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Was wurde aus dem Filmemacher Michael Moore? Das macht er heute

Von "Roger & Me" über "Bowling for Columbine" bis hin zu "RUMBLE with Michael Moore": 10 Fakten über den Regisseur

Michael Moore, hier im Jahre 2020. (Bild: REUTERS/Ivan Alvarado)
Michael Moore, hier im Jahre 2020. (Bild: REUTERS/Ivan Alvarado)

Michael Moore ist einer der bekanntesten Dokumentarfilmer der Welt. Vor allem in den 2000er Jahren machte er sich mit Dokus wie "Bowling for Columbine" (2002) und "Fahrenheit 9/11" (2004) weltweit einen Namen als linker Kritiker des rechten, konservativen Amerikas. Dazu kamen Publikationen wie das Sachbuch "Stupid White Men" (2001), das sich ebenfalls kritisch mit der damaligen US-Regierung von George W. Bush auseinandersetzte und zum Bestseller avancierte.

In den letzten Jahren ist es in filmischer Hinsicht jedoch etwas ruhiger um den Regisseur geworden, der am 23. April 70 Jahre alt wird. Was war sein bislang letzter Film und was macht Michael Moore heute? Wir schauen uns an, womit er zuletzt von sich reden machte und beleuchten spannende Fakten über den Filmemacher.

Was wurde aus Michael Moore?

Gleich zu Beginn wollen wir die Frage beantworten, was Michael Francis Moore, so sein vollständiger Name, momentan macht. Der 1954 in Flint, Michigan geborene Filmemacher betreibt derzeit den Podcast "RUMBLE with Michael Moore", der 2019 an den Start ging und laut eigener Aussage Moores "subversive und humorvolle Sicht auf die Themen des Tages" sowie Gespräche mit verschiedensten Leuten wie Comedians oder auch Politikern bietet. Zu finden sind die englischsprachigen Episoden unter anderem auf Michael Moores YouTube-Kanal. Die aktuelle Folge auf YouTube gibt's hier:

Michael Moore überrascht mit Aussage über Donald Trump

Zuletzt machte Moore Schlagzeilen durch eine überraschende Aussage über Donald Trump. In seinem Podcast "RUMBLE with Michael Moore" sagte er über den Ex-US-Präsidenten, der dieses Jahr gegen Amtsinhaber Joe Biden erneut zur Wahl antreten will: "Wir wollen das nicht laut aussprechen, aber ich werde es tun: Der Grund, warum wir besorgt sein müssen, ist der, dass Trump schlauer ist als wir."

Donald Trump. (Bild: REUTERS/Alyssa Pointer/File Photo)
Donald Trump. (Bild: REUTERS/Alyssa Pointer/File Photo)

Wohlwissend, dass die Aussage bei Moores Anhängern für Irritation sorgen würde, betonte er gleich darauf, dass Trump in mancher Hinsicht auch "dümmer als wir" sei. Dann erklärte er aber, dass Trump deshalb schlau sei, weil er bereits "sein Leben lang seine Scheiße abziehen konnte und damit davonkam." Moores Aussage über Trumps wie auch immer geartete Intelligenz war also - und das ist für den linken Filmemacher dann wieder doch nicht überraschend - nicht besonders schmeichelhaft.

Was war eigentlich Michael Moores erster Film als Regisseur?

Doch werfen wir auch mal einen Blick zurück auf die Filmkarriere Michael Moores. Der Erstling des Regisseurs war der Dokumentarfilm "Roger & Me". Die Doku aus dem Jahr 1989 konzentriert sich auf die Auswirkungen, die mit der Schließung mehrerer "General Motors"-Fabriken in Moores Heimatstadt Flint für die Einwohner einhergingen. Für den Film soll Moore drei Jahre lang versucht haben, ein Interview mit dem damaligen "General Motors"-CEO Roger Smith zu bekommen - ein kurioser Aspekt der Doku, der später für Wirbel sorgen sollte, wie in einem unserer nächsten Punkte deutlich werden wird.

Wie Michael Moore seinen ersten Film "Roger & Me" finanzieren konnte

Fun Fact: Um sein Erstlingswerk "Roger & Me" überhaupt auf die Beine stellen zu können, musste sich Moore etwas einfallen lassen. Also veranstaltete er Bingo-Spiele in seinem Haus, um Geld zur Realisierung des Films zu sammeln, wie der Guardian einst berichtete.

Oscar-Preisträger: Wie viele Awards hat Michael Moore gewonnen?

Ein Blick auf die Filmdatenbank IMDb zeigt: Michael Moore kann sich nicht über mangelnde Awards beklagen. Sage und schreibe 72 Auszeichungen sowie 33 Nominierungen listet IMDb auf. Unter anderem gewann er die Goldene Palme in Cannes für die Doku "Fahrenheit 9/11", die sich mit Hintergründen der Terroranschläge in New York vom 11. September 2001 auseinandersetzt. Zudem erhielt er - sicherlich ein persönlicher Höhepunkt seiner Karriere - den Oscar für "Bowling for Columbine" als bester Dokumentarfilm. Die Doku beleuchtet angesichts des Schulmassakers an der Columbine High School im Jahre 1999 die Waffenindustrie der USA.

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Für "Bowling for Columbine" erhielt Michael Moore den Oscar. (Bild. Bob Riha Jr/WireImage)

Was war Michael Moores bislang letzter Film?

Seit seinem bisher letzten Film als Regisseur sind bereits über fünf Jahre vergangen. 2018 erschien die Doku "Fahrenheit 11/9", eine filmische Auseinandersetzung mit dem Wahlsieg Donald Trumps am 9. November 2016 und der Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte.

Nach "Fahrenheit 11/9" war Michael Moore an einem Film als Produzent beteiligt

"Fahrenheit 11/9" ist die bislang letzte Regiearbeit von Michael Moore, doch als ausführender Produzent war er danach an einem weiteren Film beteiligt: "Planet of the Humans". Die Doku von Regisseur Jeff Gibbs erschien 2019 und kreist um die Frage, ob angesichts der zur Neige gehenden Rohstoffe unseres Planeten erneuerbare Energien allein das Problem lösen können. Allerdings gibt es Kritik daran, wie erneuerbare Energien im Film angeprangert werden, manche Vorwürfe, die in der Doku vorgebracht werden, seien längst widerlegt worden, wie beispielsweise die Süddeutsche Zeitung schreibt. Dort heißt es, Regisseur Jeff Gibbs habe "rund ein Jahrzehnt an dem Film gearbeitet - im Bereich erneuerbarer Energien eine gefühlte Ewigkeit - und diese Zeitspanne merkt man dem Werk aufs Erschütterndste an." Übrigens: 2020 veröffentlichte Moore den Film zur kostenlosen Ansicht auf YouTube:

Michael Moore hat auch Musikvideos gedreht

Als Regisseur hat sich Moore in erster Linie, aber nicht nur mit Dokus einen Namen gemacht. Auch einige Musikvideos namhafter Bands sind in seiner Filmographie zu finden. Moore drehte Anfang der 2000er Jahre Clips für System of a Down ("Boom"), R.E.M. ("All the Way to Reno (You're Gonna Be a Star)") und Rage Against the Machine ("Testify" und "Sleep Now in the Fire"). Für besonderen Wirbel sorgte die Umsetzung des letzteren Clips: Moore wurde beim Dreh zu "Sleep Now in the Fire" verhaftet, da Rage Against the Machine vor der Wall Street spielte, aber keine Erlaubnis dazu hatte.

Kritik an Michael Moore

Trotz aller Auszeichnungen gibt es auch Kritik an der filmischen Vorgehensweise Michael Moores - und zwar nicht nur von rechter Seite. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Film "Manufacturing Dissent: Uncovering Michael Moore" von Debbie Melnyk und Rick Caine. Die Doku aus dem Jahr 2007 erhebt schwere Vorwürfe gegen Moore. Dieser soll es laut "Manufacturing Dissent" mit der Wahrheit seiner Filme nicht immer so genau nehmen. Caine und Melnyk sagen, "dass Moore hinzuerfindet oder bestimmte Fakten bewusst verschweigt", wie der Deutschlandfunk schreibt. Das zeige etwa die Doku "Roger & Me" (wir wollten auf den Film ja nochmal zurückkommen): Dass Moore monatelang vergeblich versucht haben soll, ein Interview mit dem damaligen "General Motors"-CEO Roger Smith zu erhalten, basiere "auf einer Lüge". Im Deutschlandfunk heißt es dazu: "Moore hatte, wie einer seiner einstigen Mitstreiter bezeugt, ein Interview mit Smith bekommen. Aber hätte er dies in seinem Film verwendet, hätte der Film keine Pointe gehabt, also ließ er es weg." Moore selbst bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet sie als Lügen.

Michael Moores Ex-Frau war Produzentin bei seinen Filmen

Und zum Schluss noch ein kurzer Blick auf die Ehe von Michael Moore, die 2013 mit einer Scheidung endete. Zuvor war er fast 22 Jahre mit Kathleen Glynn verheiratet. Interessant für Filmfans: Glynn war bei einigen Filmen Moores als Produzentin beteiligt, unter anderem bei "Fahrenheit 9/11" und "Bowling for Columbine".

Michael Moore und Kathleen Glynn. (Bild: Alessandra Benedetti/Corbis via Getty Images)
Michael Moore und Kathleen Glynn. (Bild: Alessandra Benedetti/Corbis via Getty Images)