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Will Smith auf Oscar-Kurs: Das sind die Kino-Highlights der Woche

Serena (Demi Singleton, links) und Venus Williams (Saniyya Sidney) werden einmal die größten Tennis-Spielerinnen der Welt - ihr Vater Richard (Will Smith) hat schon alles durchgeplant. (Bild: Telepool)
Serena (Demi Singleton, links) und Venus Williams (Saniyya Sidney) werden einmal die größten Tennis-Spielerinnen der Welt - ihr Vater Richard (Will Smith) hat schon alles durchgeplant. (Bild: Telepool)

"Belfast", "Der Mann, der seine Haut verkaufte" und "King Richard" mit Will Smith auf Oscar-Kurs: Das sind die Kino-Neustarts am 24. Februar.

Mit "Ali" (2001) war er nah dran, mit "Das Streben nach Glück" (2006) dann auch wieder, aber nach den beiden Nominierungen von damals hat lange niemand mehr von einem möglichen Oscar für Will Smith gesprochen. Bis jetzt: Zum kürzlich erhaltenen ersten Golden Globe könnte für Smith demnächst auch der erste Oscar als bester Hauptdarsteller kommen - Smith zählt mit seinem Auftritt in dem Sportlerdrama "King Richard" zu den Favoriten.

Neben dem Biopic, das über den Drill des Vaters die beispiellosen Tennis-Karrieren der Williams-Schwestern Venus und Serena nacherzählt, erwartet das Kinopublikum in dieser Woche noch zwei weitere Werke mit Oscar-Potenzial: Kenneth Branaghs "Belfast" ist wie "King Richard" nominiert als "Bester Film"; das tunesische Drama "Der Mann, der seine Haut verkaufte" ist im Rennen als "Bester internationaler Film".

"King Richard" erzählt die Erfolgsgeschichte der Williams-Schwestern Serena und Venus nach, im Fokus steht aber vor allem ihr Vater Richard. Hauptdarsteller Will Smith gewann bereits einen Golden Globe und ist auch für einen Oscar nominiert. (Bild: Telepool)
"King Richard" erzählt die Erfolgsgeschichte der Williams-Schwestern Serena und Venus nach, im Fokus steht aber vor allem ihr Vater Richard. Hauptdarsteller Will Smith gewann bereits einen Golden Globe und ist auch für einen Oscar nominiert. (Bild: Telepool)

King Richard

23 Grand-Slam-Titel für Serena Williams, die erfolgreichste Einzelspielerin der Tennis-Geschichte, immerhin sieben für ihre ältere Schwester Venus, dazu zahllose Turniersiege und mehrfaches Olympia-Gold im Doppel - es kam alles ziemlich genau so, wie ihr Vater es geplant hatte. "Ich habe einen 78-Seiten-Plan für ihre Karriere geschrieben - bevor sie auf der Welt waren", erklärt Richard Williams (Will Smith) im Film, als Serena und Venus noch ganz am Anfang stehen.

Jeder weiß, dass die Williams-Zwillinge im internationalen Tennis neue Maßstäbe setzten. In "King Richard" wird nun mit Fokus auf ihren Vater nacherzählt, wie alles begann. Dass Serena (Demi Singleton) und Venus (Saniyya Sidney) von viel weiter unten kamen als andere Tennis-Kids, und dass ihr Vater sie härter drillte, als andere gedrillt wurden - auch, um sie "von der Straße fernzuhalten".

So erzählt "King Richard" nicht einfach nur vom maximalen sportlichen Erfolg, sondern auch vom "American Dream", von sozialer Ungleichheit und Rassismus, vom ewigen Kampf schwarzer Amerikaner um Würde und Anerkennung. "Die Welt hatte nie Respekt vor Richard Williams. Aber euch werden sie respektieren."

In den US-Kinos lief "King Richard" bereits im November an, seitdem sammelte die Inszenierung von Reinaldo Marcus Green bereits mehrere Filmpreise ein. Bei den Oscars ist die Filmbiografie nach einem Drehbuch von Zach Baylin in sechs Kategorien nominiert - unter anderem auch als "Bester Film".

Pa (Jamie Dornan, links) hängt sehr an seiner Heimatstadt Belfast. Wegzugehen, wäre vielleicht trotzdem besser - vor allem für den kleinen Buddy (Jude Hill, dritter von links). (Bild: Focus Features/Rob Youngson)
Pa (Jamie Dornan, links) hängt sehr an seiner Heimatstadt Belfast. Wegzugehen, wäre vielleicht trotzdem besser - vor allem für den kleinen Buddy (Jude Hill, dritter von links). (Bild: Focus Features/Rob Youngson)

Belfast

Der neunjährige Buddy (Jude Hill) liebt Filme, Radio, Schallplatten und tobt gerne mit all den anderen Kindern durch die Gassen von Belfast. Das Leben hat viel Schönes zu bieten. Aber es wird langsam immer hässlicher. "Troubles" nannte man etwas beschönigend die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten in den späten 60-ern in Belfast, in Wahrheit stürzte der Konflikt die Stadt in bürgerkriegsähnliche Zustände.

Buddy tanzt zu Hause mit Ma (Caitriona Balfe), Granny (Judi Dench) und Pop (Ciarán Hinds), während Pa (Jamie Dornan) in England das Geld verdient, draußen fliegen die Molotow-Cocktails - das sind die Kontraste, die "Belfast" prägen. Und Fragen wie: Hierbleiben, wo wir aufgewachsen sind? Oder weggehen, um den Kindern eine sichere, eine in vielerlei Hinsicht bessere Zukunft zu ermöglichen?

Kenneth Branagh führte Regie und schrieb auch das Drehbuch zu "Belfast", einem Schwarzweiß-Drama mit autobiografischen Zügen, das er als "autofiktional" beschreibt. Branagh selbst wuchs in Belfast auf, erlebte die "Troubles" damals aus nächster Nähe, zog dann mit seiner Familie nach England. Es gibt viele Parallelen von Buddys Geschichte und Branaghs Geschichte - eine bittersüße, hochkarätig besetzte und sehr wahrhaftige Erzählung, die für insgesamt sieben Oscars nominiert wurde.

Belfast ist nicht das Paradies, aber Pop (Ciarán Hinds) und Granny (Judi Dench) sind trotzdem glücklich dort. Sie kennen nichts anderes. (Bild: Focus Features)
Belfast ist nicht das Paradies, aber Pop (Ciarán Hinds) und Granny (Judi Dench) sind trotzdem glücklich dort. Sie kennen nichts anderes. (Bild: Focus Features)

Der Mann, der seine Haut verkaufte

Kunst, oder auch Schönheit, liegt immer im Auge des Betrachters - und in diesem Fall blickt der Betrachter auf den nackten Rücken eines syrischen Flüchtlings. Die Grundidee zu "Der Mann, der seine Haut verkaufte" ist eine ziemlich bizarre. Wohl auch deshalb wird der tunesische Oscar-Beitrag ("Bester internationaler Film") von Kaouther Ben Hania als Satire vermarktet. Die Pervertiertheit des elitären Kunstmarktes wird vor dem Hintergrund der sehr realen und eigentlich gar nicht lustigen Flüchtlingskrise auf die Spitze getrieben.

Wer ist der Mann, der hier seine Haut verkauft? Eigentlich ein ganz normaler Typ, der einfach nur weg wollte aus seiner Kriegs-gebeutelten Heimat Syrien. Nach seiner Flucht in den Libanon landet Sam Ali (Yahya Mahayni) in einer Ausstellung von Jeffrey Godefroi (Koen De Bouw), das kostenlose Essen hat ihn angelockt. Am Ende hat der exzentrische Künstler ihm eine Nachbildung des europäischen Schengen-Visums über den gesamten Rücken tätowiert.

Godefroi fantasiert davon, dass Sam Ali als lebendes Kunstwerk zu einem Symbol für Freiheit und Menschlichkeit wird, und auf dem Kunstmarkt werden für Ali beziehungsweise seinen Rücken absurde Summen geboten. Ein Skandal, protestieren Menschenrechtsaktivisten. Das neue Leben weit weg von Krieg, Hunger und Elend - Sam Ali, gezeichnet, hatte es sich anders vorgestellt.

Der Künstler Jeffrey Godefroi (Koen De Bouw) erschafft auf dem Rücken von Sam Ali (Yahya Mahayni) ein lebendiges Kunstwerk. (Bild: Eksystent)
Der Künstler Jeffrey Godefroi (Koen De Bouw) erschafft auf dem Rücken von Sam Ali (Yahya Mahayni) ein lebendiges Kunstwerk. (Bild: Eksystent)