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Wut auf den "ersten Mann" nach Waffengewalt in Serbien: Rücktrittsforderungen werden laut

In Serbien kehren Schülerinnen und Schüler nach zwei verheeerenden Massenschießereien erstmals wieder in den Unterricht zurück. An allen 1.8000 Schulen des Landes sind Polizeikräfte im Einsatz. Mehr als 2.000 Beamte patrouillieren in und um die Schulgebäude.

"Geben sie einfach ab. Das ist alles"

Präsident Aleksandar Vucic hat nach den jüngsten Amokläufen eine drastische Reduzierung der im Land zirkulierenden Schusswaffen agekündigt. "Zu den Maßnahmen gehört, dass wir damit beginnen werden, illegale Schusswaffen zu konfiszieren.

Die Menschen haben einen Monat Zeit, um Waffen und Munition ohne Konsequenzen abzugeben. Niemand wird fragen, wie Sie an diese Waffen gekommen sind. Geben sie einfach ab. Das ist alles."

Nach den Amokläufen eines 13-Jährigen an seiner Schule und eines rund 20-Jährigen in einem Dorf nahe Belgrad mit insgesamt 17 Todesopfern wächst die Wut der Menschen auf die Regierung und den Umgang mit Waffengewalt.

Hauptinitiator der "serbischen Tragödie"

Bei Portesten werden Rücktrittsforderungen laut. Ebenso die Kritik an staatlich kontrollierten Medien, die Gewalt verherrlichten und verurteilte Kriegsverbrecher deckten.

Eine Deomanstrantin: "Wir müssen das System von Grund auf neu aufbauen, auch das Bildungssystem. Ich bin Mutter von zwei Kindern und möchte, dass sie in einer besseren Zeit leben als ich, in den 1990ern, 2000ern und heute".

Ein Rentner fügt hinzu: "Die ganze Atmosphäre in der Gesellschaft wurde durch das System geschaffen, insbesondere durch den 'ersten Mann', der der Hauptinitiator dieser serbischen Tragödie ist."

Serbien hat den größten Waffenbesitz pro Kopf in Europa und steht weltweit auf Platz drei. Laut Schätzungen liegt die Zahl der nicht behördlich erfassten Waffen bei rund eineinhalb Millionen