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"Was für eine Leistung": Joe Biden macht sich über Donald Trumps Golfspiel lustig

Donald Trump hat jüngst mit seinen Erfolgen als Golfspieler geprahlt. Für Joe Biden eine Steilvorlage für einen sarkastischen Kommentar.

"Sleepy Joe" und "Broke Don" - Joe Biden und Donald Trump setzen offenbar auf die gleiche Strategie: den politischen Gegner der Lächerlichkeit preisgeben. (Bilder: Ian Maule/Getty Images; Brendan McDermid-Pool/Getty Images)
"Sleepy Joe" und "Broke Don" - Joe Biden und Donald Trump setzen offenbar auf die gleiche Strategie: den politischen Gegner der Lächerlichkeit preisgeben. (Bilder: Ian Maule/Getty Images; Brendan McDermid-Pool/Getty Images)

Donald Trump ist ein Siegertyp – so jedenfalls verkauft sich der ehemalige US-Präsident gerne und bei jeder Gelegenheit. Klar, dass der passionierte Golfspieler auch gut im Golf spielen sein will. Ist er es aber wirklich? Joe Biden, jetziger Präsident und sehr wahrscheinlich Trumps Konkurrent bei der nächsten Präsidentschaftswahl, ist sich da nicht so sicher. In einem Post auf dem sozialen Netzwerk X, ehemals Twitter, zieht er Trumps Golfspiel jedenfalls gehörig durch den Kakao.

Bidens X-Beitrag war ein Post Trumps auf dem sozialen Netzwerk Truth Social vorausgegangen, in dem der Republikaner mit seinen Erfolgen als Golfspieler prahlte. Im Trump International Golf Club, seinem Golfplatz in West Palm Beach, Florida, schreibt er, habe er zwei Wettbewerbe gewonnen, das "Club Championship" und das "Senior Club Championship". Die Siege ehrten ihn, zumal der Golfclub über eine "große und talentierte Anzahl an Mitgliedern" verfüge und einen "tollen" und "schwierigen" Platz habe.

"Glückwunsch, Donald"

Dennoch, und auf diese Wunde streut Biden eine Prise Salz: Talentierte Mitglieder hin oder schwieriger Platz her, wie großartig kann eine Leistung im Golfsport sein, wenn diese auf einem eigenen Golfplatz erbracht wurde? Biden formuliert diesen Einwand in Form einer bissigen Bemerkung: "Glückwunsch, Donald. Was für eine Leistung."

Mit dem Seitenhieb spaltet Biden im Netz die Gemüter. Die Befürworter schlagen in die gleiche Kerbe: "Er [also Trump] hat diese Art von Meisterschaften schon über 20 Mal 'gewonnen'. Alle natürlich auf seinen eigenen Golfplätzen", spottet jemand auf X. In einem zweiten Kommentar heißt es: "Ich habe meinen eigenen Wettbewerb gewonnen." Ein Nutzer deutet eine Erklärung für Trumps jüngsten Golferfolg an: Demnach konnte der nicht anders als durch Schummelei gewinnen. Denn: "Wurde nicht ein ganzes Buch darüber geschrieben, wie er beim Golf betrügt?"

Was sagen Trumps Anhänger?

Aber auch zahlreiche Trump-Anhänger melden sich zu Wort, nicht wenige antworten mit einer Retourkutsche. "Warum lernst du nicht, die Treppe hinaufzugehen, bevor du die Leistungen anderer kritisierst?", schreibt einer. Damit spielt er genauso auf das Alter des 81-jährigen Präsidenten an wie die beiden folgenden Nutzer. "Joe, welcher Tag ist heute? In welchem Land lebst du? Wie alt bist du?", schreibt der eine. Der andere: "Während Trump Golfturniere gewinnt, fällt es Ihnen schwer, sich zu erinnern, wo Gaza/Israel liegt."

Spitzen gegen Bidens Alter ist Teil von Trumps Wahlkampfstrategie. Sie zielt darauf ab, dem Präsidenten die körperliche und geistige Fitness für das Amt abzusprechen. Dabei greift Trump einmal mehr zu einer oft erprobten Taktik, nämlich eine Beleidigung des politischen Gegners auf einen Spitznamen zu reduzieren, mit dem er eine vermeintliche Charaktereigenschaft oder Schwäche des Beleidigten zu beschreiben meint. Biden nennt er wegen dessen fortgeschrittenen Alters "Sleepy Joe", der verschlafene Joe. Hilary Clinton, seine Rivalin im Präsidentschaftswahlkampf 2016, hatte er seinerzeit als "Crooked Hillary", betrügerische Hillary, bezeichnet.

Setzt Biden auf die gleiche Taktik wie Trump?

Aber auch Biden bedient sich neuerdings der Taktik, sich über den politischen Rivalen lustig zu machen. Das zeigt sein Golf-Seitenhieb ebenso wie der Spitzname, den er sich für Trump hat einfallen lassen. Der lautet "Broke Don", Pleite-Don, und ist eine Anspielung auf dessen finanzielle Schwierigkeiten. Trump war im Februar in einem Betrugsprozess zu einer Strafe von mehr als 450 Millionen US-Dollar verurteilt worden. Am Montag hat ein Berufungsgericht die Kaution auf 175 Millionen Dollar reduziert. Trumps Anwälte hatten argumentiert, dass er die Summe nicht aufbringen könne.

Dass nun auch Biden die Methodik des Verspottens anwendet, zeigt, dass offenbar auch er sich damit Erfolge ausrechnet. Wird sie ihm aber politisch nützen? Christopher Galdieri, Professor für Politik am Saint Anselm College in US-Bundesstaat New Hampshire, hält sie durchaus für wirksam. "Mit Trump hat er jemanden, der hypersensibel darauf reagiert, wie die Leute ihn wahrnehmen, insbesondere in Bezug auf seine Finanzen", zitiert die britische Zeitung The Telegraph den Experten. "Das wird ihn dazu bringen, sich noch unvorhersehbarer zu verhalten. Es zielt nur darauf ab, ihn zu ärgern."

Die US-Wahl ist für den 5. November 2024 geplant. Es gilt als sicher, dass erneut Joe Biden und Donald Trump um das Präsidentenamt kandidieren werden. Wer in dem Fall als Wahlsieger hervorgehen wird, ob "Sleepy Joe" oder "Broke Don", wird sich zeigen.