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"Wolf im Schafspelz": Neue Proteste gegen AfD und Rechtsextreme

Am Donnerstagabend haben mehr als 10.000 Menschen in Mainz gegen die AfD und gegen Rechtsextremismus protestiert - nach Protesten in Köln, Potsdam und anderen Städten. Auch Mau Dreyer, die SPD-Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, nahm an der Demonstration in Mainz teil.

Mit Bannern wie "Nie wieder" gingen auch im thüringischen Gera zahlreiche Menschen gegen die AfD auf die Straße.

Kritik an AfD im Bundestag nach "Geheimtreffen"

Bei der Debatte zum sogenannten "Geheimtreffen" im Bundestag warfen mehrere Politiker:innen der AfD vor, Nazi-Positionen zu vertreten.

Das Recherche-Netzwerk Correctiv hatte berichtet, dass Mitglieder der Identitären Bewegung und der Alternative für Deutschland (AfD) im vergangenen November an einem Treffen teilgenommen hatten, um die Abschiebung von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, darunter auch deutsche Staatsbürger, zu forden.

"Wir passen auf Euch auf"

Bei der aktuellen Stunde im Bundestag sollte es auch um wehrhafte Demokratie gehen. SPD-Chef Lars Klingbeil sagte, es sei deutlich geworden, dass die AfD "Millionen Menschen aus der Mitte der Gesellschaft aus diesem Land vertreiben will" - weil diese Menschen "nicht dem völkischen Weltbild der AfD" entsprechen.

Der SPD-Vorsitzende bezeichnete die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel als Rechtsextreme und als "Wolf im Schafspelz". Weiter sagte er: "Ihre Fassade bekommt langsam Risse. Das wahre Gesicht der AfD kommt für alle sichtbar zum Vorschein und wir werden deutlich machen, was für eine Ideologie sie verfolgen."

Zudem versprach Klingbeil den Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland: „Wir passen auf euch auf.“

Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser sagte vor der Presse, dass es einen "klaren Versuch gebe, ethnisch zu definieren, wer nach Deutschland gehört", und kritisierte damit das bewusste Verbreiten von Naziideologien.

"Viel zu spät aufgewacht"

In den ARD-Tagesthemen erklärte Martin Schmitt, dass die Politik in Deutschland "viel zu spät aufgewacht" sei. Die CDU kritisierte er, weil sie die Debatte für Attacken gegen die Ampel-Koalition nutzte - statt die demokratische Einheit zu betonen. Der SWR-Journalist forderte alle dazu auf, vor den wichtigen Wahlen im Privaten über die unhaltbaren Positionen der AfD zu diskutieren.