WhatsApp-Betrug oder schlechter Scherz? Polizei warnt vor „Momo“

In Spanien berichten Medien von einem ominösen WhatsApp-Account, der plötzlich in den Kontakten einiger User auftauchte. „Momo“ ist mit einem gruseligen Gesicht bebildert und soll Zugang zu den Daten der Opfer haben. Wer dahintersteckt, ist unbekannt. Nun ist „Momo“ auch in Deutschland angekommen.

Es klingt nach einer typischen urbanen Legende: Bei einigen WhatsApp-Usern in Spanien soll „Momo“ unversehens in den Kontakten aufgetaucht sein, ohne dass sie ihn selbst hinzufügten hätten. Außerdem soll der unbekannte Nutzer Zugang zu Daten auf den Handys der Opfer haben. Fakt ist jedenfalls, dass sich der WhatsApp-Kontakt unter spanischen Jugendlichen rasant verbreitet.

Mittlerweile hat sich die spanische Polizei eingeschaltet und rät via Twitter, „Momo“ nicht zu den Kontakten hinzuzufügen, da hinter dem Account Cyberkriminelle stecken könnten. Ihrem Tweet verleiht die Behörde mit den Hashtags #FallNichtDaraufHerein und #SichererSommer Nachdruck.

Während die ersten Opfer angeblich einfach von „Momo“ angeschrieben wurden, ist es laut Medienberichten wahrscheinlich, dass viele Jugendliche die ominöse Nummer mittlerweile selbst ihren Kontakten hinzufügen – um sich als eine Art Mutprobe mit „Momo“ in Verbindung zu setzen.

Das gruselige Gesicht des Accounts gehört zu einer Skulptur der japanischen Firma „Link Factory“. 2016 war sie in einer Tokioer Kunstgalerie zu sehen.

Was oder wer hinter dem Account steckt, ist noch unklar. Klar ist, dass die Telefonnummer aus Japan kommt. Beginnt man einen Chat mit „Momo“, so soll dieser behaupten, gestorben zu sein und aus dem Jenseits zu schreiben. Einige Nutzer wollen verstörende Fotos erhalten haben. In anderen Fällen soll „Momo“ den Betroffenen sogar Fotos aus deren eigener Galerie geschickt haben – was beweisen würde, dass der Account sich Zugriff auf das fremde Telefon verschaffen konnte.

Andere berichten von Anrufen des anonymen Kontakts. Zu hören sei dabei nur ein Knistern und Rauschen am anderen Ende der Leitung. In unzähligen YouTube-Videos filmen sich junge Leute dabei, wie sie mit „Momo“ chatten und angerufen werden.

Immer wieder versuchen Kriminelle über WhatsApp oder Facebook an Daten der Nutzer zu gelangen. (Bild: AP Photo)
Immer wieder versuchen Kriminelle über WhatsApp oder Facebook an Daten der Nutzer zu gelangen. (Bild: AP Photo)

Auch auf deutschen YouTube-Accounts mehren sich Videos, die sich dem Phänomen widmen. Medien berichten, dass „Momo“ mittlerweile Nachrichten an deutsche WhatsApp-User verschickt. In Kettenbrief-Manier werden die Opfer aufgefordert, einen Text an 15 Kontakte weiterzuleiten, da sonst Unheil drohe.

Warum einige Leute die Nachrichten von „Momo“ erhalten, ist unklar. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Bot, der seine Nachricht an zufällige Telefonnummern versendet. Opfern wird geraten, den Kontakt nicht in das eigene Telefonbuch aufzunehmen.

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