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Weltuntergang mit Julia Roberts: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

G.H. Scott (Mahershala Ali) und Amanda Sandford (Julia Roberts) bangen um ihr Leben. (Bild: Netflix / JoJo Whilden)
G.H. Scott (Mahershala Ali) und Amanda Sandford (Julia Roberts) bangen um ihr Leben. (Bild: Netflix / JoJo Whilden)

Bei Netflix geht die Welt unter - prominente Hollywood-Besetzung hin oder her. Derweil feiert Ben Becker sein Debüt als Serienhauptdarsteller. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche bereithält, verrät die Übersicht.

Apokalpyse zum Jahresuntergang mit Hollywoods 1a-Prominenz - Moment mal, Netflix, da war doch schon mal was! Tatsächlich versuchten Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence 2021 in der bitterbösen Satire "Don't Look Up" die Welt vor einem todbringenden Meteoriten zu warnen. Nun steht Streamingfans erneut Apokaylptisches in Haus - respektive den Stars des Films "Leave The World Behind" um Julia Roberts, Mahershala Ali und Ethan Hawke. Was Netflix, Prime Video und Co. in den nächsten Tagen sonst noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

Bruno (Ben Becker) ist ein Polizist vom alten Schlag. (Bild: 2022 Turner Broadcasting System EuropeLimited-a Warner Bros. Discovery Company / Odeon Fiction GmbH / Frédéric Batier)
Bruno (Ben Becker) ist ein Polizist vom alten Schlag. (Bild: 2022 Turner Broadcasting System EuropeLimited-a Warner Bros. Discovery Company / Odeon Fiction GmbH / Frédéric Batier)

"Leave The World Behind", Netflix

Amanda (Julia Roberts) und Clay Sandford (Ethan Hawke) fehlt es an nichts. Entsprechend geht es für das wohlhabende Paar samt Kindern in ein luxuriöses Ferienhaus auf Long Island. Die heil effiziente Welt der Familie bleibt im Netflix-Film "Leave The World Behind" (ab 8. Dezember) jedoch nicht lange so schön. Am Strand haben sie ein seltsames (Massen-)Erlebnis. Natur und Tierwelt senden seltsame Signale. Dann sind plötzlich alle Kommunikationswege unterbrochen: kein Internet, kein Handysignal, kein Fernsehen oder Radio.

Am Abend klingelt es auch noch an der Tür. Die Sandfords bekommen überraschend Besuch von G.H. Scott (Mahershala Ali) und seiner Tochter Ruth (Myha'la). Die behaupten, sie seien die Eigentümer des Hauses, auch wenn sie sich nicht ausweisen können, und müssten aufgrund einer Notsituation doch in ihrem vermieteten Haus übernachten. Schließlich ziehen die - schwarzen - Scotts in die fensterlose Kellerwohnung, während ihre weißen Gäste das weitläufige Oberhaus weiter nutzen dürfen. Am nächsten Morgen bricht Clay mit dem Auto auf, um im nächsten Ort mehr über die aktuelle Situation zu erfahren. Doch er macht ebenso verstörende Erfahrungen wie die fünf im Ferienhaus Zurückgebliebenen.

Filmemacher Sam Esmail kreiert aus der Romanvoralge von US-Autor Rumaan Alam einen Katastrophenfilm der anderen Art. Ehe die Hölle losbricht, nehmen Verunsicherung und bedrohliche Ereignisse nur sehr langsam Fahrt auf. Dafür herrscht eine zunehmend unangenehm werdende psychologische Spannung, die auch Themen wie Rassismus, Klassenvorurteile und den Bruch in Amerikas nationalem Zusammenhalt abhandelt.

In einem True-Crime-Film aus dem Hause Sky recherchiert unter anderem Frank Plasberg. (Bild: Sky Deutschland / Ansager & Schnipselmann)
In einem True-Crime-Film aus dem Hause Sky recherchiert unter anderem Frank Plasberg. (Bild: Sky Deutschland / Ansager & Schnipselmann)

"Boom Boom Bruno", Warner TV

"Es stinkt nach Pisse, aber das Bier ist billig und die Weiber willig": Bruno (Ben Becker) nimmt kein Blatt vor den Mund. Der Provinzsheriff ist ja ein echter Mann, zumindest sieht sich der bierbäuchige Polizist mit Vorliebe für Stripperinnen und harten Alkohol so. Was er dagegen nicht mag, sind "Weicheicher, Schwuchteln, Tunten, Lesben mit Kurzhaarschnitt". Eines ist klar: Serienfans, die auf politisch korrekte Unterhaltung wert legen, sollten um "Boom Boom Bruno" (ab 7. Dezember, WarnerTV, unter anderem buchbar via Sky und MagentaTV) einen Bogen machen.

Bruno sei "eine Antithese zu unserer modernen pluralistischen Gesellschaft", beschreiben die Serienproduzenten Vitus Reinbold und Ann-Kathrin Ebner ihre Titelfigur. Dabei unternimmt die sechsteilige Comedyserie eine teils schmerzliche Gratwanderung, die ob Brunos Obszönitäten hin und wieder ins Unangenehme abdriftet. Das liegt auch daran, dass Bruno mit seinem neuen Partner Mark (Vincent zur Linden) den Tod einer Dragqueen aufklären muss.

Sieht man von den wortgewaltigen Macho-Predigten des aus der Zeit gefallenen Sexisten Bruno ab, hat der "dreckige, laut bellende Straßenköter" (Regisseur Maurice Hübner) auch seine sanften Seiten. Tatsächlich zählen das sich anbahnende Vater-Sohn-Verhältnis von Bruno und Mark und Brunos mühsames Werben um die Gunst von Stripperin Alice (Sabrina Ceesay) zu den stärkeren Handlungssträngen von "Boom Boom Bruno".

Dom Toretto (Vin Diesel) ist mal wieder mit dem Fuß auf dem Gaspedal unterwegs. (Bild: 2023 Universal City Studios Productions LLLP)
Dom Toretto (Vin Diesel) ist mal wieder mit dem Fuß auf dem Gaspedal unterwegs. (Bild: 2023 Universal City Studios Productions LLLP)

"23 - Der mysteriöse Tod eines Hackers", WOW

Am Ende lag Karl Koch in einer kreisrunden Feuerstelle, schwarz verkohlt. Nach Drogensucht, Hacker-Höhenflügen und sozialer Abkapselung endete das Leben des Visionärs in einem Rätsel. Ob sich der damals 23-Jährige umgebracht hat, ob er 1989 einem Komplott des russischen Geheimdienstes KGB zum Opfer fiel oder ob er es sich mit einem Drogenboss tödlich verscherzt hat, vermag auch der Dokumentarfilm "23 - Der mysteriöse Tod eines Hackers" (ab 7. Dezember, WOW) nicht aufzudecken.

Sehenswert ist der 90-Minüter trotzdem, weil er politische und technische Zeitgeschichte mit geheimnisumwitterter True-Crime-Geschichte kombiniert und eine mannigfaltige Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Mitte der 80er-Jahre eröffnet sich Karl und seinen Freunden eine neue Welt: das Hacken.

Schon bald lässt Karl die Schule schleifen, schlägt sich lieber die Nacht vor dem Computer um die Ohren. Das Genie und seine Freunde schmieden unter Drogeneinfluss einen Plan: Sie wollen aus ihrem Talent Geld machen, indem sie dem russischen Geheimdienst KGB ihre Dienste zur Verfügung stellen - der Startpunkt des berüchtigten KGB-Hacks.

"Fast & Furious 10", WOW

Neonfarbene Unterbodenbeleuchtung und Nitro-Einspritzung, das waren bei den ersten Filmen Anfang der 2000-er noch die großen "Wow!"-Elemente. Heute kann man darüber eigentlich nur noch lachen, auch deshalb, weil es schon lange nicht mehr um Autorennen geht. In "Fast & Furious 10" sieht man Dom Toretto (Vin Diesel) in seinem Dodge Charger mit fettem Turbolader beinahe senkrecht einen Staudamm hinabrasen. Oben explodieren zwei Tanklaster, die gerade frontal ineinander gekracht sind, auf dem Weg nach unten drückt Teufelskerl Dom noch extra aufs Gaspedal.

Das Budget bei "Fast X" soll jenseits der 300-Millionen-Marke liegen, neben den vielen Stunts und Spezialeffekten dürfte auch der Cast bei diesem Film eine Menge gekostet haben. "Aquaman"-Star Jason Momoa ist neu dabei, er gibt den exzentrischen Antagonisten Dante Reyes. Dante ist der durchgeknallte Sohn von Gangster-Politiker Hernan Reyes, dem das "Fast & Furious"-Team früher mal einen großen Coup vermasselt hat. Dafür sollen Toretto und seine Liebsten nun bezahlen.

Der langjährige Regisseur der Reihe ist inzwischen aber nicht mehr dabei: Justin Lin, der zuvor fünf Filme der Reihe inszenierte und auch am Drehbuch zu "Fast X" mitschrieb, stieg während der Produktion aus und wurde durch Louis Leterrier ("The Transporter") ersetzt. Erstmals im Streaming gibt es den Actionkracher ab 8. Dezember bei WOW zu sehen.