Internet-Nutzer teilen dieses „wunderschöne Foto“ — doch eigentlich zeigt es ein schreckliches Phänomen

Nathalie Gaulhiac
Internet-Nutzer teilen dieses „wunderschöne Foto“ — doch eigentlich zeigt es ein schreckliches Phänomen

In den vergangenen Tagen gab es eine Welle von Instagram-Fotos, mit denen Internetnutzer eine sensationelle Nachricht verkündeten: An der nordwestlichen Küste Tasmaniens findet derzeit ein wunderschönes Naturschauspiel statt.

An den Küsten von Preservation Bay und Rocky Cape glitzert das Wasser und strahlt mitten in der Nacht in einem hellen Blau.

Grund dafür ist ein Phänomen namens „Biolumineszenz“. Diese wird durch zahlreiche Bakterien im Salzwasser erzeugt und lässt sich an mehreren Orten rund um die Welt beobachten.

„So ein schöner Anblick. Ich hoffe, dass wird bald mehr davon zu sehen bekommen“, schreibt eine Nutzerin. 

Das Leuchten entsteht, wenn die Bakterien durch Bewegung — egal ob durch Wasser, Boote oder Menschen — aufgewirbelt werden. 

Doch so schön das Phänomen auch ist, deutet es leider auf eine Katastrophe hin.

Das Leuchten zeigt nämlich, dass es in den Gewässern immer mehr Nährstoffe für die biolumineszierenden Bakterien gibt. Und diese Nährstoffe sind nichts Geringeres als Chemikalien wie Stickstoff oder Phosphor, die unter anderem vom Abwasser der Landwirtschaft und Industrie stammen. 

Die Erde ist laut Wissenschaftler ein vergifteter Planet

Dass die Erde ein toxischer Planet ist, verkündeten Forscher bereits — wie schlimm es wirklich ist, wissen aber nur die wenigsten. 

„Die Europäische Agentur für chemische Stoffe (ECHA) schätzt, dass es mehr als 144.000 von Menschenhand gemachte Chemikalien gibt. Das US-Gesundheitsministerium schätzt, dass jedes Jahr 2.000 neue Chemikalien entstehen“, sagt der Experte Julian Cribb.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stirbt jedes Jahr jeder Vierte an Krankheiten, die auf „Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung, chemische Belastungen, Klimawandel und UV-Strahlung“ zurückzuführen sind.

Problem Nummer zwei: Der Klimawandel

Das Auftauchen der Biolumineszenz bedeutet ebenso, dass das Wasser wärmer wird. Bis zum Jahr 1994 wurden keine dieser Bakterien in Tasmanien entdeckt. Doch dann verbreiteten sie sich mit den steigenden Temperaturen immer weiter. 

„Das ist ein Zeichen für den Klimawandel“, bestätigte Anthony Richardson von der australischen nationalen Sicherheitsbehörde im Gespräch mit „New Scientist“. Und obwohl es schön anzusehen ist, hat es dramatische Ausmaße: Die Bakterien bedrohen die Organismen, die in den Ozeanen leben, indem sie mit ihnen um Nahrung und Sauerstoff konkurrieren.

 

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