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Immer wieder fassungslos: Nübels "brutaler Abend"

Alexander Nübel rettete den VfB Stuttgart - und wurde doch noch zum tragischen Mann. Innerhalb von fünf Minuten stand die Leihgabe der Bayern zu Beginn der zweiten Halbzeit bei der 1:5 (0:1)-Niederlage in Leipzig am zweiten Spieltag gleich dreimal im Mittelpunkt.

Kurz nach Wiederanpfiff (47.) hielt Nübel noch sensationell gegen Willi Orban, nachdem er sich schon vor der Pause ausgezeichnet hatte. „Wahnsinn, ein Riesen-Reflex aus dieser Distanz“, kommentierte DAZN-Experte Benny Lauth.

Dann schoss Nübel aber nach einem schlampigen Rückpass Benjamin Henrichs an (51.), verursachte unglücklich das 1:1 und leitete den Leipziger Torreigen ein.

Nach dem Spiel konstatierte der VfB-Rückhalt bei DAZN: „Brutales Spiel, brutaler Abend! Das ist sehr bitter, dass du hier 5:1 verlierst, das tut schon weh.“

Auch sein Trainer, Sebastian Hoeneß, war ähnlicher Ansicht: „Das Gegentor bestärkt den Gegner komplett in ihrer Spielweise, dann ärgern mich zwei Tore richtig. Man muss neidlos anerkennen, was die Leipziger dann gezockt haben.

Leipzig mit Doppelschlag

Denn schon wenig später nach seinem Patzer gegen Henrichs, dessen Folge „brutal unglücklich“ war, dass „der so reingeht“, folgte der nächste Schockmoment: Nübel griff nach einer Hereingabe am Ball vorbei, ließ RB-Stürmer Loïs Openda zum vermeintlichen 2:1 einschieben.

Der Treffer wurde zwar nach VAR-Überprüfung aufgrund einer strafbaren Abseitsstellung aberkannt. „Den muss er festhalten, da hat er Glück, dass es Abseits war“, sagte Lauth.

Und doch erarbeitete sich RB das Momentum, spielte Stuttgart in der Folge förmlich her. Erst erzielte der spanische Nationalspieler Dani Olmo in der 63. Minute dann doch den Führungstreffer für RB, nur drei Minuten später erhöhte Openda mit seinem ersten anerkannten Treffer des Abends auf 3:1.

Als Kevin Kampl mit einem abgefälschten Schuss (74.) noch das 4:1 beisteuerte und Xavi Simons (76.) mit seinem ersten Bundesliga-Treffer zum 5:1 Endstand gar noch einen draufsetzte, waren Nübel und Co. endgültig bedient. Immer wieder schüttelte der Keeper fassungslos den Kopf. „Ein wilder Abend für ihn“, sagte Lauth.

Stuttgart zur Halbzeit noch vorne

„Es ist am Anfang der Saison wichtig, dass du in der Tabelle anschreibst. Dass du Punkte holst, dass du dir Vertrauen holst, dass du in den Flow kommst“, hatte RB-Coach Marco Rose gesagt - und für dieses Vorhaben verzichtete er in seiner Startelf auf den formschwachen Nationalstürmer Timo Werner.

Yussuf Poulsen rückte in die Mannschaft. Die Leipziger waren sofort um Spielkontrolle bemüht und pressten die Stuttgarter früh. Der VfB stand kompakt und setzte offensiv immer wieder Nadelstiche.

Der VfB, der unter der Woche nach Kapitän Wataru Endo auch noch Abwehrboss Konstantin Mavropanos ziehen lassen musste, versteckte sich zwar nicht - und ging nach einem Leipziger Fehler in Führung: David Raum leistete sich einen fatalen Fehlpass am eigenen Strafraum, Guirassy schob nach Pass von Atakan Karazor eiskalt ein (35.).

Doch Henrichs wusste schon da, dass RB das Spiel drehen würde, wie er nach der Partie bei DAZN offenbarte: „Genau als wir das Gegentor bekommen haben. Ich bin mit Yussuf (Poulsen; Anm. d. Red.) zu David (Raum; Anm. d. Red.) hin und habe ihm gesagt: Mach‘ dir keine Sorgen, wir gewinnen das Spiel heute.“

Unzufrieden waren die Leipziger mit Schiedsrichter Frank Willenborg, der viele enge Entscheidungen gegen die Gastgeber pfiff - Rose wütete beim Halbzeitpfiff und sah die Gelbe Karte.

Fehlstart abgewendet

Dank der starken halben Stunde nach dem Pausenpfiff wandte Leipzig aber den drohenden Fehlstart eindrucksvoll ab und fuhr die ersten Punkte der jungen Saison ein.

Es war der sechste Heimsieg im sechsten Heimspiel gegen den von Abgängen gebeutelten VfB, der mit drei Zählern weiter im Soll ist, die Tabellenführung aber aufgrund der Tordifferenz verlor.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)