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Wegen Deep Fakes: X sperrt Suche nach Taylor Swift

Taylor Swift wurde kürzlich Opfer einer Deep Fake-Welle. Der Kurznachrichtendienst X reagiert mit einer ungewöhnlichen Maßnahme. (Bild: 2024 Getty Images/Amy Sussman)
Taylor Swift wurde kürzlich Opfer einer Deep Fake-Welle. Der Kurznachrichtendienst X reagiert mit einer ungewöhnlichen Maßnahme. (Bild: 2024 Getty Images/Amy Sussman)

KI-generierte Nacktaufnahmen der Popsängerin Taylor Swift sorgen auf X (vormals Twitter) derzeit für Ärger. Der Kurznachrichtendienst von Elon Musk reagiert nun mit einer besonderen Maßnahme.

Wer bei X (vormals Twitter) derzeit nach Inhalten zu Popstar Taylor Swift suchen möchte, hat vermutlich Probleme: "Etwas ist schiefgelaufen. Probiere, es erneut zu laden", heißt es in einer Fehlermeldung, die erscheint, sobald man die Wortfolge "Taylor Swift" oder "#taylorswift" in die Suchanzeige eintippt. Grund für den Fehler ist eine Onlineschmutzkampagne, die Fans der US-Sängerin derzeit in Aufruhr versetzt.

Vergangene Woche waren auf X etliche mittels Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Porno- und Nacktaufnahmen der 34-Jährigen erschienen. Die sogenannten Deep Fakes sind auf X (wie auch bei Instagram und Facebook) eigentlich verboten. Trotzdem wurde allein ein bestimmtes Posting 45 Millionen Mal bei X angezeigt. Nachdem das Posting nach rund 17 Stunden gelöscht wurde, tauchten weitere Deep Fakes auf. Weil X der Bilder nicht Herr wurde, haben die Verantwortlichen beschlossen, den Suchbegriff "Taylor Swift" zu sperren.

"Swifties" werden selbst aktiv

"Es handelt sich um eine vorübergehende Maßnahme, die mit großer Vorsicht durchgeführt wird, während wir der Sicherheit in dieser Angelegenheit Priorität einräumen", sagte X-Manager Joe Benarroch gegenüber dem "Wall Street Journal". Ganz ausgefeilt scheint diese Maßnahme allerdings noch nicht: Schon die Umkehr der Suchbegriffe zu "Swift Taylor" ist ausreichend, um wie gewohnt Inhalte über die Sängerin angezeigt zu bekommen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Taylor Swift mit einer Onlineschmutzkampagne konfrontiert sieht. Vergangene Woche nahmen die als "Swifties" bezeichneten Fans der Sängerin das Problem selbst in die Hand: Unter der (inzwischen ebenfalls gesperrten) Trending Topic "Taylor Swift AI" posteten sie massenhaft harmlose Bilder und Memes, um die unerwünschten Deep Fakes zu verdrängen. Am Freitag meldete sich zudem das Weiße Haus: "Das ist sehr beunruhigend. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um dieses Problem zu lösen", versprach Sprecherin Karine Jean-Pierre und forderte den Kongress dazu auf, gesetzesgeberisch dagegen vorzugehen.

Analysten zufolge ist X derzeit eine der Mainstream-Plattformen mit den meisten pornografischen Inhalten weltweit. Nicht nur sind die Richtlinien dahingehend lascher als etwa bei Meta. Im Zuge seiner Twitter-Übernahme hatte Elon Musk zudem große Teile seines Moderationsteams entlassen, die nun langsam wieder aufgebaut werden sollen.