Stunde darunter. Das gilt für alle Fahrzeuge, die nach 1991 zugelassen wurden.

Blind darauf verlassen sollte man sich auf die Tacho-Anzeige natürlich trotzdem nicht. Denn zum einen schöpfen viele Hersteller die Toleranzen nicht aus. Zum andern basieren die Berechnungen des Tachos auf Durchschnittswerten. Gibt es hier Abweichungen, wirkt sich das auf das Tempo aus. So können beispielsweise Produktionsfehler, aber vor allem Reifenverschleiß, Reifengröße und Abweichungen der Drehzahl ungenaue Messwerte begünstigen.

Darum ist die Geschwindigkeit beim Navi genauer als beim Tacho

Alle Navis arbeiten mit GPS und damit unabhängig von Fahrzeug-Faktoren. Ist also der Empfang gut, zeigt das Navi die Geschwindigkeit im Auto sogar sehr präzise an. Die Ortungsgenauigkeit variiert allerdings je nach Hersteller. Generell gilt: Je länger die Mess-Distanz und je öfter die Position dabei vom Navi abgetastet wird, umso exakter ist die Anzeige der Geschwindigkeit.

Navi oder Tacho? Welche Geschwindigkeit beim Blitzen zählt

Wenn trotz aller Vorsicht der Gasfuß doch zu schnell war, ist die Frage, welches Gerät jetzt für die Messung relevant ist: Die Geschwindigkeitsanzeige des Navis oder des Tachos?

Die Antwort ist: Weder noch. Denn weder der Tacho noch das Navi sind frei von Fehlerquellen und entsprechend geeicht, um wirklich die exakte Geschwindigkeit anzuzeigen. Deshalb zählt allein die Messung des Radargerätes plus die sogenannte Toleranzgrenze. Diese beträgt bis 100 Kilometer pro Stunde pauschal drei Kilometer pro Stunde. Ist man schneller unterwegs, werden drei Prozent der gemessenen Gesamtgeschwindigkeit als Toleranz abgezogen.

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