Wissenschaft: Neue Erkenntnisse über Zustand nach Tod

Wissenschaft: Neue Erkenntnisse über Zustand nach Tod

Was passiert nach dem Tod? Eine Frage, die so alt ist, wie die Menschheit. Forscher haben nun herausgefunden, dass das Gehirn auch dann noch Informationen verarbeitet, wenn ein Mensch für klinisch tot erklärt wird.

Der lange Tunnel, das weiße Licht, die eigene Lebensgeschichte im Zeitraffer: Nahtoderfahrungen werden oft als Spinnerei abgetan. Dr. Sam Parnia und sein Team der New York University Langone School of Medicine sind den Dingen auf den Grund gegangen und haben Erstaunliches erforscht. Demnach können Menschen auch nach dem klinischen Tod die Umwelt wahrnehmen.

Für die Studie wurden Probanden aus Europa und den USA befragt, die als klinisch tot galten und wiederbelebt wurden. "Diese Menschen beschreiben, wie sie den Ärzten und Schwestern nach ihrem Tod bei der Arbeit zusahen. Sie erinnern sich auch daran, dass sie den Gesprächen folgen konnten und beschrieben Dinge, die sie trotz ihres Todes sahen. Dinge, von denen sie eigentlich nichts hätten wissen dürfen", erklärte Parnia "Live Science". Ärzte und Klinikpersonal wurden anschließend zum Wahrheitsgehalt der Geschichten befragt und bestätigten das von den Patienten Geschilderte.

Die Erklärung für dieses Phänomen: Der Tod tritt nicht von jetzt auf gleich ein, sondern ist ein Prozess, der sich im Zweifelsfall hinziehen kann. Setzt das Herz aus, wird das Gehirn nicht mehr durchblutet. "(Es) hört auf zu funktionieren, man verliert seine Reflexe. Den Würgereflex, den Pupillenreflex – alles weg", so Dr. Sam Parnia. Nach spätestens 20 Sekunden gebe es keine messbaren Hirnströme mehr. Schließlich sterbe das Gewebe langsam ab: "Das kann Stunden dauern."

Der Knackpunkt liege auch in Erste-Hilfe-Maßnahmen: "Falls es vergebliche Rettungsmaßnahmen gegeben hat, kann das kleine bisschen Blut, das das Hirn erreicht hat, den Zelltod verlangsamen."

Die neue Studie lässt den Film "Flatliners", der am 30. November als Remake des 1990er-Klassikers in die Kinos kommt, nicht mehr als reine Fiktion erscheinen. In dem Streifen führen Wissenschaftler ihren klinischen Tod herbei, um herauszufinden, was danach passiert. In den Hauptrollen sind Ellen Page und James Norton zu sehen.

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